Autor Thema: Dialog, Epilog und Referat  (Gelesen 163 mal)

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Offline Ronald

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Dialog, Epilog und Referat
« am: Juni 10, 2021, 06:03:45 Nachmittag »
EINE SICHT DES LEBENS

INHALT
IST ES MÖGLICH, GLÜCKLICH ZU SEIN?
DIE WAHRE GESCHICHTE DER TOLOGY
ZWEI REGELN FÜR EIN GLÜCKLICHES LEBEN
WAS IST DAS GRUNDLEGENDE GEHEIMNIS?
DIE SUCHE DES MENSCHEN NACH SEINER SEELE
DAS MOTIV
WAS IST WISSEN?
DIE UMSTÄNDE DES DASEINS
DIE MYTHEN DES MINDS
WIE MAN MIT KINDERN LEBT
ÜBER DIE EHE
DER MENSCH, DER ERFOLG HAT
DER TOD DES BEWUSSTSEINS
DIE BETONUNG LIEGT AUF FÄHIGKEIT
EHRLICHE MENSCHEN HABEN AUCH RECHTE
AKZEPTIERUNGSNIVEAU
KONFRONTIEREN
ZUM THEMA ORDNUNG SCHAFFEN
ÜBER DEN CHARAKTER DES MENSCHEN
VERGANGENHEIT, GEGENWART UND ZUKUNFT
DAS SPIELEN DES SPIELS
FREIHEIT KONTRA GEFANGENSEIN
GERECHTIGKEIT
DIE VOKABULARE DER WISSENSCHAFT
WIE MAN EINE WISSENSCHAFT STUDIERT
DER MENSCHLICHE MIND
DIE AUFZEICHNUNGEN DES MINDS SIND DAUERHAFT
KOMMUNIKATION
GLOSSAR

IST ES MÖGLICH, GLÜCKLICH ZU SEIN?
Ist es möglich, glücklich zu sein?
Sehr viele Menschen fragen sich, ob die Hälfte von uns in dieser modernen, hetzenden Welt überhaupt existiert.
Sehr oft kann eine Person eine Million Dollar haben, kann alles besitzen, was ihr Herz anscheinend begehrt – und dennoch ist sie unglücklich. Nehmen wir z.B.
jemanden, der sein ganzes Leben gearbeitet hat; er hat schwer gearbeitet und eine grosse Familie aufgezogen.
Er hat sich auf jene Zeit seines Lebens gefreut, wo er sich endlich zur Ruhe setzen kann, glücklich und fröhlich sein kann und eine Unmenge Zeit haben wird für all die Dinge, die er immer tun wollte; dann sehen wir ihn, nachdem er sich zur Ruhe gesetzt hat, und – ist er glücklich?
Nein. Er sitzt da und denkt an die guten alten Tage, als er schwer arbeitete.
Unser Hauptproblem im Leben ist Glücklichsein, aber ich werde Ihnen gleich mehr dazu sagen.
Die Welt mag vielleicht oder vielleicht auch nicht als eine glückliche Welt geplant sein.
Vielleicht ist es für Sie nicht möglich, in dieser Welt glücklich zu sein, und trotzdem haben fast alle von uns das Ziel, über ihr Dasein glücklich und fröhlich zu sein.
Wie Sie wissen, schauen wir sehr oft auf die Welt um uns herum und stellen fest, dass niemand hier glücklich sein könnte.
Wir sehen das schmutzige Geschirr im Abwaschbecken, das Auto, das eine neue Lackierung braucht, und die Tatsache, dass wir eine neue Gasheizung benötigen.
Wir brauchen einen neuen Mantel, neue Schuhe, oder wir wollen einfach nur bessere Schuhe. Folglich, wie könnte irgend jemand überhaupt glücklich sein, wenn man in Wirklichkeit nicht alles haben kann, was man möchte?
Man ist nicht imstande, all die Dinge zu tun, die man gerne tun möchte, und daher erlaubt diese Umgebung einer Person nicht, so glücklich zu sein, wie sie sein könnte.
Nun, ich möchte Ihnen etwas Komisches sagen – zahlreiche Philosophen haben dies viele, viele Male gesagt – aber die Wahrheit in dieser Sache ist, dass alles Glück, das Sie jemals finden, in Ihnen selbst liegt.
Erinnern Sie sich, als Sie vielleicht fünf Jahre alt waren: Sie gingen hinaus in den Morgen und sahen den Tag an, und es war ein sehr, sehr schöner Tag.
Sie schauten auf die Blumen, und es waren sehr schöne Blumen.
Fünfundzwanzig Jahre später stehen Sie am Morgen auf, schauen auf die Blumen – sie sind verwelkt. Der Tag ist kein glücklicher Tag.
Nun, was hat sich verändert? Sie wissen, es sind die gleichen Blumen, es ist die gleiche Welt.
Etwas muss sich verändert haben; wahrscheinlich waren Sie es. Ein kleines Kind bezieht tatsächlich sein ganzes »Wie« des Lebens aus der Anmut, die es dem Leben verleiht. Es weht einen Zauber auf die Dinge und lässt draussen in der Gesellschaft alle möglichen interessanten Dinge entstehen.
Hier sieht man diesen grossen, starken Kerl auf seinem Eisenross die Strasse hinauf – und hinunterreiten, und Junge, was gäbe er darum, ein Polizist zu sein. Jawohl!
Er wäre unheimlich gern Polizist. Und fünfundzwanzig Jahre später schaut er auf den Polizisten, der die Strasse hinauf – und hinunterfährt, überprüft seinen Tacho und sagt: »Diese verdammten Bullen!«
Nun, was hat sich hier verändert? Hat sich der Polizist verändert?
Nein. Nur die Einstellung ihm gegenüber. Die Lebenseinstellung einer Person macht jeden erdenklichen Unterschied in ihrem Leben aus. Sie wissen, dass Sie nicht tausend alte Bücher zu studieren brauchen, um diese Tatsache zu entdecken. Aber manchmal muss wieder darauf hingewiesen werden – das Leben verändert sich nicht so sehr wie Sie.
Vielleicht gab es einmal eine Zeit, als Sie daran dachten, verheiratet zu sein, ein schönes Heim und eine hübsche, kleine Familie zu haben.
Alles wäre bestens. Der Ehemann käme nach Hause, Sie würden das Abendessen servieren, und jeder wäre mit allem glücklich und dann haben Sie geheiratet und möglicherweise entwickelte es sich nicht ganz so. Irgendwie kommt er spät nach Hause, er hatte einen Streit mit dem Chef, und er fühlt sich nicht gut. Er möchte nicht ins Kino gehen, und er sieht nicht ein, dass Sie überhaupt irgendwelche Arbeit haben – schliesslich sitzen Sie den ganzen Tag zu Hause und tun nichts – , und Sie wissen,
dass auch er nichts arbeitet. Er wird nicht mehr im Haus gesehen. Er ist weg. Später am Abend kommt er zurück, und darüber könnte ein ganz schöner Streit ausbrechen.
In Wirklichkeit arbeiten sie beide ziemlich hart. Nun gut, was machen wir mit solch einer Situation?
Machen wir einfach mit der Ehe Schluss?
Oder zünden wir das ganze Haus an?
Oder werfen wir alles in die Mülltonne?
Oder zu Mutter nach Hause gehen?
Oder was machen wir?
Nun, es gibt sehr viele Dinge, die wir tun könnten, und das Geringste davon ist, einen Blick auf die Umgebung zu werfen.
Schauen Sie sich einfach um und sagen Sie: „Wo bin ich? Was tue ich hier?“
Dann, nachdem Sie herausgefunden haben, wo Sie sind, versuchen Sie herauszufinden, wie Sie das ein bisschen wohnlicher machen können.
Von dem Tag an, an dem Sie aufhören, Ihre eigene Umwelt aufzubauen, an dem Sie aufhören, die Dinge mit einem Zauber zu umgeben und allem um Sie herum mit Zauber und Schönheit Anmut zu verleihen, hören Dinge auf, zauberhaft zu sein, hören Dinge auf, schön zu sein.
Andere Menschen suchen das Glück auf verschiedenen Wegen. Sie suchen es hektisch, als sei es eine Art Mechanismus, der existiert – vielleicht ist es eine kleine Maschine,
vielleicht hat man sie im Schrank abgestellt, vielleicht liegt das Glück unten an der nächsten Strassenecke oder irgendwo anders.
Sie suchen nach etwas, aber das Merkwürdige ist, sie finden nur dann jemals etwas, wenn sie es vorher dort hinsetzen.
Nun, dies klingt nicht sehr einleuchtend, aber es ist sehr wahr. Jene Menschen, die über das Leben unglücklich geworden sind, sind einzig und allein deshalb über das Leben unglücklich, weil das Leben nicht mehr von ihnen erschaffen wird. Hier haben wir den einzigen Unterschied zwischen Menschen.
Wir erleben hier ein menschliches Wesen, das unglücklich ist, dem es elend geht, das im Leben nicht vorankommt, das krank ist und welches keine Freude sieht. Das Leben handhabt, kontrolliert,
verändert und gestaltet diesen Menschen.
Dann haben wir jemanden, der glücklich ist, der fröhlich ist, der stark ist, der an den meisten Dingen Vergnügen findet – und was entdecken wir bei dieser Person?
Wir finden heraus, dass sie das Leben gestaltet.
In Wirklichkeit gibt es hier einen einzigen Unterschied: Gestalten Sie das Leben, oder gestaltet das Leben Sie.
Bei sorgfältiger Untersuchung werden Sie erkennen, dass eine Person aufgehört hat, das Leben zu gestalten, weil sie selbst beschlossen hat, dass das Leben nicht gestaltet werden kann. Ein Versagen, irgendein kleines Versagen – vielleicht nicht mit der gleichen Klasse die Schule abzuschliessen, oder vielleicht jener Misserfolg, nicht den ersten Mann oder die erste Frau zu heiraten, die man traf und die begehrenswert schienen, oder vielleicht der Fehlschlag, ein Auto verloren zu haben, oder einfach irgendeine kleine Sache im Leben – verursachte diese Einstellung. Eines Tages sah sich jemand um und sagte: »Ja, ich hab’ verloren.« Und danach gestaltet das Leben ihn.
Er gestaltet das Leben nicht mehr.
Das wäre nun eine sehr kritische Situation, könnte nichts dagegen getan werden; aber Tatsache ist, dass dies das leichteste Problem aller Probleme ist, denen der Mensch ins Auge sieht – sich selbst und die Einstellung der ihn umgebenden Personen zu ändern.
Es ist sehr, sehr einfach, jemandes Einstellung zu ändern. Dennoch sind Sie völlig abhängig von anderer Leute Einstellungen – jemandes Einstellung Ihnen gegenüber kann den Erfolg oder Misserfolg Ihres Lebens bestimmen. Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass Ihr Zuhause durch die Einstellung, die der andere Ihnen gegenüber hat,  zusammengehalten wird?
Es gibt hier also tatsächlich zwei Probleme – Sie müssten zwei Einstellungen ändern: Ihre Einstellung jemand anderem gegenüber und die Einstellung der anderen Ihnen gegenüber.
Nun, gibt es Methoden, um das zu erreichen? Ja, glücklicherweise gibt es sie.
Viele, viele Jahrhunderte lang hat der Mensch sich nach dem Wissen gesehnt, wie er seine eigene Meinung und den eigenen Zustand sowie die Meinung und den Zustand seiner
Mitmenschen verändern kann. Tatsächlich hatte sich die Neigung des Menschen dazu bis vor relativ wenigen Jahren zunehmend vergrössert. Aber wir machen die Welt zu einer sich sehr schnell bewegenden Welt. Wir machen die Welt zu einer Welt, wo jederzeit Zauberei möglich ist – und geschieht.
Der Mensch versteht jetzt sehr viel vom Universum, in dem er lebt, was er vorher nie verstanden hatte. Zu den Dingen, die er jetzt versteht, gehört der menschliche Geist.
Der menschliche Geist ist kein ungelöstes Problem. Die Psychologie des 19. Jahrhunderts löste das Problem nicht, aber das bedeutet nicht, dass es nicht gelöst worden ist.
In neuerer Zeit ereignen sich überall in diesem Land und auf anderen Kontinenten der Erde die interessantesten Wunder. Woraus bestehen diese Wunder? Sie bestehen daraus, dass Menschen gesund werden, die zuvor krank waren, unheilbar krank.
Sie bestehen daraus, dass Menschen, die unglücklich waren, wieder glücklich werden. Sie bestehen aus der Abschaffung der Gefahr, die vielen Krankheiten und vielen Zuständen des Menschen innewohnt.
Doch die Antwort war die ganze Zeit bei den Menschen. Der Mensch war imstande, hinauszugreifen und diese Antwort zu finden; deshalb vielleicht musste der Mensch sich selbst ändern.
Vielleicht musste er in die moderne Zeit vordringen, um herauszufinden, dass das physikalische Universum nicht aus Dämonen und Geistern zusammengesetzt war, um seinen Aberglauben und die Unwissenheit seiner Vorfahren zu überwinden. Vielleicht musste er all das tun, einschliesslich der Erfindung der Atombombe, bevor er sich endlich selbst finden konnte.
Nun, er hat das physikalische Universum jetzt ziemlich gut gemeistert.
Das physikalische Universum ist für ihn jetzt kein Problem mehr, er kann vieles damit machen.
Nachdem er es erobert hat, kann er jetzt sich selbst erobern. Die Wahrheit ist, er hat sich selbst erobert.
Die Wissenschaft der Tologie entstand aufgrund des vermehrten Wissens eines Menschen über Energie. Der Mensch kam in den Besitz von mehr Information über Energie, als er jemals zuvor in seiner ganzen Geschichte hatte; im Zusammenhang damit gelangte er in den Besitz von Informationen über die Energie, die sein eigener Mind ist.
Der Körper ist ein Energiemechanismus. Natürlich könnte jemand, der Energie nicht handhaben kann, keinen Körper handhaben.
Er wäre müde, er wäre verstimmt, er wäre unglücklich, er schaut sich um und findet nichts als Energie.
Wenn er sehr viel über Energie wüsste, insbesondere über seine eigene Energie und über den Raum, der ihn umgibt, würde er sich natürlich selbst kennen.
Und das war letzten Endes seit vielen tausend Jahren sein Ziel – sich selbst zu kennen.
Tologie hat ihm dies ermöglicht.

DIE WAHRE GESCHICHTE DER TOLOGY
Die wahre Geschichte der Tologie ist einfach, prägnant und direkt.
Sie ist schnell
erzählt:
1. Ein Philosoph entwickelt eine Philosophie über das Leben und den Tod.
2. Menschen finden sie interessant.
3. Menschen stellen fest, dass sie funktioniert.
4. Menschen geben sie an andere weiter.
5. Sie wächst.
Wenn wir diesen äusserst genauen und sehr kurzen Bericht untersuchen, sehen wir,
dass es in unserer Zivilisation einige sehr störende Elemente geben muss, die beabsichtigen,
dass etwas anderes über die Tologie geglaubt wird.
Diese störenden Elemente sind die Händler des Chaos. Sie handeln mit Verwirrung
und Aufregung. Ihr tägliches Brot wird durch die Verursachung von Chaos verdient. Würde
sich das Chaos vermindern, würden sich auch ihre Einnahmen vermindern.
Der Politiker, der Reporter, der Psychiater mit seiner Elektroschockmaschine, der Drogenhersteller,
der Militarist und Waffenfabrikant, die Polizei und der Leichenbestatter, um die
führenden Namen auf der Liste zu nennen, mästen sich nur an der sogenannten »gefährlichen
Umwelt«. Selbst Einzelpersonen und Familienmitglieder können Händler des Chaos sein.
In ihrem Interesse liegt es, die Umgebung so bedrohlich wie nur möglich erscheinen
zu lassen, denn nur dann können sie Profit ziehen. Ihre Einkommen, ihre Kraft und ihre
Macht steigen im direkten Verhältnis zum Ausmass an Bedrohung, die sie in die Umgebung
der Menschen injizieren können. Mit dieser Bedrohung können sie Einkommen, Geldzuwendungen,
erhöhten Geldumlauf und Lohn fraglos erpressen. Das sind die Händler des Chaos.
Sie nehmen an, wenn sie es nicht erzeugen, kaufen und verkaufen würden, wären sie arm.
Wir sprechen zum Beispiel sorglos von »guter Presse«. Gibt es heute so etwas? Überprüfen
Sie einmal eine Zeitung. Steht da irgend etwas Gutes auf der Titelseite? Vielmehr finden
Sie da Mord, plötzlichen Tod, Streit und Katastrophe. Und selbst das wird noch, obwohl
es schon schlimm genug ist, sensationell aufgebauscht, um es noch schlimmer erscheinen zu
lassen.
Das ist die kaltblütige Herstellung „einer gefährlichen Umwelt“. Menschen brauchen
diese Nachrichten nicht; und wenn sie sie brauchten, dann brauchen sie die Tatsachen, nicht
die Beunruhigung. Aber wenn man einer Person ausreichend zusetzt, kann sie dazu gebracht
werden, ihr Geld herzugeben. Und das ist die Grundformel von Erpressung. Auf diese Weise
werden Zeitungen verkauft. Ihre Wucht bewirkt, dass ihr Inhalt ankommt.
Eine Zeitung muss Chaos und Verwirrung enthalten, ein »Zeitungsbericht« muss
»Konflikt« enthalten, heisst es. Es gibt also keine gute Presse. Über alles gibt es nur schlechte
Presse. In einer Gesellschaft, wo die Händler des Chaos regieren, ist es tollkühn, sich nach
»guter Presse« zu sehnen.
Schauen wir einmal, was mit der wahren Geschichte der Tologie gemacht werden
muss, um sie nach modernen Pressekriterien zu »einer Zeitungsgeschichte zu machen«. Konflikt
muss injiziert werden, wo es gar keinen gibt. Daher muss die Presse Konflikt und Beunruhigung
erfinden. Nehmen wir die erste Zeile. Wie macht man einen Konflikt daraus? Nr. l:
Ein Philosoph entwickelt eine Philosophie über das Leben und den Tod.
Der Chaos-Händler muss hier einen von mehreren möglichen Konflikten einspritzen:
Er sei kein Doktor der Philosophie, müssen sie behaupten. Sie sind niemals unverschämt genug,
um zu sagen, es sei keine Philosophie. Da ihre Ziele sie dazu zwingen, können sie das
endlos fortsetzen und tun es in der Bemühung, die Identität der Person abzuwerten, die diese
Philosophie entwickelt hat.
In Wirklichkeit war der Mann, der die Philosophie entwickelt hat, in akademischen
Fächern und in den Geisteswissenschaften sehr gut unterrichtet, wahrscheinlich allein in formaler
Philosophie besser unterrichtet als Philosophielehrer an Universitäten.
Die Anstrengung hinsichtlich der Forschungs- und Studiumsstunden, die ein Mann
hier vollbracht hat, ist unglaublich und ist ein Rekord, der niemals, soweit die Erinnerung
reicht, erreicht worden ist, aber dem würde man keinen Nachrichtenwert beimessen. Die einfache
Tatsache zu schreiben, dass ein Philosoph eine Philosophie entwickelt hat, ist keine
Nachricht vom Typ der Zeitungsnachrichten und würde die Umwelt nicht beunruhigen. Daher
die ausgefeilten Nachrichtendichtungen über den obigen Punkt Nr. l.
Werfen wir nun einen Blick auf den zweiten Teil der wahren Geschichte. Menschen
finden sie interessant. Es wäre sehr eigenartig, wenn sie sie nicht interessant finden würden,
da sich jeder diese Fragen selbst stellt und nach den Antworten für seine eigene Beingness
(die Annahme oder Wahl einer Identitätsart) sucht; und die Grundwahrheit der Antworten ist
in den Schlussfolgerungen der Tologie beobachtbar.
Um jedoch diese Sache zu »Nachrichten« zu machen, muss sie beunruhigend dargestellt
werden. Die Leute werden so beschrieben, als ob sie gekidnappt oder hypnotisiert worden
sind und als unfreiwillige Opfer herbeigeschleift wurden, um die Bücher zu lesen oder
zuzuhören.
Der Chaos-Händler lässt den Punkt Nr. 3 sehr sorgfältig unbeachtet. Es ist gefährlicher
Boden für ihn. Menschen stellen fest, dass sie funktioniert. Niemals würde von der Presse
irgendein Hinweis auf die Funktionsfähigkeit der Tologie hinzugefügt werden, obwohl es
in der Vorstellung der Presse keinen Zweifel gibt, dass sie funktioniert. Deshalb ist sie gefährlich.
Sie beruhigt die Umwelt. Jede Zeit also, die damit verbracht wird, dass man versucht die
Presse zu überzeugen, dass Tologie funktioniert, ist Zeit, die man damit verbringt, einen
Reporter zu verstimmen.
Bei Nr. 4, Menschen geben sie an andere weiter, fühlt sich die Presse betrogen. »Niemand
sollte irgend etwas glauben, das er nicht in der Zeitung liest. Wie kann man nur wagen,
Mund-zu-Mund-Verbreitung zu haben?« In dem Versuch, Leute vom Zuhören abzuhalten,
muss der Chaos-Händler Wörter wie »Kult« verwenden. Das bedeutet »eine geschlossene
Gruppe«, während jedoch Tologie für jeden die offenste Gruppe auf der Welt ist. Und sie
müssen Organisationen und deren Leute angreifen, um zu versuchen, Leute von Tologie
zurückzuhalten.
Bei Nr. 5 nun, sie wächst, haben wir den wahren Einwand.
Wenn Wahrheit voranschreitet, sterben Lügen. Das Schlachten der Lügen ist eine
Handlung, die einem Chaos-Händler Brot aus dem Munde nimmt. Wenn er nicht mit wilder
Hemmungslosigkeit darüber lügen kann, wie schlimm alles ist, glaubt er zu verhungern.
Die Welt darf einfach nicht ein besserer Ort sein, wenn es nach dem Chaos-Händler
geht. Wären die Menschen weniger beunruhigt, weniger niedergedrückt durch ihre Umwelt,
gäbe es keine neuen Geldzuwendungen für Polizei, für Armeen und für grosse Raketen, und
es gäbe nicht einmal Pfennige für eine schreiende Sensationspresse.
Solange wie Politiker sich durch Skandale nach oben bewegen, die Polizei für mehr
Verbrechen mehr Lohn bekommt, die Ärzte durch mehr Krankheiten reicher werden, so lange
wird es Händler des Chaos geben. Sie werden dafür bezahlt.
Und ihre Bedrohung ist die einfache Geschichte der Tologie. Denn das ist die
wahre Geschichte. Hinter ihrem Fortschritt steht eine ruhigere Umgebung, in der ein Mensch
leben und sich wohler fühlen kann. Wenn Sie es nicht glauben, hören Sie einfach mal für zwei
Wochen auf, Zeitung zu lesen, und beobachten Sie, ob Sie sich wohler fühlen. Stellen Sie sich
vor. Sie hätten alle derartigen Beunruhigungen im Griff!
Der Jammer dabei ist natürlich, dass selbst der Händler des Chaos uns braucht, nicht
um reicher zu werden, sondern einfach, um selbst als Wesen zu leben.
Die wahre Geschichte der Tologie ist also eine einfache Geschichte.
Und zu wahr, um beiseite gelegt zu werden.

ZWEI REGELN FÜR EIN GLÜCKLICHES LEBEN
1. Sei fähig, alles zu erleben.
2. Verursache nur solche Dinge, die andere leicht erleben können.
Die Menschheit hat viele goldene Regeln gehabt. Die buddhistische Regel: »Was du
nicht willst, das man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu«, ist oft in anderen Religionen
wiederholt worden. Aber obschon solche goldenen Regeln dazu dienten, den Menschen über
das Tier hinauszuheben, führten sie jedoch nicht zu sicherer geistiger Gesundheit, Erfolg oder
Glück. Eine solche goldene Regel gibt nur den Ursachepunkt2 an oder bestenfalls den reflexiven
Wirkungspunkt3. Das ist eine Sache, die man sich selbst zufügt und die dazu neigt, alles
zu zwanghafter Ursache zu machen. Es wird kein Gedanke darauf verwendet, was man mit
den Dingen macht, welche einem von anderen angetan werden, die nicht so unterrichtet wurden.
Wie handhabt man die bösen Dinge, die einem angetan wurden? Das wird in der buddhistischen
Regel nicht gesagt. Viele zufällige Antworten kamen dabei heraus. Darunter die
Antworten der christlichen Wissenschaft (Wirkungen auf einen selbst existieren nicht), die
Antworten der frühen Christen (werde ein Märtyrer), die Antworten der christlichen Geistlichen
(verdamme alle Sünden). Solche Antworten zu Wirkungen, die bei jemandem hervorgebracht
werden, bringen einen etwas weniger als geistig gesunden Zustand des Minds hervor –
ganz zu schweigen vom Unglücklichsein.
Nachdem jemandes Haus abgebrannt und die Familie eingeäschert ist, ist es kein grosser
Trost, l) so zu tun, als sei es nicht geschehen, 2) sich mit Hiob zu vergleichen oder 3) alle
Brandstifter zu verdammen.
Solange man die Wirkung der Gewalt fürchtet oder an ihr leidet, so lange wird man
Gewalt gegen sich haben. Wenn man genau erleben kann, was einem angetan wird, o Wunder
– dann geschieht es nicht!
Wie man in diesem Universum glücklich sein kann, ist ein Problem, über das wenige
Propheten oder Weise direkt nachzusinnen wagten. Wir stellen fest, dass sie das Problem des
Glücklichseins »lösen«, indem sie uns versichern, dass der Mensch zum Leiden verurteilt sei.
Sie versuchen uns nicht zu sagen, wie man glücklich sein kann, sondern wie Unglücklichsein
zu ertragen ist. Diese zufällige Annahme, dass Glücklichsein unmöglich ist, hat uns dazu geführt,
jede wirkliche Untersuchung von Wegen zum Glücklichsein zu ignorieren. Deshalb
sind wir auf ein negatives Ziel hingestolpert – werde alles Unglücklichsein auf der Erde los –
und wir hätten eine bewohnbare Erde. Wenn man fortwährend etwas loszuwerden versucht,
dann gesteht man fortwährend ein, dass man es nicht konfrontieren (jemanden oder etwas
konfrontieren: ins Auge sehen, ohne zurückzuschrecken oder auszuweichen) kann
und somit ging es mit allen bergab. Das Leben wurde eine immer enger werdende Spirale von immer
mehr Dingen, die wir nicht konfrontieren konnten. Und folglich bewegten wir uns auf
Blindheit und Unglücklichsein zu.
Um glücklich zu sein, muss man imstande sein zu konfrontieren, d.h. diejenigen Dinge,
die existieren, zu erleben.
Unglücklichsein ist nur eines: Die Unfähigkeit, das, was ist, zu konfrontieren.
Daher, 1) Sei fähig, alles zu erleben.
Die Wirkungsseite des Lebens verdient eingehende Betrachtung. Die selbstverursachte
Seite verdient ebenfalls eine Untersuchung.
Nur diejenigen Wirkungen zu verursachen, die andere leicht erleben können, gibt uns
eine klare, neue Lebensregel. Denn, wenn man dies befolgt, was könnte man dann tun, das
man vor anderen zurückhalten muss? Es gibt keinen Grund, seine eigenen Aktionen zurückzuhalten
oder sie zu bereuen (was die gleiche Sache ist), wenn die eigenen Aktionen von anderen
leicht erlebt werden.
Dies ist ein weitreichender Test (und eine weitreichende Definition) guten Verhaltens
– nur diejenigen Dinge zu tun, die andere erleben können.
Wenn Sie Ihr Leben untersuchen, werden Sie feststellen, dass Sie nur von denjenigen
Handlungen einer Person geplagt werden, die andere nicht zu empfangen imstande waren.
Infolgedessen kann das Leben einer Person ein Mischmasch aus zurückgehaltener Gewalt
werden, welche dann die von anderen verursachte Gewalt hereinzieht.
Je mehr Aktionen eine Person hervorbrachte, die von anderen nicht erlebt werden
konnten, um so schlimmer wurde das Leben einer Person. Mit der Erkenntnis, dass sie
schlechte Ursache war oder dass es schon zu viele schlechte Ursachen gab, hörte eine Person
auf, Dinge zu verursachen – ein unglücklicher Seinszustand.
Schmerz, Missemotion4, Bewusstlosigkeit, Geisteskrankheit, all dies kommt von der
Verursachung von Dingen, die andere nicht leicht erleben konnten. Das Phänomen Hingreifen/
Zurückhalten ist die Grundlage all dieser Dinge. Versuchte man auf solch eine Weise hinzugreifen,
dass es für einen anderen unmöglich gemacht würde, es zu erleben, hat man nicht
hingegriffen, nicht wahr? Mit einem Gewehr nach einer Person »hinzulangen«, die nicht gewillt
ist, erschossen zu werden, ist kein Erreichen der Person, sondern eines Protests. Jedes
schlechte Hingreifen kam niemals an. Also gab es keine Kommunikation, und das Endergebnis
war eine Zurückhaltung seitens der hingreifenden Person. Dieses Hingreifen/Zurückhalten
wurde schliesslich eine Unfähigkeit hinzugreifen – daraus folgt geringe Kommunikation, geringe
Realität (der durch zwei Enden einer Kommunikationslinie erreichte Grad an Übereinstimmung),
geringe Affinität (Ausmass des Mögens oder der Zuneigung oder der Mangel davon).
Kommunikation ist jemandes Mittel, andere zu erreichen. Folglich, ist jemand nicht
imstande hinzugreifen, wird seine Fähigkeit zu kommunizieren niedrig sein; und seine Realität
wird niedrig sein;denn wenn man nicht imstande ist zu kommunizieren, wird man andere nicht wirklich
kennenlernen; und wenn man wenig oder nichts über andere weiss, hat man ihnen gegenüber
auch kein Gefühl, also wird die Affinität niedrig sein. Affinität, Realität und Kommunikation
gehen Hand in Hand; und wenn eines dieser drei hoch ist, werden auch die anderen beiden
hoch sein; wenn aber eines gering ist, so werden auch die anderen gering sein.
Alle schlechten Taten sind diejenigen Taten, die auf der Seite des Ziels nicht leicht erlebt
werden können.
Wollen wir doch einmal nach dieser Definition unsere eigenen »schlechten Taten«
überprüfen. Welche waren schlecht? Nur diejenigen, die von einem anderen nicht leicht erlebt
werden konnten, waren schlecht. Welche der von der Gesellschaft herausgestellten schlechten
Taten sind also schlecht? Wirkliche Gewalttaten, die zu Schmerz, Bewusstlosigkeit, Geisteskrankheit
und schwerem Verlust führen, könnten zu diesem Zeitpunkt als schlecht angesehen
werden. Nun, und welche anderen Ihrer Handlungen betrachten Sie als »schlecht«? Die Dinge,
die Sie getan haben, die Sie selbst nicht leicht erleben konnten, waren schlecht. Aber die
Dinge, die Sie getan haben, die Sie selbst hätten erleben können, wenn sie Ihnen angetan
worden wären, waren nicht schlecht. Das verändert ganz bestimmt die eigene Sicht von Dingen!
Es gibt keine Notwendigkeit, ein gewalttätiges Leben zu führen, nur um zu beweisen,
dass man erleben kann.
Die Idee ist nicht, zu beweisen, dass man erleben kann, sondern die Fähigkeit zu erleben
wiederzugewinnen.
Daher haben wir heute zwei goldene Regeln zum Glücklichsein:
1. Sei fähig, alles zu erleben.
2. Verursache nur solche Dinge, die andere leicht erleben können.
Ihre Reaktion darauf sagt Ihnen, wie weit Sie noch zu gehen haben.
Und wenn Sie diese zwei goldenen Regeln erreichen, werden Sie einer der glücklichsten
und erfolgreichsten Menschen in diesem Universum, denn wer könnte Sie mit Bösem beherrschen?

WAS IST DAS GRUNDLEGENDE GEHEIMNIS?
Beim allgemeinen Studium der Welt und ihrer Angelegenheiten stellen wir fest, dass
der einzige Weg, einen Sklaven hervorzubringen – als ob irgend jemand einen wollte – darin
besteht, die Frage, worum es bei allem geht, mit einer ungeheuren Menge Geheimnis zu umgeben
und dann eine überwältigende Ladung5 auf der Geheimnislinie zu entwickeln. Nicht
nur ein Geheimnis aufzubauen, sondern es dann wirklich gut zu verkaufen; irgendeine falsche
Antwort für das Geheimnis zu verkaufen.
Der Mensch ist daran so sehr gewöhnt, dass er, wenn Sie daherkommen und ihm eine
vollkommen gute Lösung in die Hände legen, sie fallen lässt wie eine heisse Kartoffel, denn
er weiss, was alle Antworten sind: Alle Antworten entstammen Geheimnissen mit falschen
Lösungen, und alle Geheimnisse haben früher oder später ihren Preis.
Die Entwicklung des Geheimnisses selbst stammt aus den zwischenmenschlichen Beziehungen
und dem allgemeinen Konflikt des Menschen mit seinen Mitmenschen und mit
seiner Umwelt usw. Und das grundlegende Geheimnis ist: Wer ist er? Es gibt kein grundlegenderes
Geheimnis als dieses – »Wer ist dieser Mensch dort?« Das ist der Beginn der Individualisierung,
nicht des Individualismus, sondern der Individualisierung, wo man sich von
allen zurückzieht und sagt: »Ich bin ich, und die sind eben, die, und Gott weiss, was die im
Sinn haben!« Nach einer Weile nimmt der Bursche dies dann aus dem nahezu gotteslästerlichen
Bereich heraus und setzt es in Anbetung um, und er sagt: »Nun, Gott weiss, was die im
Sinn haben, und er wird mich schützen.«
So, was haben wir also hier im Grunde? Im Grunde haben wir hier ein Geheimnis, wer
der Mitmensch ist. »Wissenschaft« bedeutet ursprünglich Wahrheit, und heute bedeutet es
Forschungsgelder. Die Wissenschaft hat das grundlegende Geheimnis so sehr aufgegeben,
dass sie glaubt, es gäbe ein Geheimnis darüber, was ein Fussboden ist, was eine Decke ist,
was Raum ist. Das ist wirklich ein sehr erfundenes Geheimnis, denn dieser Fussboden und
diese Decke und dieser Raum sind das, was Sie und ich in Übereinstimmung hingesetzt haben,
und das ist so ungefähr alles, was dazu zu sagen wäre.
Überall, wo wir ein Geheimnis haben, haben wir normalerweise eine Nichtübereinstimmung
oder ein Missverständnis oder ein Aus-der-Kommunikation-her-aus-Sein gehabt.
Und das ist im Grunde alles, worum es dabei geht. Jemand musste mit der Person, die er anschaute,
eine Nichtübereinstimmung haben. Ursprünglich wusste er darüber Bescheid, und er
wollte nicht wissen, wer dieser Bursche dort war. Er wollte nichts über die Situation wissen,
denn er hatte eine Lektion gelernt: Wenn er damit kommunizieren würde, dann würde ihm
nachgewiesen werden, dass er im Unrecht ist!
Wir hatten also einige Leute in unserer Mitte – Sie eingeschlossen – , die »dieses« hinstellen
würden und sagen, es sei ein »jenes«. Dann würden diese Dinge irgendwie so verdreht,
und sie würden sagen: »Warum kommunizierst du nicht mit diesem?«, und dann würden Sie
sagen: »Du hast mit jenem kommuniziert.« Und nach einer Weile sagt jemand: »Ahh. Ich
möchte mit keinem von beiden kommunizieren. Zum Teufel damit. Wen kümmert’s,
was diese Sachen sind – ich will’s nicht wissen.« Und danach ist er erledigt. Er hat gesagt: »Ich will
es nicht wissen«, und somit hatte er ein Geheimnis irgendwo ihm gegenüber sitzen. Und er
ging so weit in diese Richtung des Nichtwissen-Wollens, dass er nach einer Weile meinte, er
wüsste nicht. Dann ging er von dort weiter und sagte: »Es ist unmöglich zu wissen.«
Wo immer der Mensch feststellt, dass ihm Geheimnisse eingeflösst wurden, dass er
völlig in sie versunken und von ihnen umgeben ist, steht er in Wirklichkeit in Konflikt mit
sich selbst und nur mit sich selbst. Das ist der Grund, warum Prozessing6 funktioniert.

DIE EINZIGE ABERRATION IST VERLEUGNUNG SEINER SELBST:
Niemand anderes als Sie kann Ihnen irgend etwas tun. Das ist eine schreckliche Lage.
Sie können sich selbst etwas antun, aber Ihr Postulat8, Ihre Übereinstimmung oder Ihre Nichtübereinstimmung
ist nötig, bevor Ihnen irgend etwas geschehen kann. Menschen müssen damit
übereinstimmen, krank zu sein; sie müssen damit übereinstimmen, dumm zu sein; sie
müssen damit übereinstimmen, in Geheimnissen zu stecken.
Menschen sind die Opfer ihres eigenen Zurückschreckens. Sie sind die Opfer ihrer eigenen
Postulate, die Opfer ihres eigenen Glaubens, dass sie unzulänglich seien.
Eine Person muss ihre eigene Aberration ins Dasein postulieren, ihr eigenes Zurückschrecken,
ihre eigene Dummheit, ihren eigenen Mangel an Vertrauen und ihr eigenes Unglück.

DIE SUCHE DES MENSCHEN NACH SEINER SEELE
Seit zahllosen vergangenen Zeitaltern ist der Mensch mit einer Suche beschäftigt gewesen.
Alle Denker in allen Zeitaltern haben ihre Meinung und ihre Betrachtung dazu beigetragen.
Kein Wissenschaftler, kein Philosoph, kein Führer hat versäumt, etwas dazu zu bemerken.
Milliarden von Menschen sind für die eine oder andere Meinung über diese Suche
gestorben, und keine Zivilisation aus lang vergangenen oder gegenwärtigen Zeiten bestand
ohne einen Kampf, der auf dieses Konto ging.
Die menschliche Seele ist für den zivilisierten und für den barbarischen Menschen
gleichermassen eine unerschöpfliche Quelle des Interesses, der Aufmerksamkeit, des Hasses
oder der Anbetung gewesen.
Zu sagen, dass ich die Lösung für alle Rätsel der Seele gefunden habe, wäre ungenau
und anmassend. Das Wissen ausser Acht zu lassen, das ich gefunden habe, und es nicht bekannt
zu machen, nachdem ich seinen Nutzen beobachtet habe, wäre eine Unterlassungssünde
gegenüber der Menschheit. Nach 31 Jahren der Nachforschung und des Denkens und nach 15
Jahren öffentlicher Tätigkeit, in der ich das Material in der Praxis beobachtete und seine Ergebnisse
sah, kann ich verkünden, dass in dem Wissen, das ich entwickelt habe, die Lösung
für dieses Rätsel, für dieses Geheimnis, für dieses Problem – die menschliche Seele – liegen
muss, denn ich habe gesehen, wie unter meinen Händen und den Händen anderer das Beste
im Menschen wiederhergestellt wurde.
Seit der Zeit, als ich zum ersten Mal einen Theta-Clear9 geschaffen habe, bin ich, mit
einigem Widerstreben, ausserhalb jeglichen Bereichs des wissenschaftlich Bekannten gewesen;
und jetzt, da ich selbst ein halbes Hundert geklärt habe, und die von mir trainierten Auditoren10
ein Vielfaches davon klärten, muss ich der Tatsache ins Auge sehen, dass wir diesen
Grenzpunkt erreicht haben, wo sich Wissenschaft und Religion treffen, und wir müssen jetzt
damit aufhören vorzugeben, dass wir uns nur mit materiellen Zielen beschäftigen.
Wir können uns nicht mit dem Bereich der menschlichen Seele beschäftigen und diese
Tatsache ignorieren. Der Mensch hat diese Suche zu lange verfolgt, als dass hier ihr glücklicher
Höhepunkt durch vage und wissenschaftliche Begriffe gedämpft werden sollte.
Religion, nicht Wissenschaft, hat diese Suche, diesen Krieg, durch die Jahrtausende
hindurch vorangetragen. Die Wissenschaft hat fast den Menschen mit einer Ideologie verschluckt,
die die Seele abstreitet – ein Symptom des Scheiterns der Wissenschaft auf dieser
Suche.

9 Theta-Clear: Eine Person, die durch Tologie-Prozessing die Gewissheit ihrer Identität als Wesen erreicht
hat und getrennt von der Identität des Körpers ist. Die Begriffe Clear, Clearing (klären) usw. kamen ursprünglich
durch Vergleich mit einer Addiermaschine in Verwendung. Wenn einige Zahlen in der Maschine heruntergehalten
werden, kommt man bei der Addition einer Reihe von Zahlen zu falschen Lösungen. Wenn die heruntergehaltenen
Zahlen dann geklärt (gelöscht, engl. cleared) werden, kommt man zu richtigen Lösungen. Aberration
wird mit den heruntergehaltenen Zahlen verglichen. Daher kommt der Begriff »Clearing« (klären); ein
Tologie-Clear ist jemand, der von Aberrationen geklärt worden ist und der eine äusserst hohe Stufe geistiger
Freiheit und Fähigkeit erreicht hat.
10 Auditor: Jemand, der die Tologie-Technologie an einer anderen Person anwendet.
Man kann jetzt nicht den Verräter an den Männern Gottes spielen, die in diesen vergangenen
Zeitaltern versucht haben, den Menschen aus der Dunkelheit herauszubringen.
Wir in Tologie gehören in die Reihen der Wahrheitssucher, nicht in die Nachhut
der Hersteller der Atombombe.
Die Wissenschaft hat jedoch auch ihre Rolle in diesen Bemühungen gespielt; und die
Kernphysik, ganz gleich, welches Verbrechen sie gegen die Menschheit begeht, kann doch
noch gerettet werden, weil sie dabei geholfen hat, die Seele für den Menschen zu finden, derer
die Wissenschaft ihn schlichtweg beraubt hatte.
Kein Auditor kann vor den Ergebnissen, die er heute erreicht, einfach seine Augen
verschliessen oder es versäumen, sie den von ihm früher verwendeten, materialistischen
Technologien übergeordnet zu sehen. Denn wir können mit allem anderen, was wir wissen,
wissen, dass die menschliche Seele, befreit, die einzige wirksame therapeutische Kraft ist, die
wir haben. Aber unsere Ziele gehen ungeachtet der Wunder, die wir heute an Körpern vollbringen,
über körperliche Gesundheit und bessere Menschen hinaus.
Tologie ist die Wissenschaft des Wissens, wie man weiss. Sie hat uns gelehrt, dass
ein Mensch seine eigene unsterbliche Seele IST. Wir haben kaum eine andere Wahl, als einer
Welt zu verkünden, dass die Kernphysik und die Religion sich verbündet haben, ganz gleich,
wie sie es aufnimmt, und dass wir in Tologie jene Wunder vollbringen, auf die der
Mensch während seiner ganzen Suche gehofft hat.
Der einzelne mag Gott hassen oder Priester verachten. Er kann jedoch nicht den Beweis
ignorieren, dass er seine eigene Seele ist. Somit haben wir unser Rätsel gelöst und sahen,
die Antwort war einfach.
mand, der zuhört.

DAS MOTIV
Das Leben kann man am besten verstehen, wenn man es mit einem Spiel vergleicht.
Da wir bei vielen Spielen Aussenstehende sind, können wir diese sachlich und unparteiisch
betrachten. Ständen wir dem Leben als Aussenstehende gegenüber, anstatt darin verwickelt
und versteckt zu sein, würden wir es etwa so sehen, wie wir jetzt andere Spiele von unserem
günstigen Beobachtungspunkt aus sehen.
Trotz der Vielzahl an Leiden und Schmerzen, Elend, Kummer und Mühsal, die im Leben
vorhanden sein können, ist der Sinn des Daseins derselbe wie bei einem Spiel – nämlich:
Interesse, Wettstreit, Aktivität und Besitz. Die Wahrheit dieser Behauptung wird dadurch
nachgewiesen, dass man die Spielfaktoren untersucht und sie anschliessend auf das Leben
überträgt. Wir werden dann finden, dass keiner dieser Faktoren im Leben fehlt.
Unter Spiel verstehen wir den Wettstreit zwischen zwei Personen oder zwei Mannschaften
(Teams). Wenn wir Spiel sagen, dann denken wir an Spiele wie Fussball, Tennis,
Schach oder an einen ähnlichen Zeitvertreib. Vielleicht hat es Sie schon einmal seltsam berührt,
dass Menschen auf dem Spielfeld nur des »Amüsements« wegen körperlichen Schaden
riskieren. So mag es Ihnen ebenso seltsam vorkommen, dass sich Menschen am Leben beteiligen
oder sich ins »Spiel des Lebens« stürzen, mit dem Risiko von Sorgen, Mühsal und
Schmerz, nur um etwas zu tun zu haben. Offenbar gibt es keinen grösseren Fluch als völligen
Müssiggang. Natürlich gibt es auch die Situation, wo ein Mensch ein Spiel weiterspielt, an
dem er nicht mehr interessiert ist.
Wenn Sie sich nur einmal in Ihrem Zimmer umsehen, um Dinge zu entdecken, an denen
Sie nicht interessiert sind, werden Sie etwas Bemerkenswertes feststellen. Sie werden
schnell herausfinden, dass sich in dem Zimmer nichts befindet, was nicht Ihr Interesse besässe.
Sie interessieren sich für alles. Nichtinteresse gehört aber auch zu den Spielmechanismen.
Will man beispielsweise etwas verbergen, braucht man nur zu erreichen, dass sich niemand
für den Ort interessiert, an dem der Gegenstand versteckt liegt. Nichtinteresse ist nicht eine
unmittelbare Folge von erloschenem Interesse. Nichtinteresse ist eine eigenständige, nützliche
Sache. Man kann es fühlen; es ist tatsächlich vorhanden.
Durch das Studium der Elemente (Faktoren) von Spielen (Wettstreiten) kommen wir
in den Besitz der Elemente des Lebens.
Das Leben ist ein Spiel. Ein Spiel besteht aus Freiheit, Schranken und Absichten. Das
ist wissenschaftlich bewiesen, nicht nur eine Beobachtung.
Freiheit gibt es da, wo es Schranken gibt. Alles begrenzende Schranken und absolute
Freiheit sind gleichermassen Umstände, unter denen kein Spiel existiert. Beide Situationen
wären gleichermassen grausam und sinnlos.
Grosse revolutionäre Bewegungen schlagen fehl. Sie versprechen unbegrenzte Freiheit.
Das ist der Weg zum Misserfolg. Nur einfältige Phantasten faseln von unendlicher Freiheit.
Nur der Ängstliche und der Unwissende sprechen über endlose Schranken und bestehen
auf ihnen.
Wenn sich das Verhältnis zwischen Freiheit und Schranken zu sehr auf eine Seite verlagert,
wird der Mensch unglücklich. »Freiheit von« ist in Ordnung, solange es die Möglichkeit
gibt, die Freiheit w etwas zu haben. Endloses Trachten nach der Freiheit von ist eine perfekte
Falle, eine Furcht vor allen möglichen Dingen.
Schranken bestehen aus hemmenden (einschränkenden) Ideen, Raum, Energie, Massen
und Zeit. Totale Freiheit wäre gänzliches Fehlen dieser Dinge – aber es wäre auch eine
Freiheit ohne Denken und Handeln, ein unglücklicher Zustand des absoluten Nichts.
Wenn der Mensch durch zu viele Schranken fixiert ist, sehnt er sich nach Freiheit. Ist
er dagegen plötzlich völliger Freiheit ausgeliefert, wird er ziellos und unglücklich. Er braucht
einen Gradienten (ein graduelles oder stufenweises Herangehen an etwas).
Freiheit existiert zusammen mit Schranken. Sobald Schranken und Freiheit bekannt
sind, gibt es Leben, Glücklichsein und ein Spiel.
Die Einschränkungen, die einem Menschen durch eine Regierung oder eine Arbeitsstelle
auferlegt werden, geben ihm seine Freiheit. Ohne bekannte Schranken ist der Angestellte
ein Sklave, der bei all seinen Handlungen zu angstvoller Ungewissheit verurteilt ist.
Es gibt drei Fehler, die leitende Angestellte der Geschäftswelt und führende Beamte
des Staates begehen können, wodurch sie Chaos in ihrem Bereich anrichten würden. Sie können:
1. scheinbar grenzenlose Freiheit gewähren,
2. scheinbar zahllose Schranken auferlegen,
3. weder Freiheit noch Schranken eindeutig bestimmen.
Die Fähigkeit zu führen besteht also darin, fähig zu sein, den Untergebenen das richtige
Gleichgewicht zwischen Freiheit und Schranken aufzuerlegen und es durchzusetzen und
dabei Freiheit und Schranken genau festzulegen und konsequent einzuhalten. Wenn solch ein
leitender Angestellter zusätzlich noch Initiative und Zielstrebigkeit zeigt, wird sich auch seine
Abteilung durch Initiative und Zielstrebigkeit auszeichnen.
Ein Angestellter, der nur auf Freiheit pocht und auf ihr beharrt, wird zum Sklaven
werden. Wenn er die obigen Tatsachen kennt, muss er auf einem vernünftigen Gleichgewicht
zwischen Freiheit und Schranken bestehen.
Es gibt verschiedene Einstellungen, die zum Glücklichsein führen. Die Einstellung,
die ausschliesslich auf Freiheit pocht, kann nur Unglück bringen. Es wäre besser. Gedankengänge
zu entwickeln, mit deren Hilfe man nach neuen Wegen zum Eingeschränktsein und
Einschränkungen sucht, als schliesslich unter totale Versklavung zu fallen, die entsteht, wenn
man nur auf Freiheit baut. Der Mensch, der bereitwillig Hindernisse und Schranken akzeptiert
und sich nicht vor ihnen fürchtet, ist frei. Wer immer nur gegen Schranken und Hindernisse
kämpft, wird gewöhnlich gefangen.
Wie man bei jedem Spiel beobachten kann, stossen Absichten gegen Absichten. Bei
fast jedem Spiel, das von zwei Teams auf dem Spielfeld ausgetragen wird, gibt es die Situation
Absicht-gegen-Absicht. Jede Mannschaft möchte bei der anderen Tore schiessen.
Ihre Absichten stehen im Kampf gegeneinander, und dieser Kampf der Absichten ist es, der ein Spiel ausmacht.
Aus dem Kampf der Absichten ergibt sich für uns das, was wir Probleme nennen. Ein
Problem besteht aus zwei oder mehreren Absichten, die gegeneinander gerichtet sind. Gleichgültig,
welchem Problem Sie gegenüberstehen oder gegenüberstanden, der grundlegende Aufbau
jenes Problems ist Absicht-gegen-Absicht.
In der Tologie hat man durch tatsächliche Untersuchungen entdeckt, dass ein
Mensch unter Problemen zu leiden beginnt, wenn er zu wenige davon hat. Es gibt eine alte
Weisheit, die sagt: »Soll etwas erledigt werden, gib es einem beschäftigten Mann.« Ebenso:
»Wenn du einen guten Partner oder Freund willst, dann suche einen, der imstande ist, viele
Probleme zu haben.«
Wir erleben die Eigentümlichkeit, dass es eine grosse Anzahl neurotischer Verhaltensweisen
in wohlhabenden Familien gibt. Diese Leute haben sehr wenig zu tun und haben
sehr wenige Probleme. Die Grundprobleme Ernährung, Kleidung und Obdach sind für sie
bereits gelöst. Wenn es wahr wäre, dass das Glücklichsein des Menschen allein von seiner
Freiheit abhinge, so könnten wir annehmen, dass diese Leute glücklich wären. Sie sind es
aber nicht. Was macht sie unglücklich? Es ist der Mangel an Problemen.
Unglücklich ist der Mensch, der andauernd Betrachtungen darüber anstellt, wie er frei
werden kann. Man sieht das beispielsweise an dem Büroangestellten, der ständig versucht,
sich vor der Arbeit zu drücken.
Obwohl er eine Menge Freizeit hat, kann er sich überhaupt nicht daran erfreuen. Er
versucht, den Kontakt mit Leuten, Gegenständen, Energien und Räumen zu meiden. Schliesslich
wird er in einer Art Lethargie (Teilnahmslosigkeit, Interesselosigkeit) gefangen. Könnte
dieser Mann nur seine Einstellung ändern und beginnen, sich darüber »Sorgen zu machen«,
wie er mehr Arbeit erledigen könnte, würde er sichtlich glücklicher werden. Wer immer nur
daran denkt, wie er aus bestimmten Situationen wieder herauskommt, wird sich elend fühlen.
Jemand, der sich bemüht und versucht, an allem teilzunehmen, hat eine viel grössere Chance,
glücklich zu werden.
Natürlich gibt es auch den Fall, in dem man gezwungen wird, an Spielen teilzunehmen,
an denen man kein Interesse hat. – Ein Krieg, zu dem man eingezogen wird, ist ein ausgezeichnetes
Beispiel dafür. Man ist nicht an den Zielen des Krieges interessiert und stellt
dennoch fest, dass man in ihm kämpft. Es muss also noch ein weiteres Spielelement geben,
und das ist die »freie Entscheidungsfähigkeit«.
Man könnte also sagen, dass das Leben ein Spiel ist und dass die Fähigkeit, es zu spielen,
aus Toleranz für Freiheit und Schranken besteht und einem Einblick in Absichten, wobei
Entscheidungsfreiheit über Teilnahme gewährleistet sein muss.
Diese vier Elemente – Freiheit, Schranken, Absichten und Entscheidungsfreiheit –
sind die leitenden Faktoren des Lebens. Nur zwei Faktoren stehen noch darüber, die aber beide
mit ihnen verknüpft sind. Der erste ist die Fähigkeit zum Erschaffen – natürlich mit dem
dazugehörigen Gegenstück, der Fähigkeit zum Nichterschaffen – , der zweite Faktor ist die
Fähigkeit, ein Postulat aufzustellen (eine Betrachtung anzustellen, etwas zu sagen und es
wahr zu machen). Das ist also im grossen und ganzen das Leben. Diese Elemente werden benutzt,
um das Leben zu verstehen, es richtig einzustellen und es weniger verwirrend zu machen.

WAS IST WISSEN?
Wissen ist Gewissheit; Wissen ist nicht Daten. Wissen selbst ist Gewissheit. Geistige
Gesundheit ist Gewissheit, vorausgesetzt lediglich, dass diese Gewissheit nicht ausserhalb der
Überzeugung eines anderen liegt, wenn er es anschaut.
Um eine Gewissheit zu erlangen, muss man fähig sein zu beobachten. Was aber ist die
notwendige Gewissheitsstufe? Und was ist das notwendige Beobachtungsniveau, damit es
eine Gewissheit oder ein Wissen geben kann?
Wenn ein Mensch vor einem Baum stehen kann und aufgrund seines Sehvermögens
durch Berührung oder durch eine andere Wahrnehmung wissen kann, dass er einem Baum
gegenübersteht, und wenn er imstande ist, seine Form wahrzunehmen und sich ganz sicher
sein kann, dass er einem Baum gegenübersteht, dann haben wir das erforderliche Gewissheitsniveau.
Wenn dieser Mensch nicht auf den Baum schauen will oder wenn er – obwohl es
für andere offensichtlich ein Baum ist – entdeckt, es sei ein Grashalm oder eine Sonne, dann
ist er unterhalb des erforderlichen Gewissheitsniveaus. Eine andere hilfreich geneigte Person
müsste seine Wahrnehmung auf den Baum hinlenken, bis der Mann ohne Zwang wahrnähme,
dass es wirklich ein Baum ist, dem er gegenübersteht. Das ist das einzig erforderliche Gewissheitsniveau,
um Wissen zu bestimmen, denn Wissen ist Beobachtung und denjenigen gegeben, die schauen.
Um Wissen und Gewissheit zu erlangen, ist es notwendig, imstande zu sein, drei Universen
zu beobachten, in denen es Bäume geben könnte. Das erste davon ist das eigene Universum;
man sollte imstande sein, aus eigener Beobachtung einen Baum in seiner vollständigen
Form mit dem Ergebnis einer vollständigen Wahrnehmung zu erschaffen. Das zweite
Universum wäre das materielle Universum, das Universum aus Materie, Energie, Raum und
Zeit, und der gemeinsame Boden, auf dem wir alle stehen. Das dritte Universum ist in Wirklichkeit
eine Klasse aus Universen, und sie könnte »das Universum des anderen« genannt
werden, denn er und die Klasse »der anderen« haben ihre eigenen Universen.
Ein Arzt kann zum Beispiel über die Ursache einer Krankheit vollständig sicher scheinen;
dennoch hängt es von der Gewissheit des Arztes ab, dass der Laie die Ursache der
Krankheit akzeptiert. Für den Arzt ist es eine Gewissheit, dass Penicillin bestimmte Dinge
kuriert, selbst wenn es plötzlich in unerklärlicher Weise etwas nicht heilt. Irgendein unerklärbares
Versagen bringt eine Ungewissheit herein, die das Fach danach aus dem Bereich, in
dem man leicht Gewissheit erlangen kann, entfernt.
Folglich haben wir hier eine Parallele zwischen Gewissheit und geistiger Gesundheit.
Je weniger Gewissheit jemand bezüglich irgendeiner Sache hat, um so weniger geistig
gesund könnte er in bezug auf diese Sache genannt werden. Je weniger gewiss er sich dessen
ist, was er im materiellen Universum anschaut, was er in seinem eigenen oder dem Universum
eines anderen anschaut, um so weniger geistig gesund könnte er genannt werden.
Der Weg zur geistigen Gesundheit ist nachweislich der Weg zu gesteigerter Gewissheit.
Ganz gleich auf welcher Stufe man beginnt, braucht man lediglich ein ordentliches Mass
an Gewissheit über das materielle Universum zu erlangen, um seine Beingness (die Annahme
oder Wahl einer Identitätsart, z.B. der eigene Name, der Beruf, den man hat, körperliche
Merkmale) beträchtlich zu verbessern. Darüber hinaus erlangt man einige Gewissheit über
sein eigenes Universum und einige Gewissheit über das Universum des anderen.
Gewissheit ist also Klarheit in Beobachtung. Darüber steht natürlich – und das ist äusserst
wichtig – Gewissheit im Erschaffen. Hier finden wir den Künstler, den Meister und den
wirklich grossen Geist.
Beim Vorwärtsgehen entdeckt man, dass das, was man anfangs als Gewissheit wahrnahm,
beträchtlich verbessert werden kann. Wir sehen Gewissheit somit als eine Gradientenskala11.
Sie ist kein Absolutum, sondern sie ist als die Gewissheit definiert, dass man wahrnimmt,
oder die Gewissheit, dass man erschafft, was man wahrnimmt, oder die Gewissheit,
dass es Wahrnehmung gibt. Geistige Gesundheit und Wahrnehmung, Gewissheit und Wahrnehmung,
Wissen und Beobachtung, sind also alle von derselben Art, und mitten unter ihnen
haben wir geistige Gesundheit.
Der Weg in die Ungewissheit führt auf psychosomatische Krankheit, Zweifel, Ängste,
Furcht, Sorgen und schwindendes Bewusstsein hin. In dem Masse, wie Bewusstsein vermindert
wird, nimmt Gewissheit ab.
Es ist für Leute auf höheren Bewusstseinsstufen sehr rätselhaft, warum die Menschen
sich ihnen gegenüber so verhalten, wie sie sich verhalten. Solche Leute auf höheren Stufen
haben nicht erkannt, dass sie nicht gesehen und noch viel weniger verstanden werden. Menschen
auf niedrigen Bewusstseinsstufen beobachten nicht, sondern ersetzen Beobachtung
durch Vorurteile, Bewertung und Vermutungen und sogar durch körperlichen Schmerz, um
damit ihre Gewissheiten zu erlangen.
Die fälschliche Verwendung von Schockbehandlung an Geisteskranken bei den alten
Griechen, die Verwendung von Peitschen im alten Bedlam12, all das waren Versuche, dem
Geisteskranken in genügendem Masse Gewissheit zu vermitteln, um sie weniger geisteskrank
zu machen.
Gewissheit, vermittelt durch Schläge und Strafen, ist eine nicht-selbstbestimmte Gewissheit.
Sie produziert Reiz-Reaktions-Verhalten. Ein Hund zum Beispiel, der geschlagen
worden ist, wird auf einen gegebenen Reiz hin immer auf dieselbe Weise reagieren, vorausgesetzt,
dass er genügend geschlagen wurde. Wurde er aber zu sehr geschlagen, wird der Reiz
lediglich zu einer verwirrten Bestürzung führen. Daher erzeugt Gewissheit, vermittelt durch
Schläge, durch Anwendung von Zwang, schliesslich eine Gewissheit, die so absolut ist, wie
man es sich nur wünschen könnte – absolute Unbewusstheit. Bewusstlosigkeit selbst ist eine
Gewissheit, die von vielen Personen angestrebt wird, die wiederholt daran gescheitert sind,
irgendeine hohe Stufe von Bewusstseinsgewissheit zu erreichen. Diese Leute ersehnen dann
eine Gewissheit der Unbewusstheit. Es scheint also, dass der Hunger nach Gewissheit jemanden
zum Vergessen hinführen kann, wenn man sie als Wirkung anstrebt. Eine Ungewissheit
ist das Produkt zweier Gewissheiten. Die eine von diesen ist eine Überzeugung, ob man nun
durch Beobachtung (ursächlich) oder durch einen Schlag (als Wirkung) dahin gekommen ist.
Die andere ist eine negative Gewissheit. Man kann sicher sein, dass etwas ist, und man kann
sicher sein, dass etwas nicht ist.
Man kann sicher sein, dass etwas vorhanden ist, ganz gleich, was es ist, und dass
nichts vorhanden ist. Die Vermengung dieser zwei Gewissheiten erschafft einen Zustand der
Ungewissheit, welcher als »Vielleicht« bekannt ist. Ein »Vielleicht« bleibt im Mind einer
Person einfach deshalb fortwährend in der Schwebe, weil sie nicht entscheiden kann, ob es
nichts oder ob es etwas ist. Sie ergreift und hält die Gewissheiten jedesmal, wenn ihr ein Beweis
gegeben wird oder sie die Entscheidung getroffen hat, dass es ein »Etwas« ist, und jedesmal,
wenn sie zu der Annahme gekommen ist, dass es ein »Nichts« ist. Wo diese zwei
Gewissheiten von »etwas« und »nichts« mit dem Fortbestehen in einem Seinszustand zu tun
haben und diesen wesentlich beeinflussen können, oder wo man lediglich annimmt, dass sie
einen solchen Seinszustand beeinflussen können, entsteht ein Zustand der Besorgtheit. Folglich
können Besorgtheit, Unentschlossenheit, Ungewissheit, ein Zustand des »Vielleicht« nur
in der Gegenwart schlechter Beobachtung oder der Unfähigkeit zu beobachten existieren.
Solch ein Zustand kann behoben werden. Man bringt die Person lediglich dazu, im
Hinblick auf die drei Universen zu beobachten.

DIE UMSTÄNDE DES DASEINS
Es gibt drei Umstände des Daseins. Diese drei Umstände umfassen das Leben. Sie
sind SEIN, TUN und HABEN.
Der Umstand SEIN (auch Beingness genannt, Anm. d. Übers.) wird als die Annahme
oder Wahl einer Identitätsart (Persönlichkeitsart) definiert. Man könnte sagen, dass das die
Rolle in einem Spiel wäre. Ein Beispiel für Beingness wäre unser eigener Name, ein anderes
Beispiel wäre unser Beruf, ein weiteres unsere körperlichen Merkmale. Jedes einzelne oder
alle zusammen könnten unsere Beingness genannt werden. Beingness nimmt man entweder
selbst an, oder sie wird einem gegeben, oder man erreicht sie. So hat beispielsweise jeder
Spieler, der an einem Spiel beteiligt ist, seine eigene Beingness.
Der zweite Umstand des Daseins ist TUN. Tun heisst Handeln, Funktionieren, Vollbringen,
Ziele erreichen, einen Zweck erfüllen oder jede Veränderung der Position im Raum.
Der dritte Umstand ist HAVINGNESS (Haben). Havingness heisst: Besitzen, im Besitz
haben; imstande sein, Gegenstände, Energien und Räume zu beherrschen, in die richtige
Lage zu bringen und über sie zu verfügen.
Die wesentliche Definition von Haben ist: in der Lage sein zu berühren, zu durchdringen
oder die Anordnung und Aufstellung von Dingen zu leiten.
Das Spiel des Lebens verlangt, dass man Beingness annimmt, um eine Doingness
(»Tun«: das was man tun sollte, um ein Erschaffen zu erhalten oder zu bewirken) in Richtung
auf Havingness zustande zu bringen.
Die Reihenfolge dieser drei Umstände entspricht ihrer Bedeutung im Leben. Die Fähigkeit
zu sein ist wichtiger als die zu tun. Die Fähigkeit zu tun ist wichtiger als die Fähigkeit
zu haben. Bei den meisten Menschen sind diese drei Umstände so sehr durcheinandergebracht,
dass sie am besten in umgekehrter Reihenfolge verstanden werden. Wenn man die
Vorstellung des Besitzens oder der Havingness geklärt (Ordnung in sie hineingebracht) hat,
kann man danach fortfahren, Doingness als allgemeine Aktivität zu klären, und wenn das erfolgt
ist, begreift man Beingness oder Identität (wer eine Person ist; was eine Sache ist; Individualität,
Persönlichkeit).
Für ein erfolgreiches Dasein ist es wesentlich, dass jeder dieser drei Umstände geklärt
und verstanden wird. Die Fähigkeit, Beingness anzunehmen oder anderen zu gewähren, ist
vermutlich die höchste der menschlichen Tugenden. Es ist sogar wichtiger, anderen Menschen
Beingness gewähren zu können, als sie selbst annehmen zu können.

DIE MYTHEN DES MINDS
Der Fluch der Vergangenheit war vorgetäuschtes Wissen. Wir hatten einen Legendenkult.
Es gab Gebete, die zu einem Mythos hinaufgeschickt wurden. Und der Mensch hat überhaupt
nicht hingesehen.
Wir haben in diesem modernen Zeitalter der Wissenschaft aus dem Bereich der Geisteswissenschaften
nichts entwickelt, das mit einer wissenschaftlichen Beobachtung des Minds
(Mind: ein Kontrollsystem zwischen dem Individuum selbst und dem physikalischen Universum.
Der Mind ist nicht das Gehirn.) vergleichbar wäre. Die Geisteswissenschaften – Psychologie,
Soziologie, Kriminologie und die verschiedenen Fachbereiche der Sozialwissenschaften
im allgemeinen – können jetzt und an dieser Stelle für gescheitert erklärt werden.
Sich einbilden, sehen zu können, ist ein schlechterer Zustand, als nicht sehen zu können.
Die Geisteswissenschaften bildeten sich bei zu vielen Dingen ein, sie sähen. Sie kümmerten
sich niemals darum zu beobachten. Darum sind sie gescheitert.
Mit Tologie erkennen wir auf recht hinreichende Weise, dass es ein ungeheures
Walhalla gibt, ein Mischmasch aus dem Reiche Plutos, aus Märchen und Menningers13 Arbeit,
und all das liegt unterhalb der Wahrheitsebene. Die Wahrheit ist eine einfache Sache,
jedermann könnte sie sehen. Warum wird sie nicht gesehen? Weil man in diesem prachtvollen
Wunderland lebt, das nicht ist und niemals sein wird.
Gehen wir doch mal ins Wunderland, das Wunderland der Silben, das Wunderland
jenseits des Niemals-Niemals. Wir kennen es als Zerstreuung. Jemand schaut auf etwas, es
schlägt zurück, und er kann nicht mehr in diese Richtung schauen. Es schlägt ihm ins Gesicht.
Er darf also auf keinen Fall in diese Richtung schauen, er muss irgendwo anders hinschauen.
Schliesslich lernt er sehr gut, dass er nichts beobachten darf.
Das ist der genaue Mechanismus, wie ein Wunderland der vorgetäuschten Information
gebaut wurde, aus welchem die Sozialwissenschaften entstanden. Jemand konnte den Menschen
nicht konfrontieren, deshalb wandte er sich um und entwickelte eine Theorie über den
Menschen.
Genau wie damals im dunklen Mittelalter gibt es eine Menge eingebildeter und legendärer
Wesen und Ungeheuer. Nehmen Sie zum Beispiel die Art und Weise, wie die alten Seefahrer
Leute davon abhielten, mit der amerikanischen Küste in Handelsbeziehungen zu treten.
Jeder Seefahrer aus den Tagen des Kolumbus glaubte, dass man nur bis zu einem bestimmten
Punkt segeln könnte; segelte man ausser Sicht des Landes, würde man dann über die Kante
fallen, wo es fürchterliche Ungeheuer und Untiere gab, die einen ersäufen würden.
Eine grosse Anzahl Ungeheuer wurden erfunden, um eine unbedachte Reise in das
Jagdrevier eines anderen zu verhindern.
Erwarten Sie nun nicht, dass ich Ihnen erzählen werde, dass das Gebiet des Minds nur
von eingebildeten Wesen bewohnt gewesen ist, aber so etwas Ähnliches macht der Bursche,
der eine ungeheure Nomenklatur (Gesamtheit der wissenschaftlichen Bezeichnungen eines
Fachgebiets) für das Gehirn oder die Knochenstruktur erfindet und dann sagt: »Du musst all
diese Namen kennen, bevor du irgend etwas über den Mind wissen kannst«, und darauf sagt
er: »Jeder einzelne von diesen Teilen des Gehirns hat eine ganz bestimmte Funktion.« Und
fügt hinzu:»Niemand sollte mit dem Mind herumpfuschen; er beisst.«
Ich sage nicht, dass das dem gleichzusetzen ist, was der spanische Seemann mit dem
Meer gemacht hat, um Leute wie Columbus davon abzuhalten, Dinge zu entdecken. Das sage
ich nicht. Ich bestehe lediglich darauf.
Eine Person muss nichts anderes tun als – genau da, wo sie ist – zu schauen, und sie
wird etwas vom Mind sehen. Aber wenn ihr gesagt wurde, dass es sehr gefährlich sei, mit
dem Mind herumzuspielen und wenn sie nicht weiss, dass diese wütenden Seeungeheuer in
Wirklichkeit Attrappen sind, um Fischereigebiete zu behaupten, dann sagt sie also: »Oh, ich
sollte lieber nicht hinschauen. Ich sollte lieber blind werden.«
Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass von Leuten erwartet wurde, mit
dem Mind zu arbeiten – über die Grundannahme hinweg, dass der I.Q. sich nicht verändern
könne und dass Persönlichkeitsmerkmale unveränderlich seien. Das ist Schwarzseherei.
Tologie ist definiert als »wissen, wie man weiss«. Sie könnte aber besser definiert
werden als »zusammengestellte und systematisierte Information über Sie«. Sie umfasst alles,
was seit mindestens 2500 Jahren über Sie bekannt gewesen ist. Tologie aber ist mit dem
Ziel zusammengestellt, dass sie kommunizierbar und anwendbar ist und dass einige eindeutige
Ergebnisse dabei herauskommen. Und weit über all diesen anderen Dingen steht ihre Fähigkeit,
Veränderungen zu bewirken. Sie kann zum Besseren verändern und kann besseres
Aussehen und besseres Funktionieren verursachen.
Die meisten unserer Daten gründen sich auf das feste Fundament der Beobachtung. Ihre
Fähigkeit, das Fach zu verstehen, entspricht Ihrer Fähigkeit zu schauen.
Der Mensch entdeckt, bevor er aufsteht und herauszufinden versucht, wo er ist, bevor
er anfängt, in die richtige Richtung zu schauen, dass er blind ist. Dann sagt er: »He, einen
Moment mal!« und nimmt den Schleier von den Augen, sieht hin – und hat die Neigung, immer
wieder in Kompliziertheiten hineinzutauchen.
Deshalb wird nur eine Sache in Tologie ständig betont: grössere Einfachheit, das
heisst mehr Kommunikation. Indem wir uns in eine Kompliziertheit verstricken, erschaffen
wir ein Geheimnis. Wir lassen den Menschen in ein Priestertum, in einen Kult hineinfallen.
Die Einfachheit der Beobachtung, die Einfachheit der Kommunikation selbst, und nur
sie selbst, funktioniert und wird den Menschen von ganz unten nach ganz oben bringen. Und
die einzige Sache, die ich Ihnen beizubringen versuche, ist hinzuschauen.

WIE MAN MIT KINDERN LEBT
Ein Erwachsener hat bestimmte Rechte im Zusammensein mit Kindern, die die Kinder
und moderne Erwachsene zu einem gewissen Grad zu ignorieren geneigt sind. Ein guter, stabiler
Erwachsener mit Liebe und Toleranz im Herzen ist etwa die beste Therapie, die ein Kind
haben kann.
Die wichtigste Überlegung beim Aufziehen von Kindern ist das Problem, sie zu erziehen,
ohne sie zu zerbrechen. Sie wollen Ihr Kind auf eine solche Weise aufziehen, dass Sie es
nicht zu kontrollieren brauchen, so dass es zu allen Zeiten im vollen Besitz seiner selbst sein
wird. Davon hängen sein gutes Verhalten, seine körperliche und geistige Gesundheit ab.
Kinder sind nicht Hunde. Sie können nicht wie Hunde trainiert werden. Sie sind keine
kontrollierbaren Dinge. Sie sind, lassen Sie uns diesen Punkt nicht übersehen, Männer und
Frauen. Ein Kind ist nicht eine spezielle Tierart, die sich vom Menschen unterscheidet. Ein
Kind ist ein Mann oder eine Frau, der bzw. die nicht voll ausgewachsen ist.
Jedes Gesetz, das auf das Verhalten von Männern und Frauen zutrifft, gilt für Kinder.
Wie würde es Ihnen gefallen, herumgezogen und herumgezerrt und herumbefohlen zu
werden und bei allem, ganz gleich, was Sie tun wollten, eingeschränkt zu werden? Sie würden
es sich verbitten. Der einzige Grund, weshalb ein Kind es sich »nicht« verbittet, ist, weil es
klein ist. Sie würden jemanden halb umbringen, der Sie, einen Erwachsenen, mit den Befehlen,
dem Widerspruch und dem mangelnden Respekt behandeln würde, der dem durchschnittlichen
Kind zuteil wird. Das Kind schlägt nicht zurück, weil es nicht gross genug ist. Statt
dessen macht es Ihnen den Fussboden schmutzig, unterbricht Ihr Mittagsschläfchen und stört
den Hausfrieden. Hätte es die gleichen Rechte wie Sie, würde es nicht diese »Rache« fordern.
Diese »Rache« ist das normale Verhalten des Kindes.
Ein Kind hat ein Recht auf seine Selbstbestimmung. Sie sagen: »Wird es nicht davon
abgehalten, Dinge auf sich herunterzuziehen oder auf die Strasse zu laufen usw. usw., so wird
es sich verletzen.« Was tun Sie als Erwachsener, dass Sie dieses Kind in Zimmern oder einer
Umgebung leben lassen, wo es verletzt werden kann? Es ist Ihr Fehler, nicht der Fehler des
Kindes, wenn es Dinge kaputt macht.
Die Süsse und Liebe eines Kindes wird nur so lange bewahrt, wie es seine eigene
Selbstbestimmung ausüben kann. Greifen Sie störend in diese ein, stören Sie in einem gewissen
Masse das Leben des Kindes.
Es gibt nur zwei Gründe, warum das Recht eines Kindes, für sich selbst zu entscheiden,
unterbrochen werden muss – die Zerbrechlichkeit und Gefahr seiner Umgebung und Sie,
denn Sie lassen an Ihrem Kind die Dinge aus, die Ihnen angetan worden sind, ganz gleich,
was Sie denken.
Wenn Sie einem Kind etwas geben, gehört es ihm. Es gehört nicht mehr Ihnen. Kleidung,
Spielzeuge, Zimmer – das, was dem Kind gegeben worden ist, muss ausschliesslich
unter seiner eigenen Kontrolle bleiben. Also zerreisst es sich sein Hemd, macht sein Bett kaputt,
zerbricht sein Feuerwehrauto. Es geht Sie nichts an. Wie würde es Ihnen gefallen, wenn
Ihnen jemand zu Weihnachten ein Geschenk gäbe und Ihnen danach Tag für Tag immerzu
erzählen würde, was Sie damit machen müssen, und Sie sogar bestrafen würde, wenn Sie es
nicht auf die Weise behandelten und so dafür sorgten, wie es der Geber wünscht? Sie würden
diesen Geber kaputt machen und dieses Geschenk zerstören. Sie wissen, Sie würden das tun.
Das Kind macht Ihre Nerven kaputt, wenn Sie ihm das antun. Das ist Rache. Es schreit, es
quält Sie, es zerbricht Ihre Sachen. Es schüttet »aus Versehen« seine Milch um. Und es ruiniert,
mit Absicht, den Besitz, mit dem es so oft vorsichtig sein sollte. Warum? Weil es um
seine eigene Selbstbestimmung kämpft, um sein eigenes Recht zu besitzen, und weil es seinen
eigenen Wert in seiner Umgebung zur Geltung bringen möchte. Dieser »Besitz« ist ein weiterer
Kanal, durch den es beherrscht werden kann. Es muss also den Besitz und den Beherrscher
bekämpfen.
Sie müssen bei der Erziehung Ihres Kindes vermeiden, das Kind zu einem sozialen
Tier zu »trainieren«. Ihr Kind beginnt damit, dass es umgänglicher und würdiger ist als Sie. In
relativ kurzer Zeit wird es durch die Behandlung, die es bekommt, so eingeschränkt, dass es
sich auflehnt. Diese Auflehnung kann verstärkt werden, bis es schliesslich schrecklich ist,
dieses Kind um sich zu haben. Es wird Krach machen, rücksichtslos, nachlässig mit Besitz
und unsauber sein – alles mögliche, kurz gesagt, es wird Sie aufregen. Trainieren Sie das
Kind, kontrollieren Sie es, und Sie werden seine Liebe verlieren. Das Kind, das Sie zu kontrollieren
und zu besitzen versuchen, haben Sie auf immer verloren.
Etwas anderes ist die Angelegenheit des Beitragens. Sie haben kein Recht, Ihrem Kind
das Recht zu verweigern, etwas beizutragen. Ein menschliches Wesen fühlt sich nur so lange
fähig und kompetent, wie ihm gestattet wird, so viel oder mehr beizutragen, wie es selbst empfängt.
Ein Baby leistet seinen Beitrag, indem es versucht, Sie zum Lächeln zu bringen. Das
Baby will sich zur Schau stellen. Ein wenig später wird der Kleine für Sie tanzen, bringt Ihnen
Zweige und versucht, Ihre Arbeitsbewegungen nachzuahmen, um Ihnen zu helfen. Wenn
Sie dieses Lächeln, diese Tänze, diese Zweige oder diese Arbeitsbewegungen nicht in dem
Geist annehmen, wie sie gegeben werden, haben Sie begonnen, den Beitrag des Kindes zu
unterbrechen. Jetzt wird es anfangen, ängstlich zu werden. Es wird gedankenlose und seltsame
Sachen mit Ihrem Eigentum machen, in der Bemühung, sie »besser« für Sie zu machen.
Sie schelten das Kind… und damit ist es aus mit ihm.
Erlauben Sie einem Kind, sich auf Ihren Schoss zu setzen. Es wird dort sitzen und zufrieden
sein. Legen Sie nun Ihre Arme um das Kind und zwingen Sie es, dort zu sitzen. Machen
Sie das, obwohl es noch nicht einmal versuchte wegzugehen. Sofort wird es sich winden
und krümmen. Es wird kämpfen, um von Ihnen fortzukommen. Es wird wütend werden. Es
wird weinen. Rufen Sie sich nun zurück, dass das Kind glücklich war, bevor Sie anfingen es
festzuhalten. (Sie sollten dieses Experiment tatsächlich machen.)
Ihre Bemühungen, dieses Kind zu formen, zu trainieren, zu kontrollieren, wirken auf
es im allgemeinen genauso, als wenn Sie versuchen, es auf Ihrem Schoss festzuhalten.
Sie werden natürlich Schwierigkeiten haben, wurde dieses Kind von Ihnen inzwischen
schon trainiert, kontrolliert und herumbefohlen und ist ihm schon sein eigener Besitz verweigert
worden. Mittendrin ändern Sie Ihre Taktik. Sie versuchen, dem Kind seine Freiheit zu
geben. Es ist so misstrauisch Ihnen gegenüber, dass der Versuch sich anzupassen, schrecklich
für das Kind sein wird. Die Übergangsperiode wird schwierig sein, aber am Ende davon werden
Sie ein stabiles und umgängliches Kind haben, das Ihnen gegenüber aufmerksam ist und
– was sehr wichtig für Sie ist – es wird ein Kind sein, das Sie liebt.
Dem Kind, das eingeschränkt und überwacht, gehandhabt und kontrolliert wird, wird
eine ganz schlimme Angst postuliert. Seine Eltern sind Wesen, die Überleben bedeuten. Sie
bedeuten Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Zuneigung. Deshalb möchte das Kind in ihrer
Nähe sein. Als Ihr Kind möchte es Sie natürlich lieben.
Auf der anderen Seite aber sind seine Eltern Wesen, die dem Überleben entgegen stehen.
Sein ganzes Dasein und Leben hängen von seinem Recht ab, von seiner eigenen Entscheidungskraft
über seine Bewegungen, seinem Besitz und seinem Körper Gebrauch zu machen.
Die Eltern versuchen, dies zu unterbrechen, aus der fälschlichen Idee heraus, dass ein
Kind ein Idiot ist, das, ausser unter »Kontrolle«, nicht lernen will. Das Kind muss also einem
Feind aus dem Weg gehen, gegen ihn kämpfen, ihm das Leben sauer machen und ihn plagen.
Hier ist Angst. »Ich liebe sie von Herzen. Ich brauche sie auch, aber sie bedeuten eine
Hemmung meiner Fähigkeit, meines Minds und meiner Lebensmöglichkeiten. Was soll ich
nur mit meinen Eltern machen? Ich kann nicht mit ihnen leben. Ich kann nicht ohne sie leben.
0 Gott, o Gott!« Da sitzt es nun in seiner Spielhose und wälzt dieses Problem in seinem Kopf
herum. Von diesem Problem, dieser Sorge wird es mehr oder weniger achtzehn Jahre lang
verfolgt werden. Und sein Leben wird dadurch fast ruiniert.
Freiheit für das Kind bedeutet Freiheit für Sie.
Die Besitztümer des Kindes ihrem Schicksal überlassen, bedeutet am Ende Sicherheit
für die Besitztümer des Kindes.
Welche fürchterliche Willenskraft wird von einer Mutter oder einem Vater verlangt,
einem Kind nicht beständig eine Flut von Anweisungen zu geben.
Aber es muss erreicht werden, wenn Sie ein gesundes, ein glückliches, ein achtsames,
ein schönes und intelligentes Kind haben wollen!
Das Kind hat Ihnen gegenüber eine Pflicht. Es muss imstande sein, sich um Sie zu
kümmern – nicht, dass es sich einbildet, das zu tun, sondern dass es das wirklich tut. Sie müssen
die Geduld haben, sich selbst zu erlauben, sich unordentlich betreuen zu lassen, bis das
Kind aus reiner Erfahrung – nicht aufgrund Ihrer Anweisungen – lernt, wie man es gut macht.
Auf das Kind aufpassen? Unsinn! Es hat vielleicht ein besseres Verständnis von unmittelbar
bevorstehenden Situationen als Sie.

ÜBER DIE EHE
Kommunikation ist die Wurzel des ehelichen Erfolgs, aus welcher eine starke Einheit
erwachsen kann, und Nichtkommunikation ist der Felsen, an dem das Eheschiff seinen Kiel
zerschmettern wird.
Zunächst einmal sind Männer und Frauen nicht allzu achtsam bei der Entscheidung,
»wen sie aus heiterem Himmel heiraten«. Hat man keinerlei Grundausbildung über Neurosen,
Psychosen oder wie man einen guten Koch oder einen guten Geldverdiener beurteilen soll,
dann ist diese knifflige und trügerische und nicht immer leicht identifizierbare Sache, genannt
»Liebe«, der einzige Leitfaden bei der Partnerwahl. Es ist zuviel erwartet von einer Gesellschaft
oberhalb der Stufe von Ameisen, dass sie im Hinblick auf eine Einrichtung, die so
grundlegend unpraktisch ist wie die Ehe, vollständig praktisch sein würde. Es ist daher nicht
erstaunlich, dass die falsche Partnerwahl mit solcher Ungezwungenheit vor sich geht.
Es gibt jedoch nicht nur Wege, einen Ehepartner auszuwählen, sondern auch, um den
Fortbestand dieser Ehe zu garantieren. Diese Wege sind einfach. Sie sind einheitlich von
Kommunikation abhängig.
Der Ehemann und die Ehefrau sollten sich hinsichtlich Intellekt und geistiger Gesundheit
auf ähnlicher Ebene befinden, um eine erfolgreiche Ehe führen zu können. In der westlichen
Kultur wird erwartet, dass die Frau eine gewisse Beherrschung der Geisteswissenschaften
und anderen Wissenschaften haben soll. Es ist leicht, den Bildungshintergrund eines potentiellen
Ehepartners festzustellen. Es ist nicht so leicht, seine Fähigkeiten in bezug auf Sexualität,
Familie, Kinder oder geistige Gesundheit einzuschätzen.
In der Vergangenheit wurden Anstrengungen unternommen, geistige Gesundheit mit
Tintenklecksen, Quadraten und Tests mit Murmeln festzustellen, um herauszufinden, ob sie
noch vorhanden war. Die sich dabei ergebenden Ziffern mussten mit einer Kristallkugel persönlich
interpretiert werden und dann auf Anwendung hin noch einmal interpretiert werden.
In Tologie gibt es einen Test der geistigen Gesundheit und der vergleichbaren
geistigen Gesundheit, der so einfach ist, dass jeder ihn anwenden kann. Wie gross ist die
Kommunikationsverzögerung der Person? Wenn ihr eine Frage gestellt wird, wie lange
braucht sie, um darauf zu antworten? Wenn eine Bemerkung an sie gerichtet wird, wie lange
braucht sie, um sie zu registrieren und darauf zu antworten? Die schnelle Antwort zeugt von
dem schnellen Verstand und dem geistig gesunden Verstand, vorausgesetzt, dass die Antwort
folgerichtig ist. Die langsame Antwort zeugt von jemandem, der weit unten auf der Skala ist.
Ehepartner, die die gleiche Kommunikationsverzögerung haben, werden miteinander auskommen.
Wo der eine Partner schnell ist und der andere langsam, wird die Situation für den
schnellen Partner unerträglich werden und erbärmlich für den langsamen.
Die Reparatur einer Ehe, die kaputt geht, erfordert nicht immer das Auditieren der
Ehepartner. Es kann sein, dass ein anderer Familienfaktor die Szene mit beeinflusst. Das kann
in Gestalt eines Verwandten sein, zum Beispiel der Schwiegermutter. Wie löst man diesen
Faktor, ohne ein Gewehr zu benutzen? Dies ist wiederum einfach. Bei Schwierigkeiten in der
Familie ist die Schwiegermutter verantworlich dafür, dass Kommunikationslinien abgeschnitten
oder Kommunikationen umgeleitet werden. Der eine oder der andere der Partner ist dann
von dem Kommunikationskanal, auf den er gehört, abgeschnitten. Er fühlt dies und wehrt sich
heftig dagegen.
Eifersucht ist der grösste Faktor beim Auseinanderbrechen von Ehen. Eifersucht entsteht
aufgrund einer Unsicherheit der eifersüchtigen Person; die Eifersucht mag begründet
sein oder auch nicht. Diese Person hat Angst vor versteckten Kommunikationslinien und
würde alles tun, in dem Versuch, sie aufzudecken. Das wirkt sich auf den anderen Partner so
aus, dass er das Gefühl bekommt, seine Kommunikationslinien wären abgeschnitten, denn er
fühlt sich berechtigt, offene Kommunikationslinien zu haben, während sein Ehepartner darauf
besteht, dass er viele von ihnen schliesst. Die daraus entstehenden Auseinandersetzungen sind
heftig, wie durch die Tatsache gezeigt wird, dass von Versicherungsfirmen keine Policen ausgestellt
werden, wo in einem Beruf, wie Schauspielen, Eifersucht existiert – die Selbstmordrate
ist zu hoch.
Das Thema Ehe könnte in vielen Kapiteln nicht erfasst werden, aber hier wird der
grundlegende Anhaltspunkt zu einer erfolgreichen Ehe gegeben – kommunizieren Sie!

DER MENSCH, DER ERFOLG HAT
Die Bedingungen zum Erfolg sind nicht so zahlreich und sind leicht zu nennen.
Stellungen werden in Wirklichkeit nicht durch Pechoder Glückssträhnen aufrechterhalten.
Jene, die sich auf das Glück verlassen, haben in der Regel Pech. Die Fähigkeit, eine
Stellung zu behalten, hängt im wesentlichen von Fähigkeit ab. Man muss fähig sein, seine
Arbeit zu kontrollieren, und auch bereit sein, sich bei seiner Arbeit kontrollieren zu lassen.
Jemand muss ausserdem fähig sein, gewisse Gebiete unkontrolliert zu lassen. Jemandes Intelligenz
steht in direktem Zusammenhang mit seiner Fähigkeit. Ein »Zu-klug-Sein« gibt es
nicht. Aber es gibt so etwas wie ein »Zu-dumm-Sein«.
Aber man kann sowohl fähig als auch intelligent und trotzdem erfolglos sein. Ein wesentlicher
Bestandteil des Erfolges beruht auf der Fähigkeit, nicht nur die eigenen Berufswerkzeuge,
sondern auch die Leute, die einen umgeben, zu handhaben und zu kontrollieren.
Um dies zu erreichen, braucht man eine sehr hohe Affinitätsstufe (Affinität: Ausmass des Mögens
oder der Mangel davon). Man muss sowohl fähig sein, sehr massive Realitäten zu tolerieren,
als auch fähig sein, Kommunikation (ein Austausch von Gegenständen oder Ideen zwischen
zwei Personen) zu äussern und zu empfangen.
Erfolg besteht somit in erster Linie aus der Fähigkeit, die Arbeit nicht mit Widerwillen,
sondern mit Freude zu konfrontieren (ins Auge sehen, ohne zurückzuschrecken oder auszuweichen);
dem Wunsch, die Arbeit um ihrer selbst willen zu tun, und nicht, weil man Geld
braucht. Man muss arbeiten können, ohne sich übermässig anzustrengen oder schwere Erschöpfungszustände
zu erleiden. Wenn einem Menschen solche Dinge geschehen, ist irgend
etwas mit ihm nicht in Ordnung. Es gibt irgend etwas in seiner Umgebung, dass er kontrollieren
sollte, aber nicht kontrolliert, oder seine angesammelten Verletzungen sind derartig, dass
er sich von allen Menschen und Massen, mit denen er engen Kontakt haben sollte, zurückzieht.
Die Bestandteile erfolgreicher Arbeit sind: Ausbildung und Erfahrung auf dem betreffenden
Gebiet, eine gute allgemeine Intelligenz und allgemeine Fähigkeit, eine Fähigkeit zu
hoher Affinität, eine Toleranz bezüglich Realität und die Fähigkeit, Ideen zu kommunizieren
(Kommunikation zu machen) und zu empfangen. Unter diesen Voraussetzungen bliebe nur
eine geringe Möglichkeit zu scheitern. Unter diesen Voraussetzungen kann ein Mensch all die
Zufälle von Geburt, Heirat und Vermögen unbeachtet lassen, denn Geburt, Heirat und Vermögen
können einem diese notwendigen Elemente nicht mitgeben. Jemand könnte alles Geld
der Welt besitzen und dennoch ausserstande sein, auch nur eine Stunde ehrlicher Arbeit zu
leisten. Ein solcher Mensch wäre furchtbar unglücklich.
Jemand, der Arbeit geflissentlich meidet, arbeitet in der Regel viel länger und schwerer
als jemand, der die Arbeit gern konfrontiert und sie tut. Menschen, die nicht arbeiten können,
sind keine glücklichen Menschen.
Arbeit ist das stabile Datum (ein Datum, das Dinge davon abhält, in einer Verwirrung
zu sein, und auf das sich andere Dinge ausrichten) in unserer Gesellschaft. Es gibt nichts wofür
wir leben, wenn wir nichts zu tun haben. Jemand, der nicht zu arbeiten vermag, ist so gut
wie tot. Er zieht es gewöhnlich vor zu sterben und steuert darauf hin.
Die Geheimnisse des Lebens sind heute, mit Tologie, nicht sehr geheimnisvoll.
Ein Geheimnis ist kein notwendiger Bestandteil. Nur der stark aberrierte (aberriert: von der
Vernunft abgewichen, geistig gestört) Mensch wünscht, dass grosse Geheimnisse von ihm
ferngehalten werden. Tologie hat viele der Kompliziertheiten, die für die Menschen aufgestellt
wurden, scharf kritisiert und den Kern dieser Probleme freigelegt. Zum ersten Mal in
dieser Geschichte des Menschen vermag Tologie die Intelligenz voraussagbar zu steigern,
Fähigkeiten zu erhöhen und die Fähigkeit des Spielens wiederzuerwecken. Sie erlaubt es dem
Menschen, aus der enger werdenden Spirale (bezieht sich auf die Verringerung der Fähigkeiten
einer Person) seiner eigenen Unzulänglichkeit zu entfliehen. So kann die Arbeit selbst
zum Spiel werden, zu einer angenehmen und glückbringenden Sache.
Etwas hat man in Tologie herausgefunden, das für die psychische Verfassung des
Arbeiters sehr wichtig ist. In dieser Gesellschaft glaubt man oft, nur wegen des unmittelbaren
Verdienstes zu arbeiten und nichts für die ganze Gesellschaft Wesentliches zu vollbringen.
Diese Menschen wissen mehrere Dinge nicht. Eines davon ist, wie wenig gute Arbeiter es
gibt. Es ist interessant festzustellen, für wie wertvoll jemand im Bereich der Führungskräfte in
einer Firma gehalten wird, der mit Problemen und Menschen umzugehen versteht und Kontrolle
über sie ausüben kann. Solche Leute sind selten. Alle freien Stellen in der Struktur unserer
heutigen Arbeitswelt liegen an der Spitze.
Noch etwas ist ziemlich wichtig. Die heutige Welt ist durch Philosophien, die die
Menschen täuschen sollen, dazu verführt worden, zu glauben, dass alles zu Ende und vorbei
ist, wenn man stirbt, und dass man keine Verantwortung mehr für irgend etwas hat. Es ist sehr
zweifelhaft, ob das stimmt. Man erbt morgen die Welt, die man gestern verlassen hat.
Wir wissen ferner, dass man Menschen nicht entbehren kann. Ein Mechanismus alter
Philosophien war, Leute, die glaubten, dass sie unentbehrlich seien, auf den Friedhof zu schicken,
um sich da umzusehen – jene Menschen waren auch unentbehrlich. So etwas ist kompletter
Unsinn. Wenn man sich den Friedhof genau ansähe, fände man den Mechaniker, der in
der Vergangenheit die Modelle betriebsfertig hingestellt hat, und ohne den es heute keine
Industrie gäbe. Es ist zweifelhaft, ob im Augenblick eine ähnliche Tat vollbracht wird. Ein
Arbeiter ist nicht nur ein Arbeiter. Eine Hilfskraft ist nicht nur eine Hilfskraft. Ein Büroangestellter
ist nicht nur ein Büroangestellter. Sie sind lebende, atmende, wichtige Säulen, auf denen
unser ganzes Zivilisationsgebäude ruht. Sie sind nicht kleine Räder in einer mächtigen
Maschine. Sie sind die Maschine selbst.

DER TOD DES BEWUSSTSEINS
Wo hört jemand auf zu überleben und beginnt zu unterliegen? Der Scheidepunkt ist
nicht der Tod, wie wir ihn kennen. Es wird durch das, was man den Tod des Bewusstseins der
Person nennen könnte, markiert.
Die grösste Waffe des Menschen ist seine Vernunft. Ohne die Zähne, den Schutzpanzer
und die Klauen so vieler anderer Lebensformen hat der Mensch sich auf seine Fähigkeit,
vernünftig zu denken, verlassen, um sein Überleben zu fördern.
Die Wahl der Denkfähigkeit als Hauptwaffe ist eine glückliche Wahl. Sie hat dem
Menschen die Herrschaft über die Erde verliehen. Vernunft ist eine ausgezeichnete Waffe.
Das Tier mit seinen Zähnen, mit seinem Schutzpanzer, mit seinen langen Klauen ist auf Warfen
festgelegt, die es nicht ändern kann. Es kann sich an eine sich verändernde Umgebung
nicht anpassen. Für das Überleben ist es ungeheuer wichtig, sich zu ändern, wenn die Umgebung
sich ändert. Jede ausgestorbene Rasse starb deshalb aus, weil sie sich nicht ändern konnte,
um eine neue Umgebung zu kontrollieren. Die Fähigkeit, vernünftig zu überlegen, behebt
dieses Versagen in einem deutlichen Masse, da der Mensch neue Werkzeuge, neue Waffen
und eine ganz neue Umwelt erfinden kann. Die Vernunft erlaubt ihm, sich zu verändern, um
neuen Situationen zu entsprechen. Und die Vernunft erhält ihm die Kontrolle über neue Umgebungen.
Jedes Tier, das sich einfach anpasst, um seiner Umgebung zu entsprechen, ist zum Untergang
verurteilt. Umgebungen verändern sich schnell. Tiere, die die Umgebung kontrollieren
und verändern können, haben die beste Überlebenschance.
Die einzige Methode, mit der Sie einen Kollektivstaat organisieren können, ist, die
Menschen zu überzeugen, dass sie sich wie Tiere auf eine gleichbleibende Umgebung einstellen
und sich ihr anpassen müssen. Den Menschen muss das Recht abgesprochen werden, ihre
Umgebung als Einzelpersonen zu kontrollieren. Dann können sie reglementiert und zu Gruppen
zusammengetrieben werden. Sie werden dann besessen, sind nicht Besitzer. Die Fähigkeit
zur Vernunft und das Recht dazu müssen ihnen genommen werden, denn im Mittelpunkt der
Vernunft steht das Recht, sich über seine eigene Umgebung selbst ein Urteil zu bilden.
Die Naturgewalten bekämpfen den Menschen, und der Mensch bekämpft den Menschen.
Die Hauptzielscheibe der Feinde der Menschheit oder eines Menschen ist sein Recht
und seine Fähigkeit zur Vernunft. Die rohen und stümpernden Kräfte der Elemente, Sturm,
Kälte und Nacht üben Druck aus, fordern heraus und zerschmettern dann vielleicht sowohl
die Vernunft als auch den Körper.
Aber genauso, wie dem Tod immer Bewusstlosigkeit vorausgeht, selbst wenn es sich
um Augenblicke handelt, so geht dem Tod des Organismus der Tod der Vernunft voraus: Dieser
Vorgang kann während einer langen Zeitspanne geschehen, sogar ein halbes Leben lang,
sogar noch mehr.
Haben Sie einmal beobachtet, mit welch äusserst wacher Bereitschaft ein junger Mann
den Kräften, die sich dem Leben entgegenstellen, die Stirn bietet? Und haben Sie einen anderen
in hohem Alter beobachtet? Sie werden feststellen, dass seine Fähigkeit zu vernünftiger
Überlegung gelitten hat. Er hat schwer erworbene Erfahrungen gewonnen, und auf der Grundlage
dieser Erfahrungen versucht er von den mittleren Jahren an durchzukommen. Es ist eine
Binsenwahrheit, dass die Jugend mit wenig Erfahrung schnell denkt und dass das Alter auf
grosser Erfahrungsgrundlage langsam denkt. Die Vernunft der Jugend ist sehr weit davon
entfernt, immer richtig zu sein, denn Jugend versucht vernünftig zu urteilen, ohne angemessene
Daten zu besitzen.
Nehmen wir an, wir hätten einen Menschen, der sich all seine Fähigkeit, vernünftig zu
denken, bewahrt hat und dazu eine grosse Menge Erfahrung hätte. Nehmen wir an, unsere
Graubärte könnten mit all dem Enthusiasmus und der Vitalität der Jugend denken und hätten
ausserdem ihre gesamte Erfahrung. Das Alter sagt zur Jugend: »Du hast keine Erfahrung!«
Die Jugend sagt zum Alter: »Du hast keine Phantasie. Du willst neue Ideen weder akzeptieren
noch untersuchen!« Offensichtlich wäre es eine ideale Einrichtung, wenn man die Erfahrung
des Alters und die Vitalität und Phantasie der Jugend besässe.
Vielleicht haben Sie zu sich selbst gesagt: »Mit all meiner jetzigen Erfahrung, was gäbe
ich nicht für etwas von dem Enthusiasmus, den ich einmal hatte.« Oder vielleicht haben
Sie alles damit entschuldigt, dass Sie »Ihre Illusionen verloren« haben. Aber Sie sind nicht
sicher, dass es Illusionen waren. Sind Freude am Leben, schneller Enthusiasmus, ein Wunsch
und Wille zum Leben, ein Glaube an die Bestimmung Illusionen? Oder sind sie Symptome
eben dieses Stoffes, aus dem kraftvolles Leben gemacht ist? Und ist ihr Nachlassen nicht ein
Symptom des Todes?
Wissen zerstört einen Lebenswillen nicht. Schmerz und Verlust der Selbstbestimmung
zerstören diesen Willen. Das Leben kann schmerzhaft sein. Der Zuwachs an Erfahrung ist oft
schmerzhaft. Das Zurückbehalten dieser Erfahrung ist wesentlich. Aber ist es nicht trotzdem
Erfahrung, auch wenn sie den Schmerz nicht enthält?
Angenommen, Sie könnten aus Ihrem Leben den ganzen körperlichen und sonstigen
Schmerz auslöschen, den Sie angesammelt haben. Wäre es so fürchterlich, sich von einem
gebrochenen Herzen, einer psychosomatischen Krankheit, von Ängsten, Sorgen und Schrecken
zu trennen?
Angenommen, ein Mensch hätte noch einmal eine Chance, mit allem, was er weiss,
dem Leben und dem Universum wieder ins Auge zu sehen und zu sagen, dass es besiegt werden
könne. Erinnern Sie sich an einen Tag, als Sie jünger waren. – Sie wachten auf und fanden
strahlenden, funkelnden Tau auf den Gräsern und Blättern und sahen die goldene Sonne,
wie sie auf eine glückliche Welt herabschien? Erinnern Sie sich, wie schön und grossartig es
einmal war? Der erste süsse Kuss? Die Wärme einer wahren Freundschaft? Die Vertrautheit
einer Fahrt im Mondenschein? Wodurch wurde die Welt zu einer anderen als einer strahlenden
Welt?
Das Bewusstsein der Welt um einen herum ist keine absolute Sache. Zu verschiedenen
Zeiten im Leben kann man sich des Glanzes, der Farbe und der Freude bewusster sein als zu
anderen. Man kann die strahlende Realität der Dinge in der Jugend leichter empfinden als im
Alter. Und ist das nicht so etwas wie eine Verminderung des Bewusstseins, eine Verminderung
der Bewusstheit?
Was ist es, das uns des Glanzes der Welt um uns herum weniger bewusst werden
lässt? Hat die Welt sich verändert? Nein, denn jede neue Generation sieht den Zauberglanz
und die Herrlichkeit, die Vitalität des Lebens – des gleichen Lebens, welches dem Alter bestenfalls
als glanzlos erscheinen mag. Die Person verändert sich. Und was verändert sie? Ist es
ein Verfall ihrer Drüsen und ihrer Sehnen? Kaum, denn jegliche Arbeit, die an Drüsen und
Sehnen – der Struktur des Körpers – geleistet worden ist, hat wenig, wenn überhaupt irgend
etwas von der Herrlichkeit des Lebens wiederhergestellt.
»O Jugend«, seufzt der Erwachsene, »wenn ich nur deine Begeisterung wieder hätte!«
Was verminderte jene Begeisterung?
In dem Masse, wie jemandes Bewusstsein von der Herrlichkeit des Lebens abnimmt,
hat sich sein eigenes Bewusstsein vermindert. Bewusstheit nimmt genau in dem Masse ab,
wie Bewusstsein abnimmt. Die Fähigkeit, die Welt um einen herum wahrzunehmen, und die
Fähigkeit, genaue Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, sind, was immer man anstellen mag,
die gleiche Sache.
Brillen sind ein Symptom der Verminderung des Bewusstseins. Jemand braucht eine
Stütze für sein Sehvermögen, um die Welt heller und klarer aussehen zu lassen. Die Unfähigkeit,
sich schnell zu bewegen, so wie damals, als man ein Kind war, ist ein Abnehmen des
Bewusstseins und der Fähigkeit.
Vollständige Bewusstlosigkeit ist Tod. Halbe Bewusstlosigkeit ist halber Tod. Ein
Viertel Bewusstlosigkeit ist ein Viertel Tod. Und während man den Schmerz anhäuft, der dem
Leben anhängt, und es versäumt, die Freuden anzuhäufen, verliert man nach und nach das
Wettrennen mit dem Sensenmann. Und am Ende folgt die körperliche Unfähigkeit zu sehen,
zu denken und zu sein, wie im Tod.
Wie häuft man diesen Schmerz an? Würde man ihn loswerden, würde das vollständige
Bewusstsein und eine vollständige, strahlende Sicht des Lebens wiederkehren? Und gibt es
einen Weg, um ihn loszuwerden? Mit Tologie ist die Antwort: JA.

DIE BETONUNG LIEGT AUF FÄHIGKEIT
Wenn wir »Leben« sagen, dann wissen wir alle mehr oder weniger, worüber wir sprechen;
aber wenn wir dieses Wort »Leben« praktisch verwenden, dann müssen wir die Ziele
und das Verhalten und insbesondere die Formeln untersuchen, die vom Leben entwickelt
worden sind, um das Spiel zu haben, das »Leben« genannt wird.
Wenn wir »Leben« sagen, meinen wir Verstehen; und wenn wir »Verstehen« sagen,
dann meinen wir Affinität, Realität und Kommunikation. Alles zu verstehen würde bedeuten,
auf der höchsten Stufe potentieller Aktion und Fähigkeit zu leben. Die Qualität des Lebens
existiert in der Gegenwart von Verstehen – folglich in der Gegenwart von Affinität, Realität
und Kommunikation.
Leben würde in einem weitaus weniger aktivem Masse auf der Ebene des Missverstehens,
der Unbegreiflichkeit, der psychosomatischen Krankheit und körperlicher und geistiger
Unfähigkeit existieren. Denn Leben ist Verstehen, es versucht zu verstehen. Wenn es sich
wendet und sich dem Unbegreiflichen gegenübersieht, dann fühlt es sich gehindert und enttäuscht.
Wenn man zwanghaft und ohne Verstehen auf einen Zustand der Unbegreiflichkeit
festgelegt wird, dann ist man natürlich verloren. Wir entdecken somit, dass die einzige Falle,
in die das Leben geraten könnte, darin besteht, Dinge zu tun, ohne zu wissen, dass es sie tut.
Man kann immer erkennen, dass seine Fähigkeit sich
steigern kann, denn in Richtung einer Steigerung der Fähigkeit liegt grösseres Verstehen.
Fähigkeit ist ganz und gar abhängig von einem grösseren und besseren Verstehen des
Bereiches oder Gebietes, in dem man fähiger werden möchte. Versucht man Unfähigkeit zu
verstehen, schaut man natürlich auf geringere Verständlichkeit und geringeres Verstehen und
versteht also abnehmende Fähigkeit auch nicht annähernd so gut, wie man anwachsende Fähigkeit
versteht. In Abwesenheit des Verstehens von Fähigkeit bekommen wir eine Furcht vor
dem Verlust der Fähigkeit, und das ist einfach die Furcht vor einer unbekannten oder einer
vermeintlich unwissbaren Sache. Denn geringere Fähigkeit beinhaltet geringere Bekanntheit
und geringeres Verstehen.
Ein Teil von Verstehen und Fähigkeit ist Kontrolle. Natürlich ist es nicht notwendig,
überall alles zu kontrollieren, wenn man es vollständig versteht. Bei geringerem Verstehen
der Dinge jedoch und natürlich mit der Vorstellung, ein Spiel zu haben, wird Kontrolle ein
notwendiger Faktor. Die Struktur von Kontrolle ist Starten, Stoppen und Verändern, und das
ist ebenso wichtig zu wissen wie Verstehen selbst und wie das Dreieck, aus welchem Verstehen
zusammengesetzt ist: Affinität, Realität und Kommunikation.
Die Ärzte und Krankenschwestern in einer Quarantänestation haben ein gewisses Ausmass
an Kontrolle über die Krankheiten, die sie vor sich sehen. Erst wenn sie ihre Unfähigkeit
zu erkennen beginnen, diese Krankheiten oder diese Patienten zu heilen, fallen sie ihnen
selbst anheim. Angesichts der Tatsache, dass wir in den vergangenen Jahrhunderten sehr erfolgreich
in der Heilung ansteckender Krankheiten gewesen sind, können sich Ärzte und
Krankenschwestern ungestraft in Quarantänestationen bewegen.
Die Bekämpfer der Krankheit, die ein gewisses Mass an Kontrolle über sie haben, haben
keine Furcht mehr vor der Krankheit, und sie kann ihnen deshalb nichts anhaben. Natürlich
gäbe es hierzu ein Verständnisniveau des Körpers, das noch immer Furcht widerspiegeln
könnte, aber wir kämen zu der gleichen Aussage. Menschen, die imstande sind, etwas zu kontrollieren,
brauchen keine Angst davor zu haben und erleiden keine nachteiligen Wirkungen
davon. Menschen, die Dinge nicht kontrollieren können, können schlechte Wirkungen von
diesen Dingen erhalten.
Der gemeinsame Nenner aller Neurosen, Psychosen, Aberration (eine Abweichung
von rationalem Denken oder Verhalten) und psychosomatischen Krankheiten ist »kann nicht
arbeiten«. Jede Nation, in der diese Dinge häufig vorkommen, erfährt eine Verminderung der
Produktion und ihrer Lebenserwartung.
Unter den Unfähigen befindet sich der Kriminelle, der unfähig ist, an den anderen zu
denken, unfähig, seine eigenen Aktionen zu bestimmen, unfähig. Befehlen zu folgen, unfähig,
Dinge dazu zu bringen, dass sie wachsen, und unfähig, den Unterschied zwischen gut und
böse zu bestimmen, unfähig, in irgendeiner Weise an die Zukunft zu denken. Jeder hat etwas
davon; der Kriminelle hat alles davon.
Und was macht man gegen: »Wie schlimm es ist«? Ist jemand längere Zeit von anderen
oder von Gewaltanwendung abhängig, damit etwas dagegen getan wird, dann wird er
scheitern. Von seinem Standpunkt aus ist er selbst der einzige, der mehr Leben, mehr Verstehen,
mehr Toleranz und mehr Fähigkeit in die Umgebung hineinbringen kann. Einfach, indem
eine Person in einem Zustand höheren Verstehens existiert, einfach, indem sie fähiger ist,
könnte sie für diejenigen um sie herum viele ihrer Probleme und Schwierigkeiten lösen. Die
Betonung liegt auf Fähigkeit.

EHRLICHE MENSCHEN HABEN AUCH RECHTE
Nachdem Sie eine hohe Fähigkeitsstufe erreicht haben, werden Sie der erste sein, auf
Ihren Rechten zu bestehen, mit ehrlichen Menschen zu leben.
Wenn Sie die Technologie des Minds kennen, dann wissen Sie, dass es ein Fehler ist,
»individuelle Rechte« und »Freiheit« als Argumente zu verwenden, um diejenigen zu schützen,
die nur zerstören würden.
Individuelle Rechte wurden nicht entwickelt, um Kriminelle zu schützen, sondern um
ehrlichen Menschen Freiheit zu bringen. In diesen Schutzbereich tauchten dann diejenigen
ein, die sogenannte »Freiheit« und »persönliche Freiheit« brauchten, um ihre eigenen zweifelhaften
Tätigkeiten zu verdecken.
Freiheit ist für ehrliche Menschen. Kein Mensch, der selbst nicht ehrlich ist, kann frei
sein – er befindet sich in seiner eigenen Falle. Wenn seine eigenen Taten nicht enthüllt werden
können, dann ist er ein Gefangener; er muss sich vor seinen Mitmenschen zurückhalten
und ist ein Sklave seines eigenen Gewissens. Freiheit muss verdient sein, bevor irgendeine
Freiheit möglich ist.
Unehrliche Menschen zu beschützen bedeutet, sie in ihre eigene Hölle zu verdammen.
Wenn man »individuelle Rechte« zu einem Synonym für »Schützt den Kriminellen« macht,
dann hilft man dabei, einen Sklavenstaat für alle „zu erschaffen, denn wo die »individuelle
Freiheit« missbraucht wird, entsteht eine Ungeduld ihr gegenüber, die auf die Dauer uns alle
hinwegfegt. Die Zielscheibe aller disziplinarischen Gesetze sind die wenigen, die fehlgehen.
Solche Gesetze verletzen und schränken unglücklicherweise auch diejenigen ein, die nicht
fehlgehen. Wenn alle ehrlich wären, dann gäbe es keine disziplinarischen Bedrohungen.
Es gibt für eine unehrliche Person nur einen Weg hinaus – ihrer eigenen Verantwortung
in der Gesellschaft ins Auge zu sehen und sich wieder in Kommunikation mit ihren
Mitmenschen, ihrer Familie und der Welt im ganzen zu bringen. Wenn jemand versucht, sich
auf seine »individuellen Rechte« zu berufen, um sich vor einer Untersuchung seiner Taten zu
schützen, dann verringert er in genau dem Ausmass die Zukunft der individuellen Freiheit –
denn er selbst ist nicht frei. Jedoch infiziert er andere, die ehrlich sind, indem er ihr Recht auf
Freiheit verwendet, um sich selbst zu schützen.
Ein schlechtes Gewissen ist ein unsanftes Ruhekissen.
Und es wird um nichts sanfter sein, wenn man Fehltaten durch Verteidigungsreden
wie: »Freiheit bedeutet, dass du mich niemals anschauen darfst« zu schützen versucht. Das
Recht einer Person auf Überleben steht in direktem Verhältnis zu ihrer Ehrlichkeit.
Freiheit für den Menschen bedeutet nicht Freiheit, den Menschen zu verletzen. Die
Freiheit der Rede bedeutet nicht die Freiheit, durch Lügen zu schaden.
Die Menschheit kann nicht frei sein, während es jene unter ihr gibt, die Sklaven ihrer
eigenen Schreckenstaten sind.
Die Mission einer technischen Weltraumgesellschaft ist es, die Einzelperson unterzuordnen
und sie durch ökonomischen und politischen Druck zu kontrollieren. Die einzigen
Verluste in einem Maschinenzeitalter sind der einzelne und seine Freiheit.
Um diese Freiheit zu bewahren, darf man Menschen nicht erlauben, ihre bösen Absichten
unter dem Schutz dieser Freiheit zu verstecken. Um frei zu sein, muss ein Mensch
sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber ehrlich sein.
Verwendet ein Mensch seine eigene Ehrlichkeit dazu, gegen die Demaskierung der
Unehrlichkeit zu protestieren, dann ist dieser Mensch ein Feind seiner eigenen Freiheit.
Wir können nur so lange im Sonnenlicht stehen, wie wir es nicht zulassen, dass uns
die Taten anderer die Dunkelheit bringen.
Freiheit ist für den ehrlichen Menschen da. Persönliche Freiheit gibt es nur für diejenigen,
die die Fähigkeit haben, frei zu sein.
Wer würde bestrafen, wenn er retten könnte?
Nur ein Verrückter würde einen benötigten Gegenstand, den er reparieren könnte, kaputt
machen.
Das Individuum darf in diesem Maschinenzeitalter nicht sterben – Rechte oder keine
Rechte. Der Kriminelle und der Verrückte dürfen mit ihren neuentdeckten Zerstörungswerkzeugen
nicht triumphieren.
Die unfreieste Person ist die Person, die ihre eigenen Taten nicht enthüllen kann und
die gegen die Enthüllung von falschen Taten anderer protestiert. Auf solchen Leuten wird
eine zukünftige Politik der Sklaverei aufgebaut werden; wo wir alle Nummern haben – und
aus eigener Schuld – ausser wir handeln.
Es ist faszininierend, dass Erpressung und Bestrafung die Grundgedanken aller dunklen
Machenschaften sind. Was würde geschehen, wenn es diese beiden Güter nicht mehr gäbe?
Was würde geschehen, wenn alle Menschen frei genug wären, um zu sprechen? Dann und
nur dann würden sie Freiheit haben.
An dem Tag, wo wir einander vollständig vertrauen können, wird es Frieden auf der
Erde geben.

AKZEPTIERUNGSNIVEAU
Eine Sache, die eine Person entdecken wird, ist, dass ihr sorgfältig beigebracht worden
ist, bestimmte Dinge seien schlecht und deshalb nicht erfreulich, dass sie Widerstände gegen
diese Dinge aufgebaut hat und dass diese Widerstände auf die Dauer ein Schwamm für die
Dinge waren, zu deren Verhinderung sie aufgestellt waren, und der zusammenbrechende Widerstand
einen Hunger auf das geschaffen hat, was man zuerst bekämpft hat.
Hier haben wir das physikalische Universum in seiner allerbesten Arbeitsweise in Aktion:
einen dazu zu bringen, etwas zu bekämpfen, und es dann so einzurichten, dass man am
Ende heftig nach dem verlangt, was man bekämpft hat.
Sie können, wenn Sie einmal um sich schauen, das Akzeptierungsniveau in jeder Tätigkeit
des Lebens zum Ausdruck gebracht sehen. Sie können dann verstehen, warum eine
Frau ein Wohnzimmer nicht sauber machen will. Ein Wohnzimmer ist für diese Person nicht
akzeptabel, ausser in einer fürchterlichen Unordnung. Sie können auch verstehen, warum ein
Mann ein schönes und hilfsbereites Mädchen verlässt und mit einem Dienstmädchen oder
einer Prostituierten davonläuft. Sein Akzeptierungsniveau in bezug auf das schöne Mädchen
lag zu tief unten. Einige von Ihnen können auch verstehen, warum Sie, als Sie klein waren, in
Ihrem eigenen Elternhaus nicht akzeptabel waren. Sie waren zu helle und zu fröhlich, und das
war zu hoch über jenen um Sie herum. Sie können auch verstehen, warum die Zeitungen die
Geschichten drucken, die sie drucken.

KONFRONTIEREN
Was eine Person konfrontieren kann, kann sie handhaben (mit einer Sache umgehen,
Kontrolle ausüben, leiten).
Der erste Schritt, um irgend etwas zu handhaben, besteht darin, eine Fähigkeit zu gewinnen,
einer Sache ins Auge zu sehen.
Es könnte gesagt werden, dass der Krieg als Bedrohung für den Menschen fortbesteht,
weil der Mensch den Krieg nicht konfrontieren kann. Die Idee, den Krieg so fürchterlich zu
machen, dass niemand imstande sein wird, in ihm zu kämpfen, ist die genaue Umkehrung der
Tatsache – falls man den Krieg zu beenden wünscht. Die Erfindung des Langbogens14, des
Schiesspulvers, schwerer Schiffskanonen, der Maschinengewehre, Flammenwerfer und der
Wasserstoffbombe fügen nur immer mehr Gewissheit hinzu, dass der Krieg fortbestehen wird.
Da jedes neue Element, das der Mensch nicht konfrontieren kann, zu den Elementen hinzukommt,
die er bis jetzt nicht zu konfrontieren imstande gewesen ist, arbeitet der Mensch auf
eine Abnahme seiner Fähigkeit hin, den Krieg zu handhaben.
Wir betrachten hier den Grundaufbau aller Probleme. Probleme beginnen mit einer
Unfähigkeit, irgend etwas zu konfrontieren. Ob wir dies nun auf häusliche Streitigkeiten oder
Insekten, auf Müllkippen oder auf Picasso anwenden, man kann den Beginn jedes existierenden
Problems immer auf eine Nichtbereitschaft zum Konfrontieren zurückführen.
Nehmen wir eine häusliche Szene. Der Ehemann oder die Ehefrau kann den anderen
nicht konfrontieren, kann Folgen der zweiten Dynamik15 nicht konfrontieren, kann die wirtschaftlichen
Belastungen nicht konfrontieren – und also haben wir einen Ehekrach. Je weniger
von diesen Dingen wirklich konfrontiert werden, um so mehr werden sie zum Problem
werden.
Es ist eine Binsenweisheit, dass man niemals irgend etwas löst, indem man vor der Sache
davonläuft. Man könnte natürlich auch sagen, die Sache mit den Kanonenkugeln liesse
sich nicht dadurch lösen, dass man ihnen mit blosser Brust entgegentritt. Aber ich versichere
Ihnen, dass, würde niemand sich darum kümmern, ob Kanonenkugeln abgeschossen werden
oder nicht, die Kontrolle über Menschen durch Androhung von Kanonenkugeln aufhören
würde.
Unten am Bahnhof, wo der Abschaum sich trifft, um die Polizei beschäftigt zu halten,
könnten wir nicht einen einzigen Mann finden, desssen Grundschwierigkeiten und dessen
Abstieg nicht sofort auf eine Unfähigkeit zu konfrontieren zurückgeführt werden könnte.
Es kam einmal ein Krimineller zu mir, dessen ganze rechte Seite gelähmt war, und
doch verdiente sich dieser Mann seinen Lebensunterhalt, indem er auf der Strasse Leute niederschlug und sie ausraubte.
Warum er Leute niederschlug, konnte er nicht mit seinem gelähmten
Arm und seiner gelähmten Seite in Verbindung bringen. Von seiner Kindheit an war
er dazu erzogen worden, Menschen nicht zu konfrontieren. Er konnte dem Konfrontieren von
Menschen nicht näher kommen, als sie niederzuschlagen, und daher seine kriminelle Karriere.
Je mehr die Schrecklichkeit des Verbrechens durch das Fernsehen und die öffentliche
Presse vergöttert wird, um so weniger wird die Gesellschaft imstande sein.
Verbrechen zu handhaben. Je furchterregender der jugendliche Kriminelle dargestellt
wird, um so weniger wird die Gesellschaft imstande sein, mit dem jugendlichen Kriminellen
umzugehen.
In der Ausbildung wird der Student um so weniger fähig sein, das Thema in den Griff
zu bekommen, je esoterischer und schwieriger ein Thema gemacht wird. Wenn ein Fach von
einem Lehrer zu furchterregend gemacht wird, dann weicht der Student um so mehr davor
zurück. Es gab zum Beispiel einige frühe europäische Studien über den Geist, die so kompliziert
und unverständlich waren und mit einem solchen Mangel an Verstehen über den Menschen
verwoben waren, dass es einem Studenten unmöglich war, sie zu konfrontieren.
Im ganzen gesehen befindet sich der Mensch heute in bezug auf den menschlichen
Geist in diesem Zustand. Jahrhundertelang wurde der Mensch dazu erzogen, an Dämonen und
leichenfressende Geister und nächtliche Poltergeister zu glauben. In Südeuropa gab es eine
Organisation, die aus diesem Schrecken Kapital schlug und Dämonen und Teufel erschuf, die
so furchterregend waren, dass der Mensch auf die Dauer nicht einmal der Tatsache ins Auge
sehen konnte, dass irgendeiner seiner Mitmenschen eine Seele hatte. Somit kamen wir in ein
ganz und gar materialistisches Zeitalter. Mit der im Hintergrund stehenden Lehre, dass niemand
das »Unsichtbare« konfrontieren könne, versuchten rachsüchtige Religionen, an eine
vorderste Kontrollstelle vorzurücken. Natürlich schafften sie es nicht, ihr Ziel zu erreichen,
und Irreligiosität wurde zur Tagesordnung, wodurch Kommunismus und anderem Schwachsinn
die Tür geöffnet wurde. Obwohl es wahr erscheinen könnte, dass man das Unsichtbare
nicht konfrontieren kann – wer sagte, dass ein Geist immer unsichtbar war? Wollen wir doch
lieber sagen, dass es für den Menschen oder irgend etwas anderes unmöglich ist, das Nichtexistierende
zu konfrontieren. Und wenn nichtexistierende Götter erfunden werden und ihnen
mehr Rollen in der Gesellschaft gegeben werden, entdecken wir daher, dass der Mensch so
degradiert wird, dass er nicht einmal das geistige Wesen in seinen Mitmenschen konfrontieren
kann, geschweige denn, moralisch werden kann.
Konfrontieren ist, als ein Thema für sich, ungeheuer interessant. In der Tat gibt es einige
Anzeichen dafür, dass geistige Eindrucksbilder (Kopien oder »Photographien« vom physikalischen
Universum) nur dann auftreten, wenn die Person nicht imstande ist, die Umstände
des Bildes zu konfrontieren. Wenn dies zunimmt und der Mensch nicht imstande ist, überhaupt
irgend etwas zu konfrontieren, dann könnte man annehmen, dass er Bilder von allem
und von überall hat. Dies ist durch einen ziemlich interessanten Test nachgewiesen, den ich
1947 selbst durchgeführt habe. Ich entdeckte, obwohl ich es zu dem damaligen Zeitpunkt
nicht vollständig darlegte, dass eine Person keine weiteren Bilder hat, wenn sie alle Bilder
konfrontieren kann. Da sie dadurch imstande ist, alles zu konfrontieren, was sie getan hat,
wird sie nicht mehr von den Dingen belästigt, die sie getan hat. Dies wird dadurch unterstützt,
dass man entdecken wird, dass Personen, die die Fähigkeit, mit Bildern umzugehen, steigern,
schliesslich überhaupt keine Bilder mehr haben. Das nennen wir einen »Clear«.
Ein »Clear« wäre im absoluten Sinn jemand, der alles und jedes in der Vergangenheit,
der Gegenwart und der Zukunft konfrontieren könnte.
Die Lösung eines Problems scheint einfach die Steigerung der Fähigkeit zu sein, das
Problem zu konfrontieren, und wenn das Problem vollständig konfrontiert werden kann, dann
existiert es nicht mehr. Dies ist merkwürdig und wunderbar.
Die Schwierigkeiten des Menschen sind eine Zusammensetzung seiner Feigheiten. Um
Schwierigkeiten im Leben zu haben, ist nichts weiter notwendig als anzufangen, vor dem Geschehen
des Lebens davonzulaufen. Danach sind Probleme von unlösbarer Grössenordnung
sicher. Wenn Personen daran gehindert werden, das Leben zu konfrontieren, dann erwächst
ihnen eine ungeheure Fähigkeit, Schwierigkeiten damit zu haben.
Verschiedene nervöse Merkmale können sofort darauf zurückgeführt werden, dass
man mit etwas zu konfrontieren versucht, welches darauf besteht davonzulaufen. Eine nervöse
Hand wäre zum Beispiel eine Hand, mit der die Person etwas zu konfrontieren versucht.
Die Vorwärtsbewegung der Nervosität wäre die Anstrengung, sie zum Konfrontieren zu bringen;
ihre Rückwärtsbewegung wäre ihre Weigerung zu konfrontieren. Der Grundfehler ist
natürlich, mit der Hand zu konfrontieren.
Die Welt ist für diejenigen, die sie nicht konfrontieren können, niemals strahlend. Für
eine geschlagene Armee ist alles ein stumpfes Grau. Sagt Ihnen jemand: »Da drüben ist alles
ganz fürchterlich«, so ist sein ganzer Trick in der Tatsache enthalten, dass er versucht. Sie
davon abzuhalten, etwas zu konfrontieren, und Sie somit dazu zu bringen, sich vom Leben
zurückzuziehen. Brillen, nervöse Zuckungen, Spannungen, all diese Dinge stammen von einer
Nichtbereitschaft zu konfrontieren. Wird diese Bereitschaft wiederhergestellt, dann neigen
diese Unfähigkeiten dazu zu verschwinden.

ZUM THEMA ORDNUNG SCHAFFEN
Wenn Sie anfangen, in irgend etwas Ordnung hineinzubringen, dann zeigt sich Unordnung
und verschwindet. Bemühungen, Ordnung in die Gesellschaft oder irgendeinen Teil der
Gesellschaft hineinzubringen, werden daher jedesmal eine Zeitlang Unordnung hervorbringen.
Der Trick besteht darin, damit fortzufahren, Ordnung zu schaffen; und bald ist die Unordnung
verschwunden, und ordentliche Tätigkeit bleibt übrig. Aber wenn Sie Unordnung
hassen und Unordnung nur bekämpfen, sollten Sie niemals versuchen, Ordnung in irgend
etwas hineinzubringen; denn die Unordnung, die dabei entsteht, wird Sie halb verrückt machen.
Nur wenn Sie imstande sind, Unordnung nicht zu beachten, und wenn Sie dieses Prinzip
verstehen können, können Sie eine funktionierende Welt haben.

ÜBER DEN CHARAKTER DES MENSCHEN
In der Vergangenheit war dem Menschen ein Wissen über seinen eigenen Charakter
eine unangenehme Tatsache, da Leute ihn zu zwingen suchten, dieses Wissen einzig und allein
durch Verdammung zu erreichen. Er kämpfte an gegen das, was er war; und er wurde
das, wogegen er ankämpfte, und mit einer ständig enger werdenden Spirale sank er tiefer in
den Sumpf. Wenn jemals ein Mensch einmal mit Genauigkeit erkennen würde, was er ist,
wenn er erkennen würde, was andere Menschen aus ihm zu machen versuchten, wenn er dieses
Wissen mit grosser Gewissheit erreichen könnte, dann gäbe es keine Ketten, die stark genug
wären, um sein Entkommen zu verhindern; denn solcher Art wäre sein Erstaunen, dass er
Bestien, Göttern und Luzifer selbst trotzen würde, um etwas Besseres zu werden, als das, was
er in seinem Innersten gesehen hatte.
Die einzige Tragödie der ganzen Sache ist, dass dem Menschen jede Methode gefehlt
hat, sich selbst mit Gewissheit einzuschätzen, so dass er hätte wissen können, was er zu
verbessern suchte.
Der Grundimpuls des Menschen ist, eine Wirkung zu erzeugen.
In Wesen, die auf einer relativ hohen Tonstufe sind – die äusserst hochstehende Gruppe
der Menschheit und darüber – , in solchen Wesen besteht der Impuls, aus nichts etwas zu
erzeugen. Man kann nur dann eine schöpferische Wirkung verursachen, wenn man verursacht,
dass aus nichts etwas wird.
Weiter unten auf der Tonskala16 ist die am stärksten erwünschte Wirkung, aus etwas
nichts zu machen. Der allgemeine Durchschnitt der Menschheit nimmt diesen Bereich der
Skala ein.
Der Mensch in den niedrigen Bereichen ist ganz und gar den Zielen des Körpers selbst
gewidmet. Der Körper muss, um zu existieren, aus etwas nichts machen. Dies ist, als einfachste
Illustration, das Ziel des Essens. Es mag für das Leben notwendig sein zu essen oder
nicht, vielleicht ist es nicht einmal für den Körper notwendig zu essen. In der Para-
Tologie17 gibt es einen Nachweis, dass der Magen einst genügend Lebensenergie produziert
hat, um den Körper ohne irgendwelche weitere »Nahrung« zu bewegen. Aber der Körper
von Menschen und Tieren ist heute im allgemeinen nicht so ausgerüstet, und dessen sind wir
uns sehr sicher.
Die einzige Bemühung des Körpers, aus nichts etwas zu machen, wohnt der Sexualität
inne, und in dieser Kultur in unserer Zeit ist Sexualität eine herabgewürdigte, schmutzige Sache,
die bestenfalls verborgen werden muss, und Babys sind etwas, was man nicht haben soll,
sondern was verhütet werden muss. Somit ist sogar Sexualität auf die Ebene des Impulses
gebracht worden, aus etwas nichts zu machen.
Genau wie der Körper durch Essen danach strebt, aus etwas nichts zu machen, versucht
der durchschnittliche Menschenschlag bei seinen Unterhaltungen und zwischenmenschlichen
Beziehungen, aus Freundschaft, Bekanntschaften, sich selbst, der Kunst
und allen anderen Dingen ein Nichts zu machen. Er akzeptiert eine Aussage oder eine Nachrichtengeschichte,
die etwas in Richtung Nichts reduziert, weitaus bereitwilliger, als er eine
Geschichte akzeptiert, die von einem relativen Nichts her zu einem höheren Etwas hin aufsteigt.
Demzufolge stellen wir fest, dass wissenschaftliche Errungenschaften zum Nutzen des
Menschen einen sehr unbedeutenden Platz in den Zeitungen einnehmen, und Geschichten von
Morden und Liebesnestern, Kriegen und Seuchen den ersten Platz einnehmen.
Der Mensch, in seiner gegenwärtigen Form, wird allein durch seine Kultur auf dem
Weg zum Überleben gehalten. Diese Kultur wurde durch rohe Gewalt in Bewegung gesetzt,
und mit roher Gewalt wird sie reguliert. Die Mehrzahl der Menschen überlebt gegen ihren
eigenen Willen. Sie arbeitet gegen ihre eigenen Wünsche und versucht, wo immer es möglich
ist und sehr heimlich, unterzugehen.
Das physikalische Universum könnte ein Liebe-Hass-Universum genannt werden,
denn diese beiden sind die am deutlichsten zur Schau gestellten Erscheinungsformen, keine
von ihnen hat irgendeine besondere Höhe, obwohl viele behaupten, dass Liebe alles sei und
dass Liebe hoch auf der Tonskala sei, was nicht der Fall ist.
Um zu leben, muss der Mensch essen. Jedesmal, wenn ein Mensch isst, ungeachtet der
Güte seines Herzens oder seines Wesens, muss etwas gestorben sein oder sterben, auch wenn
es nur Zellen sind. Um zu essen, muss man also imstande sein, Tod herbeizuführen. Wenn
Essen durch Tod motiviert ist, dann würde Verdauung so gut funktionieren, wie einem erlaubt
ist zu töten. In dieser Gesellschaft wird schlecht verdaut. Töten wird auf eine degradierte und
verdeckte Weise gescheut, und der Mensch isst nur diejenigen Dinge, die nicht nur woanders
und ausserhalb seiner Sicht getötet worden sind, sondern deren Tod auch durch Abkochen
bestätigt worden ist. Selbst das Töten von Nahrung steht heute weit oberhalb der Fähigkeit
des grössten Teils unserer Kultur.
Als Charakteristika von Liebe könnten genannt werden: Nichttoten, Magenbeschwerden,
Hunger, kann aber nicht essen, Arbeit, Flows (Flow: Strömung, Fluss – ein Impuls oder
eine Bewegung von Energiepartikeln oder Gedanken oder Massen zwischen zwei Punkten),
starker Nachdruck auf Affinität, Realität und Kommunikation und gehemmte Sexualität. Hass
als Charakteraspekt könnte – zumindest auf einer gedanklichen Ebene – folgendermassen
charakterisiert werden: töten, Verdauungsstörungen, hungrig, isst aber heimlich, keine Arbeit,
halten, vorgegebene Affinität, Realität und Kommunikation und aufgezwungene Sexualität.
Dies sind zwei Persönlichkeitsklassen. Viele Menschen bestehen aus beidem.
Das Denken wird beim Menschen in grossem Masse aus Druck heraus erzeugt und ist
nicht frei. Es ist eine Anstrengung zu wissen, bevor er weiss, das heisst eine Zukunft zu verhindern.
Das Phänomen, in die Vergangenheit hinein zu gehen, ist einfach das Phänomen des
Versuchs, das Wissen zu nehmen, das man durch Gewalt und Aufprall erworben und nach
dem Ereignis festgehalten hat, und es vor das Ereignis zu setzen, um die Sache, die schon
geschehen ist, zu verhindern. »Wenn ich doch nur gewusst hätte«, ist eine geläufige Redewendung. Das wird so schlimm, dass verursacht wird, dass der Mensch wissen will, bevor er
auf irgend etwas schaut, denn in seinem verkommenen Zustand ist es nicht nur gefährlich,
Kraft zu verwenden, nicht nur gefährlich, Emotionen zu verwenden, nicht nur gefährlich zu
denken, sondern auch Dinge wahrzunehmen, die das tun. Daher die Häufigkeit von Brillen in
dieser Gesellschaft.
Der Körper – und das bedeutet in dieser Kultur natürlich der Mensch – muss für alles
einen Grund haben. Das, was am meisten begründet ist, ist der Körper. Ein Grund ist, so wie
der Mensch es interpretiert, eine Erklärung, und er hat das Gefühl, dass er sich selbst hinwegerklären
muss, und dass er jede Aktion, die er unternimmt, erklären muss. Der Mensch glaubt,
dass er Kraft haben muss, es wird aber Kraft auf ihn ausgeübt, dass er nicht wahrnehmen darf
oder wahrgenommen werden darf, dass er töten muss, aber nicht getötet werden darf, dass er
keine Emotionen haben darf, dass er imstande sein muss, Zerstörung zu bringen, ohne sie zu
empfangen. Er kann keinen Schmerz haben. Er muss Arbeit scheuen und vorgeben, dass jede
Arbeit, die er durchführt, ein eindeutiges Ziel hat. Er hat das Gefühl, dass alles, was er sieht,
durch etwas anderes erschaffen worden sein muss, und dass er selbst nicht erschaffen darf. Zu
allem gibt es eine Erschaffung, die seiner eigenen vorausgeht. Alle Dinge müssen auf früheren
Dingen basieren. Daher scheut er die Verantwortung für alles, was er macht, und für jegliche
Zerstörung, die er erschaffen mag.
Dieses Tier hat sich mit Zerstörungswaffen ausgerüstet, die seinen Waffen zur Heilung
weitaus überlegen sind, und in dieser auf tiefer Tonstufe stehenden Nachahmung wimmert
und pocht er darauf, ein Abbild von Heiligkeit und Göttlichkeit zu sein, kennt jedoch keine
Bedeutung von Ethik (Vernunft und Erwägung in bezug auf optimales Überleben) und kann
nur Moralgrundsätze befolgen. Er ist ein Tier aus Fleisch, ein Ding in der Zwangsjacke einer
Polizeitruppe, das dazu gebracht wurde zu überleben, dazu gebracht wurde, unter Kontrolle
zu bleiben, dazu gebracht wurde, seine Pflicht zu tun und das meiste davon freudlos und –
»armes Ding« – sogar ohne tatsächliches Leiden auszuführen. Er ist ein Tier aus Fleisch; er
ist etwas zum Essen. Wenn man ihm helfen soll, dann muss er lernen, wo er ist, und lernen,
etwas Besseres zu finden.
In unserem gegenwärtigen Zeitalter ist Feigheit eine akzeptierte soziale Haltung,
Selbstverleugnung eine korrekte Anredeweise und verborgene Unanständigkeit eine richtige
Überlebensmethode.
Es mag sein, dass meine Aussage darüber nicht mit uneingeschränkter Überzeugungskraft
ankommt. Glücklicherweise, obwohl diese Daten auf eine umfangreiche Erfahrung mit
dem Menschen gegründet sind, insbesondere in den letzten paar Jahren und während eines
fürchterlichen, alles umwälzenden Krieges, braucht meine Aussage darüber nicht zu bestehen,
denn in Tologie haben wir Verfahrensweisen, die durch ihre Funktionsfähigkeit die Genauigkeit
dieser Beobachtung über den menschlichen Charakter darlegen.

VERGANGENHEIT, GEGENWART UND ZUKUNFT
Es gibt eine Grundregel, dass eine psychotische Person mit der Vergangenheit beschäftigt
ist, dass eine neurotische Person kaum imstande ist, mit der Gegenwart fertig zu
werden, und eine geistig gesunde Person mit der Zukunft beschäftigt ist.
Die Unterteilung könnte spezifischer durchgeführt werden, indem man erkennt, dass
der Neurotiker kaum imstande ist, die Gegenwart zu konfrontieren, dass aber die geistig sehr,
sehr gesunde Person die Gegenwart vollständig konfrontiert und sich sehr wenig um die Zukunft
kümmert, weil sie in der Handhabung der Gegenwart fähig genug ist, um die Zukunft
für sich selbst sorgen zu lassen. In die Vergangenheit zu schauen und in die äusserste Zukunft
zu schauen sind beides gleichermassen Anstrengungen, die Gegenwart zu vermeiden und anderswo
hinzuschauen, als auf etwas.
Sie haben Leute gekannt, die auf ein ganz anderes Thema antworten, wenn sie nach
irgend etwas gefragt werden; wenn man ihnen eine Frage über das Wetter stellt, dann erzählen
sie etwas über einen Meteorologen. Die Unfähigkeit, auf etwas zu schauen, zeigt sich zuerst
dadurch, dass man denkt, bevor man schaut, und dann wird das wirkliche Ziel, auf das
man schauen sollte, mehr und mehr vermieden, bis es schliesslich ganz und gar in einem
Wirrwarr von Komplikationen verschwunden ist.
Die Vermeidung der Realität ist lediglich eine Vermeidung der Gegenwart.
Eine Person, die nicht auf das physikalische Universum schauen will, muss entweder
nach vom in die Zukunft hineinschauen oder nach hinten in die Vergangenheit. Einer der
Gründe, warum sie das tut, ist erstens, dass es ungenügend Handlung in der Gegenwart gibt.
Dann entwickelt sich dieser Durst nach Handlung zu einer Unfähigkeit zu handeln, und die
Person beschliesst, dass alles in einem gleichbleibenden Zustand bleiben muss, und sie versucht
Handlungen zu verhindern. Dies gilt ebenfalls für Schmerz. Menschen, die ein wenig
aus der Gegenwart heraus sind, haben eine schreckliche Angst vor Schmerzen, und Menschen,
die wirklich aus der Gegenwart heraus sind, zum Beispiel Menschen in einem psychotischen
Zustand, haben einen Abscheu vor Schmerzen, der nicht beschrieben werden kann.
Eine Person, die ganz und gar in der Gegenwart ist, macht sich nicht sehr viele Gedanken um
Schmerzen.
Die Vermeidung von Arbeit ist eines der deutlichsten Anzeichen eines verfallenen Zustandes
der Persönlichkeit. Alle aberrierten Persönlichkeiten haben zwei gemeinsame Nenner;
einer davon ist, ihnen graut vor Arbeit, und der andere ist, ihnen graut vor Schmerzen. Menschen,
die nur mässig aus der Gegenwart heraus sind, das heisst, Menschen, die als »geistig
gesund« eingestuft werden, haben schon begonnen, sich in bezug auf Arbeit in solcher Form
zu entschuldigen, dass sie sagen, sie arbeiten auf eine Belohnung am Ende hin und betrachten
die Leistung von Anstrengung selbst und das Zustandebringen von Dingen an sich nicht mehr
als eine ausreichende Belohnung. Damit wird das ganze Geflecht aus Dankbarkeit oder Bewunderung
zu einer notwendigen Bezahlung für Energieeinsatz. Die elterliche Forderung
nach Dankbarkeit spiegelt sich oft in einer ernsthaft aberrierten Person wider, der das Gefühl
gegeben wird, dass sie die ungeheuren Begünstigungen, die ihre Eltern durch ihre Arbeit ihr
haben zukommen lassen, niemals zurückzahlen könne. In Wirklichkeit brauchen die Eltern,
offen gesagt, nicht bezahlt zu werden, denn wenn es nicht ausreichende Belohnung war, das
Kind aufzuziehen, dann sind die Eltern unterhalb der Stufe, bezahlt werden zu können, mit
anderen Worten, sie könnten einen Lohn nicht akzeptieren.
Betrachtet man die geistig sehr, sehr gesunde Person, die sich in der Gegenwart befindet,
würde man die Verminderung ihrer geistigen Gesundheit anhand eines Wechsels von
einem Interesse an der Gegenwart zu einem überwältigenden Interesse an der Zukunft bemerken,
welches zu einer beträchtlichen Planung für die Zukunft herabsinken würde, damit vermieden
wird, dass der Person in ihr schlechte Dinge zustossen, dann ein Zurückscheuen vor
der Zukunft aufgrund schmerzhafter Geschehnisse, dann ein schauderndes und spärliches
Festhalten an der Gegenwart und schliesslich eine Vermeidung sowohl der Zukunft als auch
der Gegenwart und eine Verlagerung in die Vergangenheit. Dieser letzte Zustand wäre ein
psychotischer Zustand.
Jemand hält sich an Dingen in der Vergangenheit fest, aufgrund des Postulats, dass sie
in der Zukunft nicht geschehen dürfen. Damit wird die Person in der Vergangenheit festgenagelt.
Untätigkeit und Unentschlossenheit in der Gegenwart wurzeln in Furcht vor den Folgen
in der Zukunft. In Tologie kann diesem Zustand einer Person abgeholfen werden, so
dass sie der Gegenwart mit grösserer Leichtigkeit ins Auge sehen kann.

DAS SPIELEN DES SPIELS
Die höchste Aktivität ist das Spielen eines Spiels. Ist jemand auf einer hohen Tonstufe,
dann weiss er, dass es ein Spiel ist. Während er auf der Tonskala tiefer hinunterfällt, wird er
sich des Spiels weniger und weniger bewusst.
Die grösste Fähigkeit des Denkens ist UNTERSCHEIDUNG. Solange man Unterschiede
erkennen kann, ist man geistig gesund. Sein Gegenstück ist IDENTIFIKATION.
Die rechtsgültige Definition von geistiger Gesundheit ist die »Fähigkeit, richtig von
falsch zu unterscheiden«.
Folglich wäre die höchste Fähigkeit im Spielen eines Spiels die Fähigkeit, die Regeln
für richtig und falsch in diesem besonderen Spiel zu kennen. Da alle Richtigkeit und Falschheit
Betrachtungen sind und da das Spiel selbst eine Betrachtung ist, erfordert das Spielen des
Spiels eine grosse Fähigkeit, Unterschiede zu erkennen, insbesondere erfordert es eine Fähigkeit,
die Regeln zu kennen, sowie die Regeln für richtig und die Regeln für falsch zu kennen.
Wenn eine Person zum Identifizieren neigt, dann ist sie nicht mehr imstande, die Regeln
für richtig und die Regeln für falsch zu unterscheiden; die Regeln über Richtiges werden
Falsches, und die Regeln über Falsches werden Richtiges; folglich haben wir einen Verbrecher
vor uns.
Ein Verbrecher kann das Spiel der Gesellschaft nicht spielen. Er spielt dann das Spiel,
das »Räuber und Gendarm« genannt wird.
Eine Person, die in starkem Masse identifiziert, ist nicht unbedingt ein Krimineller,
aber sie hat ganz bestimmt Schwierigkeiten damit, das Spiel der Gesellschaft zu spielen. Statt
dieses Spiel zu spielen »wird sie müde« oder »wird sie krank«. Diese Dinge lässt sie geschehen,
weil sie das Spiel der Gesellschaft nicht spielen will. Sie hat ein mittelmässiges »Spiel«
mit »Hypochondrie«.
Nun, hätte man eine Kultur, die ein Spiel des Nicht-spielens für alle abhielte, eine Kultur,
die selbst kein Spiel hätte, bei dem alle mitspielen könnten, eine Kultur, in deren Regierung
eine Fixierung darauf bestände, jeden davon abzuhalten, das Spiel zu spielen, das ER
spielen will, dann hätten wir als Manifestation davon alle möglichen sonderbaren Krankheiten,
eben z.B. diejenigen, die in verschiedenen Ideologien wie Kapitalismus oder Kommunismus
beschrieben werden. Das ganze Spiel der Regierung bestände darin: »Höre auf, DEIN
Spiel zu spielen.« Das Ausmass an geistiger Gesundheit in einer Regierung wäre das Ausmass
an starker und aktiver Mitarbeit, das sie an dem Spiel der Regierung erlaubte, an dem Spiel,
sein eigenes Spiel zu spielen.
Ähnlich wie Menschen, die das Spiel nicht spielen können, keine Unterschiede erkennen
können, könnte eine geistig gesunde Person feststellen, dass sie sehr verwirrt darüber ist,
Teil eines Spiels zu sein, welches keine Unterschiede feststellt und wo die Regeln für richtig
und falsch unklar definiert sind. Folglich würde eine Regierung ohne genaue und fehlerlose
Gesetzbücher und Rechtsprechung bei ihren Bürgern eine Unfähigkeit entdecken, das Spiel
zu spielen, ganz gleich, wie geistig gesund die Bürger wären.
Somit kann das Spiel verrückt sein und seine Spieler geistig gesund, oder die Spieler
können verrückt sein und das Spiel geistig gesund. Jeder dieser Umstände würde die anderen
beeinflussen. Erhalten wir verrückte Spieler und ein verrücktes Spiel – das Endprodukt jeder
der beiden hier genannten Unordnungen – bekämen wir alles mögliche, nur kein Spiel. Wir
erhielten Chaos.
Nehmen wir als ein brauchbares Beispiel von einer Unfähigkeit, Unterschiede zu erkennen,
Leute, die an verleumderischen Unterlagen nichts falsches sehen können. Wir haben
hier Leute, die keine Unterschiede sehen. Sie unterscheiden nicht. Sie unterscheiden nicht,
weil sie kein Spiel sehen. Sie sehen kein Spiel, weil Sie kein Spiel spielen können. Oder sie
haben, gewöhnt an eine Gesellschaftsstruktur, die keine Regel für richtig oder falsch besass,
ihre Kriterien verloren.

FREIHEIT KONTRA GEFANGENSEIN
In Griechenland, Rom, England, im Amerika der Kolonialzeit, in Frankreich und Washington,
überall wird sehr viel über das Thema Freiheit gesprochen. Freiheit ist anscheinend
etwas, das sehr wünschenswert ist. Freiheit wird in der Tat als das Ziel eines Volkes oder einer
Nation angesehen. Gleichermassen müssen wir, wenn wir die Fähigkeit einer Person wiederherstellen,
Freiheit bei ihr wiederstellen. Wenn wir Freiheit nicht wiederherstellen, können
wir Fähigkeit nicht wiederherstellen. Der Ringkämpfer mit einem Muskelkater, der angespannte
Fahrer, der Weltraumfahrer mit eingefrorener Reaktionszeit sind alle gleichermassen
nicht fähig. Ihre Fähigkeit liegt in einer Steigerung der Freiheit, einer Freilassung der Spannung
und einer besseren Kommunikation mit ihrer Umgebung.
Die Hauptschwierigkeit mit Freiheit ist, dass sie keine Struktur besitzt. Etwas, das frei
ist, ist frei. Es ist nicht mit Drähten, Vias (Via: alles, was verwendet wird, um eine Kommunikation
weiterzuleiten), Umleitungen oder Dämmen frei, es ist einfach frei. Es gibt noch etwas
hinsichtlich Freiheit, das ungeheuer interessant ist – sie kann nicht ausgelöscht werden.
Möglicherweise sind Sie imstande, jemandes Aufmerksamkeit auf etwas zu konzentrieren,
das nicht frei ist, und können ihn damit in einen Zustand bringen, wo er glaubt, dass es
keine Freiheit gibt, aber das bedeutet nicht, dass Sie die Freiheit der Person ausgelöscht haben.
Das haben Sie nicht getan. All die Freiheit, die sie jemals hatte, ist noch immer da.
Ausserdem besitzt Freiheit keine Quantität, und der Definition nach hat sie keine Position
in Raum oder Zeit. Somit sehen wir, dass die Person (der Geist, die Seele) potentiell die
freieste Sache ist, die es geben könnte. Also konzentriert sich der Mensch auf Freiheit.
Aber wenn Freiheit keine Struktur hat, dann erklären Sie doch bitte, wie man etwas erlangen
soll, was nicht vollständig erklärt werden kann. Wenn irgend jemand über einen »Weg
zur Freiheit« spricht, dann spricht er über eine gerade Linie. Diese muss folglich Grenzen
haben. Und wenn es Grenzen gibt, gibt es keine Freiheit.
Sprechen Sie mit jemandem, der von acht Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags arbeitet,
ohne Ziele, ohne Zukunft und ohne Glauben an die Organisation und ihre Ziele, jemandem,
von dem durch Ratenzahlungen, Miete und andere Schranken wirtschaftlicher Art
verlangt wird, dass er seinen ganzen Lohn investiert, sobald er ausbezahlt ist, und wir haben
eine Person, die die Idee der Freiheit verloren hat. Ihre Konzentration ist so vollständig auf
Schranken fixiert, dass Freiheit aus geringerer Anzahl von Schranken bestehen muss.
In vielen Fällen, in denen das Leben von einer Katastrophe nichts weiss, bis sie geschehen
ist, ist das Leben empfänglich für Dummheit. Der Farmer des mittleren Westens hatte
eine Redewendung dafür: »Verriegele die Tür, nachdem das Pferd gestohlen ist.« Es ist eine
Katastrophe nötig, um die Menschen dazu zu erziehen, dass sie wissen, dass es solch eine
Katastrophe gibt. Das ist Erziehung durch Schmerz, durch Wucht, durch Strafe. Eine Bevölkerung,
die sich einer einmaligen Katastrophe gegenübergestellt sieht, welche den Planeten
auslöschen wird, hätte daher keine Chance, sehr viel über den Planeten zu lernen, bevor er
ausgelöscht worden ist. Wenn die Bevölkerung also darauf bestände, durch Erfahrung zu lernen,
um eine solche Katastrophe zu verhindern, dann hätte sie niemals die Gelegenheit dazu.
Wenn im zweiten Weltkrieg keine Atombombe irgendeiner Art abgeworfen worden wäre,
dann gäbe es wahrscheinlich nicht die geringste Besorgnis über Kernspaltung, obwohl die
Kernspaltung vielleicht direkt bis hinauf zu dem Planetensprenger entwickelt worden wäre,
ohne jemals gegen den Menschen eingesetzt worden zu sein; und dann würde dieser Planetensprenger
auf die Erde angewandt und sie somit zerstören.
Wenn jemand nicht wüsste, was ein Tiger ist, und wir ihm demonstrieren möchten,
dass keine Tiger da sind, dann hätten wir es schwer damit. Hier haben wir eine Freiheit von
Tigern, ohne irgend etwas über Tiger zu wissen. Bevor diese Person ein Nichtvorhandensein
von Tigern verstehen könnte, müsste sie das Vorhandensein von Tigern verstehen. Das ist der
Lernprozess, den wir unter der Bezeichnung Lernen »durch Erfahrung« kennen.
Um irgend etwas zu wissen, wenn wir Erziehungsmethoden anwenden, ist es also notwendig,
auch sein Gegenteil zu kennen. Das Gegenstück zum Thema Tiger in dieser Hinsicht
gibt es wahrscheinlich in den malaiischen Dschungeln, wo Tiger so häufig sind, dass das Fehlen
von Tigern in der Tat eine Neuigkeit wäre. Ein Land, das ganz und gar von Tigern heimgesucht
ist, würde vielleicht die Vorstellung, dass es keine Tiger gäbe, überhaupt nicht verstehen.
In einigen Teilen der Welt müsste man mit den Bewohnern eines Gebietes, das von
Tigern heimgesucht wird, ungeheure Debatten führen, um ihnen irgendeine Ahnung davon zu
vermitteln, was ein Nichtvorhandensein von Tigern wäre.
Das Verstehen von Freiheit ist demnach etwas kompliziert, wenn Personen, die sie
nicht haben, sie wahrscheinlich nicht verstehen.
Aber das Gegenteil von Freiheit ist Sklaverei, und jeder weiss das – ist es nicht so? Ich
glaube nicht, dass diese zwei Dinge ein Gegensatzpaar sind. Freiheit ist nicht das Plus eines
Zustands, wo Sklaverei das Minus ist, ausser wir beschäftigen uns ausschliesslich mit dem
politischen Organismus. Wo wir uns mit der einzelnen Person beschäftigen, ist eine bessere
Terminologie notwendig, und es ist erforderlich, dass man die Struktur von Minus-Freiheit
besser versteht.
Minus-Freiheit ist Gefangensein. Freiheit ist das Fehlen von Schranken. Weniger Freiheit
ist das Vorhandensein von Schranken. Absolute Minus-Freiheit wäre die Allgegenwart
von Schranken. Eine Schranke ist Materie, Energie, Zeit oder Raum. Je mehr Materie, Energie,
Zeit oder Raum die Herrschaft über das Individuum antritt, um so weniger Freiheit hat
dieses Individuum. Das versteht man am besten als Gefangensein, da Sklaverei Absicht beinhaltet,
und Gefangensein könnte als fast keine Absicht beinhaltend betrachtet werden. Jemand,
der in eine Bärenfalle gerät, hat vielleicht überhaupt nicht die Absicht gehabt, in sie
hineinzugeraten. Und eine Bärenfalle hat vielleicht überhaupt nicht die Absicht gehabt, dass
sich eine Person auf ihren spitzen Pfosten aufspiesst. Nichtsdestoweniger hat hier eine Gefangensetzung
stattgefunden. Die Person befindet sich in der Bärenfalle.
Will man das Dasein und sein eigenes Unglücklichsein damit verstehen, dann muss
man Gefangensein und seine Mechanismen verstehen.
Worin kann eine Person gefangen werden? Grundsätzlich und zu allererst kann sie
durch Ideen gefangen werden. Angesichts der Tatsache, dass Freiheit und Fähigkeit für irgendwie
gleichbedeutend gehalten werden können, sind Vorstellungen von Unfähigkeit zunächst
einmal ein Gefangenwerden. Ich wage zu sagen, dass es unter den Menschen vorgekommen ist,
dass eine Person auf einer kahlen Ebene sass und vollständig überzeugt war, dass sie durch einen Zaun völlig gefangen sei.
Es gibt jenes Geschehnis, das in Selbstanalyse erwähnt wird, und zwar handelt es
sich um das Fischen im Tanganjika-See, wo die Sonnenstrahlen, da es sich um das Äquatorgebiet
handelt, brennend bis auf den Grund des Sees stechen. Die Eingeborenen fischen dort,
indem sie eine Anzahl von Holzlatten an einem langen Stück Leine aneinanderknoten. Sie
nehmen dann die Enden dieser Leine mit Kanus und fahren auf den See und paddeln dann die
zwei Kanus auf das Ufer zu, wobei die Leine mit den Holzlatten daran zwischen den zwei
Kanus ausgespannt ist. Die Sonne scheint herab und wirft die Schatten dieser Leisten durch
das Wasser hindurch auf den Grund hinab, und somit bewegt sich im Wasser ein Käfig aus
Schatten auf die Sandbänke zu. Die Fische sehen diesen Käfig, der sich um sie zusammenzieht
und der aus nichts anderem besteht als aus der Abwesenheit von Licht, und zappeln wie
wild auf die Sandbänke zu, wo sie nicht schwimmen können und so werden sie gefangen und
in Körben gesammelt und gekocht. Man braucht vor nichts weiter Angst zu haben als vor
Schatten.
Wenn wir uns aus dem Bereich der Mechanik hinausbewegen, befindet sich der
Mensch auf unsicherem Boden. Die Vorstellung, dass Ideen so stark und durchdringend sein
könnten, ist den meisten Menschen fremd.
Zunächst einmal und als allererstes haben wir also die Idee. Dann haben wir die offensichtlichere
Mechanik des Gefangenwerdens in Materie, Energie, Raum und Zeit, welche
selbst das Produkt von Ideen ist.
Die Struktur des Gefangenseins ist interessant, und der Grund, warum Menschen gefangen
werden – in der Tat, die gesamte Mechanik des Gefangenwerdens – ist jetzt verstanden.
In Tologie wurden sehr viele Experimente gemacht, um die Faktoren zu bestimmen,
die zur Gefangensetzung führten, und es wurde entdeckt, dass die Antwort auf das ganze
Problem Zweiwegkommunikation (Kommunikation zwischen zwei Personen, wobei der Austausch
von Ideen oder Gegenständen in beide Richtungen geht, und jeder abwechselnd Ursache
– und Empfangspunkt ist) war.
Grob gesagt stehen folgende Gesetze dahinter: Fixierung tritt in Gegenwart von Einwegkommunikation
auf. Gefangensein gibt es nur, wenn man den Dingen, die einen gefangen
halten, keine Antworten gegeben hat oder keine Antworten von ihnen empfangen hat.
Es könnte gesagt werden, dass alles Gefangensein, das es gibt, das Warten auf eine
Antwort ist.
Gefangensein ist das Gegenteil zu Freiheit. Eine Person, die nicht frei ist, ist gefangen.
Sie mag durch eine Idee gefangen sein, vielleicht ist sie durch Materie gefangen, sie mag
durch Energie gefangen sein oder durch Raum, und sie mag durch Zeit gefangen sein – vielleicht
ist sie durch all diese Dinge gefangen. Je gründlicher eine Person gefangen ist, um so
weniger frei ist sie. Sie kann nichts verändern, sie kann sich nicht bewegen, sie kann nicht
kommunizieren, sie kann keine Affinität und Realität empfinden. Tod, der Tod selbst, könnte
das äusserste Gefangensein des Menschen genannt werden, denn wenn ein Mensch vollständig
gefangen ist, ist er tot.
Die Bestandteile von Freiheit sind also, wenn wir einen ersten Blick darauf werfen:
Affinität, Realität und Kommunikation, die zusammen Verstehen ergeben. Ist Verstehen einmal
erreicht, dann ist Freiheit erreicht. Bei jemandem, der ganz und gar in der Mechanik des
Gefangenseins verstrickt ist, ist es notwendig, bei ihm genügend Kommunikation
wiederherzustellen, um seinen Aufstieg in einen höheren Zustand des Verstehens zu
ermöglichen. Ist dies einmal erreicht, hat sein Gefangensein ein Ende.
Das Individuum kann eine grössere Freiheit erreichen.
Wenn die Person einmal eine gewisse Ahnung davon hat, verlangt sie nach einer grösseren
Freiheit. Und Tologie führt die Person aus den ersten Bereichen des Gefangenseins
bis zu einem Punkt heraus, wo sie höhere Ebenen der Freiheit erreichen kann.

GERECHTIGKEIT
Was ist Gerechtigkeit?
»Die Gnade kennt keine Grenzen, wie sanfter Regen sie vom Himmel fällt…« mag
poetisch sein, aber es ist nicht eindeutig. Es zeigt jedoch, dass selbst die Menschen zu Shakespeares
Zeiten in bezug auf das Thema Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit, Strenge und Gnade
keine klare Vorstellung hatten.
Die Menschen nennen eine Handlung ungerecht oder gerecht. Was meinen sie damit?
Wenn wir jedoch nicht genau verstehen können, was mit diesen Begriffen gemeint ist, können
wir es sicher nicht übernehmen, die Handlungen von Einzelpersonen, Gemeinden und Nationen
zu bewerten. Da uns die Fähigkeit abgeht, auf diese Weise zu bewerten, entstehen Missverständnisse,
die in der Vergangenheit zu Feindseligkeiten in persönlichen Beziehungen und
auf internationaler Ebene zu Krieg geführt haben. Eine Person oder eine Nation versteht eine
Massnahme nicht, die von einem anderen ergriffen wurde, oder weigert sich, diese zu verstehen,
oder sie versäumt, zu einer Übereinstimmung mit dem Schema, an das andere gewöhnt
sind, zu kommen, und das führt zu Chaos.
In Tologie gibt es jetzt die folgenden Definitionen:
GERECHTIGKEIT – Die unparteiische Anwendung der Gesetze des Landes im Einklang
mit dem noch vorhandenen Stand des Verhältnisses zwischen Strenge und Gnade des
betreffenden Volkes.
GESETZE – Die in Gesetzbüchern erfassten Übereinkünfte des Volkes, in denen seine
Sitten zum Ausdruck gebracht und die Verhaltensnotwendigkeiten, an die es glaubt, dargestellt
werden.
GNADE – Eine Milderung der von der Öffentlichkeit gebilligten Disziplin, die notwendig
ist, um sich ihre gegenseitige Sicherheit zu gewährleisten.
STRENGE – Eine Steigerung in jener Disziplin, die vom Volk für notwendig gehalten
wird, um seine Sicherheit zu gewährleisten.
UNGERECHTIGKEIT – Versäumnis, das bestehende Recht anzuwenden.
BILLIGKEITSRECHT – Jedes bürgerliche Verfahren, das Bürger Bürgern gegenüber
verantwortlich macht und das in Einklang mit der allgemeinen Erwartung in solchen Fällen
die Entscheidung über Personen fällt.
RECHTE – Die Privilegien des Bürgerrechts, entsprechend den existierenden Gesetzbüchern.
Wenn Gesetze nicht von der Sitte hergeleitet sind oder wenn ein neues Gesetz einem
nicht aufgehobenen alten Gesetz widerspricht, dann wird die Genauigkeit des Gesetzes verwirrt
und Ungerechtigkeit ist dann unvermeidlich.
Grundlegende Gerechtigkeit kann es nur geben, wenn es kodifiziertes Gesetz oder von
der Mehrheit vertretene Sitte gibt.
Rechtswissenschaft wird nur dann möglich, wenn man sich an diese Definitionen hält.
Gerichtshöfe, Gesetzgebung und gegebenes Gesetz kommen durcheinander, da nichts möglich
ist, wenn ein Verstehen solcher Prinzipien fehlt.
Gesetze, die nicht von Übereinstimmung innerhalb der Gesellschaft herstammen, welche
wir Sitte nennen, sind nicht durchsetzbar, ausser es gibt in diesem Falle eine weitverbreitete
Übereinstimmung, dass dies das Übliche in dieser Gesellschaft ist. Ganz gleich, wieviel
Polizeitruppen eingestellt werden, ganz gleich, mit welch prosaischer Reinheit diese Gesetzessammlung
geschrieben ist, ganz gleich, welche Unterschriften auf den Vollziehungsdokumenten
auftauchen, die Öffentlichkeit wird diesem Gesetz nicht folgen. Gleichermassen wird
eine Regierung, die so handelt, dass bestimmte Grundbräuche innerhalb des Volkes ignoriert
werden, und die sich weigert, sie durchzusetzen, in bezug darauf mit ihrem Volke in einen
Zustand der Bürgerunruhe hineinkommen. Wir können irgendeinen Kampf zwischen Öffentlichkeit
und Regierung betrachten und entdecken, dass er genau von einer Verletzung dieser
Regeln herstammt.
Für die Aufrechterhaltung des Friedens ist es für eine Nation notwendig, die Schwierigkeiten
einer anderen Nation zu verstehen. Wenn eine Nation anfängt, die Motive und
Rechtsprechungen misszuverstehen, die von einer anderen Nation für notwendig gehalten
werden, dann baut sich eine Belastung auf, die schliesslich allzu oft zum Kriege führt.
Immer wenn es innerhalb eines Volkes einen übermässigen Aufruhr gegen seine Regierung
gibt, dann wird der Regierung Gelegenheit gegeben, als Gegner des Volkes zu handeln.
Wenn eine Regierung gegenüber ihrem Volk so handelt, als ob sie ein Gegner des Volkes
wäre und nicht ein Mitglied des Teams, dann wird es offensichtlich, dass in den Gesetzbüchern
des Landes viele dieser Punkte vorhanden sein müssen, die ganz bestimmt die Sitten
des Volkes verletzen. Ein Aufruhr entsteht überall, wo ein solcher Punkt existiert.
Und das ist Gerechtigkeit.

DIE VOKABULARE DER WISSENSCHAFT
In allen wissenschaftlichen Systemen gibt es eine Anzahl von Kode-Wörtern, die als
Kommunikationsträger fungieren, und wenn eine Person diese Wörter nicht gut beherrscht,
dann hat sie Schwierigkeiten mit der Wissenschaft selbst. Ich habe beobachtet, wie ein Student
der Wissenschaft im letzten Studienjahr beim Verstehen eines späteren Teils der Wissenschaft
scheiterte, weil er von Anfang an die Nomenklatur der Wissenschaft niemals verstanden
hatte. Er wusste nicht genau, was eine B.T.U.19 ist oder so etwas, daher gab es dann später,
wenn er irgendein riesiges und verzwicktes Problem löste, ein Datum, das in seinem Kopf
herumschwirrte und überhaupt nicht stabil war – es wird verwechselt – es wird mit allen anderen
Daten durcheinandergebracht. Und das liegt nur daran, dass dieser Student nicht verstanden
hat, was der Fachbegriff überhaupt bedeutete.
Genauso wie Sie also die Flaggensprache lernen, genauso wie Sie das Morsealphabet
lernen, genauso wie Sie die Babysprache lernen, genauso müssen Sie sich, wenn Sie sich mit
irgendeinem besonderen spezialisierten Fach vertraut machen, mit seiner Terminologie vertraut
machen. Ihr Verstehen dieses Fachgebietes nimmt dann zu. Anderenfalls wird das Verstehen
durch diese Wörter behindert, die herumrattern und sich zu nichts verbinden. Wenn Sie
vage wissen, dass es irgend so ein Wort gibt und doch kein genaues Verständnis davon haben,
was es bedeutet, dann lässt es sich nicht einordnen. Ein Missverstehen eines Wortes kann
daher verursachen, dass man ein Fachgebiet falsch einordnet, und das ist tatsächlich das Wesen
der grundlegenden Verwirrung, die der Mensch beim Verstehen des Minds hat.
Es hat so viele Wörter gegeben, die den verschiedenen Teilen des Minds zugewiesen
wurden, dass man verblüfft wäre, wenn man auch nur all diese Dinge katalogisieren würde.
Nehmen Sie zum Beispiel den ungeheuren Hintergrund und die ungeheure Technologie der
Psychoanalyse – überwältigend kompliziertes Material, das meiste davon ist lediglich beschreibend;
einiges davon ist die Terminologie, die die Aktionen beschreibt, wie zum Beispiel
Zensur, das Es, das Ich, das Alter-Ego und was nicht alles. Die meisten von diesen Dingen
sind aneinandergereiht, jedes bedeutet eine bestimmte Sache. Aber die Praktiker, die diese
Wissenschaft zu studieren begannen, hatten kein gutes Grundwissen in den exakten Wissenschaften
– mit anderen Worten, sie hatten kein Modell von den exakten Wissenschaften.
Und in den Geisteswissenschaften konnte man mit den Worten so nachlässig sein, wie man
wollte, denn von den Geisteswissenschaften wurde nicht erwartet, dass sie präzise oder genau
wären; das soll keine Kritik an ihnen sein, es bedeutet lediglich, dass man auch mit einer geringeren
Beherrschung der Sprache durchkam.
Als die Leute anfingen, sich mit Freud zu beschäftigen, da ging diese interessante Sache
los, dass ein Es für eine Person eine andere Sache war, als für eine andere Person. Und
ein Alter-Ego war dies und jenes. Die Verwirrung der Begriffe auf diesem Gebiet wurde praktisch
ganz von allein die totale Verwirrung der Psychoanalyse.
In Wirklichkeit ist die Psychoanalyse ganz bestimmt genauso leicht zu verstehen wie Japanisch.
Japanisch ist eine Babysprache.
Es lässt sich sehr, sehr schwer lesen, aber sehr, sehr leicht sprechen. Wenn Sie sich
eine Sprache vorstellen können, die Ihnen jedesmal, wenn sie ausgesprochen wird, sagt, welches
das Subjekt ist, welches das Verb ist, welches das Objekt ist, dann können Sie sich diese
Sprache von der Art einer Babysprache vorstellen.
Eine Sprache, die keine verschiedenen Klassen oder Beugungen von Zeitwörtern besitzt.
Eine sehr kraftlose Art von Sprache. Nichtsdestoweniger besteht sie nur daraus, die Bedeutung
bestimmter Wörter zu kennen, um mit einem Japaner in Kommunikation sein zu können.
Und wenn Sie die Bedeutungen dieser Wörter genau kennen, und ein Japaner zu Ihnen
kommt und sagt: »Möchten Sie eine Tasse Tee?«, dann springen Sie nicht sofort auf, weil Sie
glauben, er hätte gerade gesagt:
»Frisch gestrichen«. Sie haben eine Kommunikationsmöglichkeit.
Angewandt auf die Sprache der Psychoanalyse, würden nun gleichermassen die grossen
Schwierigkeiten, die dem Verstehen einer solchen Sprache wie der Psychoanalyse innewohnen,
weitaus weniger schwierig, wenn man die Psychoanalyse als ein Kode-System zur
Vermittlung bestimmter Bedeutungen betrachtete. Dann würde es nicht zu einem Problem
werden, ob es diese Phänomene gibt oder nicht. Es würde einfach ein Problem von Wörtern
werden, die eine bestimmte, genaue Sache bedeuten. Und wenn es für jeden diese Sache bedeuten
würde, dann würde jeder die Sprache Psychoanalyse sprechen. Wenn es diese Sache
nicht für jeden bedeuten würde, dann würden die Leute nicht die Sprache Psychoanalyse
sprechen. Wer weiss überhaupt, was sie sprachen? Und schon sprachen die Leute die Jungsche20
Sprache – als nächstes sprachen sie Adlerisch21 – und der Unterschied zwischen diesen
verschiedenen Sachen ist winzig, um es gelinde auszudrücken. Aber die Sprachschwierigkeiten
brachten dann viele Praktiker auf diesem Gebiet dazu, sich mit der Theorie, die sie auf
jeden Fall nicht verstanden, herumzustreiten.
Ich erinnere mich daran, wie ich einmal in einer einzigen Nacht Igoroti lernte, die
Sprache eines östlichen Naturvolkes. Ich blieb bei Petroleumlicht auf und nahm eine Wortliste,
die von einem alten Missionar in den Bergen von Luzon22 aufgestellt worden war – die
Igorot hatten eine sehr einfache Sprache. Dieser Missionar hatte die Sprache der Igorot in
Lautschrift niedergeschrieben und eine Liste ihrer hauptsächlichen Wörter und deren Verwendung
und Grammatik zusammengestellt. Und ich erinnere mich, wie ich unter einem
Moskitonetz sitze, während die Moskitos hungrig mit ihren Rüsseln aussen am Netz herumkauen,
wie ich also diese Sprache lerne – 300 Wörter – indem ich diese Wörter und was sie
bedeuten einfach auswendig lerne. Und am nächsten Tag begann ich sie zurechtzulegen und
bei den Leuten anzubringen, und ich sprach in sehr kurzer Zeit Igoroti.
Der Punkt, um den es mir hier geht, ist, dass es nicht schwierig ist, eine Sprache zu
lernen, wenn man versteht, dass man eine Sprache lernt.

WIE MAN EINE WISSENSCHAFT STUDIERT
Das ganze Gebiet einer Wissenschaft, soweit es den Studenten betrifft, ist gut oder
schlecht in direktem Verhältnis zu seiner Kenntnis davon. Es ist die Sache des Studenten,
herauszufinden, wie präzise die Werkzeuge sind. Bevor er beginnt über die Daten, die ihm
vorgelegt werden, zu diskutieren, sie zu kritisieren oder sich darin versucht, sie zu verbessern,
sollte er für sich selbst herausfinden, ob die Mechanismen einer Wissenschaft so sind, wie sie
formuliert worden sind oder nicht, oder ob sie das erreicht, wofür sie gedacht ist oder nicht.
Der Student sollte über jede Sache, die in der Schule gelehrt wird, seine eigene Entscheidung
treffen – das Verfahren, die Techniken, die Mechanismen und die Theorie.
Die folgenden Fragen sollte er sich selbst stellen: Gibt es dieses Datum (Datum: ein Stückchen
Wissen)?
Ist es wahr?
Funktioniert es?
Wird es in der kürzesten Zeit die bestmöglichen Ergebnisse erzielen?
Es gibt zwei Wege, wie der Mensch gewöhnlich Dinge akzeptiert; beide sind nicht
sehr gut. Der eine ist, eine Aussage zu akzeptieren, weil eine Autorität sagt, dass es wahr ist
und akzeptiert werden muss, und der andere besteht darin, etwas aufgrund der Übermacht an
Übereinstimmung zwischen anderen Leuten zu akzeptieren.
Die Übermacht an Übereinstimmung ist allzu oft das Kriterium der allgemeinen Öffentlichkeit
für geistige Gesundheit oder Geisteskrankheit. Nehmen wir an, jemand würde
einen Raum voller Menschen betreten und plötzlich auf die Decke zeigen und ausrufen »Oh,
schaut doch mal! Da oben an der Decke ist eine riesige Spinne mit zwölf Beinen!« Jeder würde
an die Decke schauen, aber niemand ausser ihm würde die Spinne sehen. Schliesslich würde
es ihm jemand sagen. »Aber doch, da ist sie«, würde er erklären, und wenn er feststellt,
dass niemand mit ihm übereinstimmt, würde er sehr wütend werden. Wenn er seinen Glauben
an die Existenz der Spinne immer wieder bekräftigen würde, fände er sich sehr bald in einer
Irrenanstalt wieder.
Die Grunddefinition für geistige Gesundheit in dieser etwas nebelhaft gelehrten Gesellschaft
besteht darin, ob eine Person mit allen anderen übereinstimmt oder nicht. Es ist eine
sehr nachlässige Art und Weise, Beweise gelten zu lassen, aber es ist allzu oft der Hauptmassstab.
Und dann die Autoritätsregel: »Stimmt Dr. Geislein mit Ihrer Behauptung überein?
Nicht? Dann kann es natürlich nicht wahr sein. Dr. Geislein ist eine hervorragende Autorität
auf diesem Gebiet.«
Ein Mann namens Galen beherrschte einmal das Gebiet der Medizin. Ein anderer
Mann mit Namen Harvey störte Galens behagliche Position mit einer neuen Theorie über den
Blutkreislauf. Galen stimmte mit den Leuten seiner Zeit in bezug auf die »Gezeiten« des Blutes
überein. Die Leute wussten nichts über die Herztätigkeit. Sie akzeptierten alles, was ihnen
beigebracht worden war und führten wenig eigene Beobachtung durch. Harvey arbeitete an
der Königlichen Akademie für Medizin und stellte durch Vivisektion (Eingriff am lebenden
Tier) an Tieren die wirkliche Funktion des Herzens fest.
Er war klug genug, seine Ergebnisse eine Weile lang vollständig für sich zu behalten.
Leonardo da Vinci hatte irgendwie dasselbe entdeckt oder als gegeben angenommen. Er war
aber ein »verrückter Künstler«, und einem Künstler würde niemand glauben. Harvey wohnte
einem Schauspiel von Shakespeare bei, in dem der Verfasser des Stückes die gleiche Beobachtung
machte, aber wiederum hielt die Idee, dass Künstler niemals zur Gesellschaft etwas
beitragen, alle ausser Harvey davon ab, die Aussage als etwas anderes als lediglich blosse
Dichtung zu betrachten.
Schliesslich verkündete Harvey, was er zu sagen hatte. Sofort hagelte es tote Katzen,
verfaulte Früchte und Weinkrüge auf ihn. Er brachte einen ganz schönen Wirbel in den medizinischen
und gesellschaftlichen Kreisen hervor, bis schliesslich in der Verzweiflung ein Arzt
die historische Aussage machte: »Ich würde lieber mit Galen irren, als mit Harvey im Recht
sein!«
Der Mensch hätte einen Fortschritt von genau Null gemacht, wäre dies immer die einzige
Methode der Nachprüfung von Beweisen gewesen. Aber während der Fortschritte des
Menschen hat es hin und wieder Rebellen gegeben, die mit der vorherrschenden Meinung
nicht zufrieden waren, und eine Tatsache für sich selbst nachprüften, beobachteten und die
Daten aus ihrer Beobachtung akzeptierten und dann noch einmal prüften.
Möglicherweise sah sich der erste Mensch, der eine Steinaxt schuf, ein Stück Feuerstein
einmal genau an, und beschloss, dass der unregelmässige Stein auf eine bestimmte Weise
zurechtgebrochen werden könnte. Als er feststellte, dass sich Feuerstein leicht brechen
liess, muss er zu seinem Stamm hingerannt sein und begeistert versucht haben, seinen Stammesmitgliedern
beizubringen, wie man Äxte in der gewünschten Form machen kann, anstatt
Monate damit zu verbringen, nach Steinstücken zu suchen, die zufällig genau die richtige
Form hatten. Wahrscheinlich wurde dieser Mann mit Steinen aus dem Lager vertrieben.
Gibt man sich einer weiteren Anwandlung seiner Phantasie hin, ist es leicht vorstellbar,
dass dieser Mann es schliesslich fertigbrachte, einen weiteren zu überzeugen, dass seine
Technik funktioniert, und dass die beiden zusammen dann einen dritten mit Weinranken fesselten
und ihn zwangen, ihnen zuzusehen, wie sie aus einem rohen und ungehobelten Stein
eine Steinaxt brachen. Schliesslich, nachdem fünfzehn oder zwanzig Stammesmitglieder
durch Demonstration unter Zwang überzeugt waren, erklärten die Anhänger der neuen Technik
dem Rest des Stammes den Krieg, gewannen und zwangen den Stamm mittels eines Erlasses,
mit ihnen übereinzustimmen.
Auswertung von Daten
Der Mensch hat über das, womit sein Mind hauptsächlich gefüllt ist, niemals sehr viel
gewusst: Daten. Was sind Daten? Was ist die Auswertung von Daten?
In all diesen Jahren, in denen die Psychoanalyse jeder Generation von Ärzten ihre
Grundprinzipien gelehrt hat, wurde die autoritäre Methode verwendet; dies kann nachgeprüft
werden, indem man einmal ein paar Bücher über dieses Fachgebiet liest. Endlos findet sich
darin die Formulierung: »Freud sagte…«. Die wirklich wichtige Sache ist nicht, dass »Freud
etwas gesagt hat«, sondern: »Sind die Daten wertvoll? Und wenn sie wertvoll sind, wie wertvoll
sind sie?« Man könnte sagen, dass ein Datum in dem Masse wertvoll ist, wie es ausgewertet
worden ist. Ein Datum kann in dem Masse bewiesen werden, wie es mit Hilfe anderer
Daten ausgewertet werden kann, und seine Wichtigkeit wird dadurch festgelegt, wie viele
andere Daten es klarstellt. Folglich wäre das grösstmögliche Datum eines, welches alles Wissen,
was dem Menschen im materiellen Universum bekannt ist, klarstellen und identifizieren
würde.
Unglücklicherweise gibt es so etwas wie ein oberstes Datum nicht. Es muss nicht nur
ein Datum, sondern zwei Daten geben, da ein Datum keinen Nutzen hat, wenn es nicht ausgewertet
werden kann. Ausserdem muss es ein Datum von ähnlicher Wichtigkeit geben, anhand
dessen irgendein gegebenes Datum ausgewertet werden kann.
Daten sind nur in dem Masse Ihre Daten, wie Sie sie ausgewertet haben. Es ist durch
Autorität Ihr Datum, oder es ist Ihr Datum. Wenn es aufgrund von Autorität Ihr Datum ist,
dann hat es Ihnen jemand aufgezwungen, und bestenfalls ist es etwas mehr als eine leichte
Aberration (eine Abweichung von rationalem Denken oder Verhalten). Natürlich, wenn Sie
einem Menschen, von dem Sie wissen, dass er seine Sache versteht, eine Frage stellen würden
und er gäbe Ihnen seine Antwort, dann wurde Ihnen dieses Datum nicht aufgezwungen. Aber
wenn Sie von ihm fortgingen und von da an glaubten, dass es solch ein Datum gibt, ohne sich
die Mühe zu machen, die Antwort für sich selbst zu untersuchen – ohne es mit dem bekannten
Universum zu vergleichen – dann haben Sie den Zyklus des Lernens nicht ausreichend abgeschlossen.
Mechanisch gesehen ist natürlich die grösste Sache, die mit dem Mind nicht in Ordnung
ist, das Durcheinander darin; die Überladung mit Informationen in dieser Gesellschaft
ist jedoch aufgezwungene Bildung, deren Überprüfung der Person niemals erlaubt worden ist.
Wenn Ihnen gesagt wird, niemandes Wort als absolutes Datum zu nehmen, dann werden Sie
buchstäblich dazu aufgefordert, eine Gewohnheitsschablone zu durchbrechen, die Ihnen aufgezwungen
wurde, als Sie ein Kind waren.
Überprüfen Sie es für sich selbst und überzeugen Sie sich, ob es als eine Wahrheit vorhanden
ist oder nicht. Und wenn Sie feststellen, dass es existiert, dann werden Sie sich danach
wohlfühlen; andernfalls werden Sie, selbst von Ihnen unerkannt, unten am Grund Ihrer Information
und Erziehung wahrscheinlich eine ungelöste Frage finden, die ihrerseits Ihre Fähigkeit
untergraben wird, irgend etwas, was zu einer Technik gehört, aufzunehmen oder zu praktizieren.
Ihr Mind wird in bezug auf das Thema nicht so gewandt sein, wie er sollte.
Ein Blick auf die Wissenschaften
Der Grund, warum das Ingenieurwesen und die Physik soweit über andere Wissenschaften
hinausgereicht haben, ist die Tatsache, dass sie Probleme stellen, die den Menschen
so heftig bestrafen, wenn er nicht sorgfältig in das physikalische Universum hineinschaut.
Ein Ingenieur steht dem Problem gegenüber, einen Eisenbahntunnel durch einen Berg
zu bohren. Auf beiden Seiten werden Schienen zu dem Berg hingelegt. Wenn der Ingenieur
den Raum falsch eingeschätzt hat, dann würden sich die beiden Tunnelzugänge nicht auf der
gleichen Ebene im Zentrum treffen. Es wäre für jeden, der damit zu tun hat, so offensichtlich,
dass der Ingenieur einen Fehler gemacht hat, dass er sich sehr darum bemüht, einen solchen
Fehler zu vermeiden. Er beobachtet das physikalische Universum nicht nur in dem Masse,
dass die Tunnelgänge auf den Zentimeter genau zusammentreffen müssen, sondern auch dahingehend,
dass der Tunnel zusammenbrechen würde, wenn er die Art des Felsgesteins, durch
das er bohrt, falsch einschätzen würde – ein Geschehnis, das für das Eisenbahnwesen als ein
sehr unerfreuliches, unglückseliges Ereignis betrachtet werden würde.
Die Biologie kommt dem, eine Wissenschaft zu sein, näher als einige andere, weil das
unmittelbare Ergebnis im Gebiet der Biologie, wenn irgend jemand in bezug auf ein Bakterium
einen zu grossen Fehler macht, dramatisch und schrecklich sein kann. Nehmen wir an, ein
Biologe bekommt die Verantwortung aufgetragen, Plankton in ein Wasserreservoir zu injizieren.
Plankton besteht aus mikroskopischen »Keimen«, die für den Menschen sehr nützlich
sind. Wenn der Biologe aber durch irgendeinen Fehler Typhuserreger in den Wasservorrat
einsetzt, dann wäre das Ergebnis unmittelbar und dramatisch.
Nehmen wir an, einem Biologen wird die Aufgabe übertragen, eine Hefekultur zu erzeugen,
die das Brot braun färben wird, wenn die Hefe weissem Teig zugesetzt wird. Dieser
Mann steht vor der Notwendigkeit, eine Hefe zu erschaffen, die sich nicht nur wie Hefe verhält,
sondern auch eine Färbung ergibt. Er muss sich mit dem praktischen Aspekt des Problems
beschäftigen, denn nachdem er seinen Erfolg verkündet, gibt es den »Hefetest«: Ist das
Brot essbar? Und der Braunbrottest: Ist das Brot braun? Jeder könnte diesen Test leicht durchführen,
und jeder würde sehr schnell wissen, ob der Biologe Erfolg gehabt hat oder nicht.
Die Politik wird eine Wissenschaft genannt. Es gibt Naturgesetze in bezug auf Politik.
Sie könnten herausgearbeitet werden, wenn jemand auf die politische Forschung wirklich eine
wissenschaftliche Grundlage anwenden würde.
Folgendes Ergebnis steht zum Beispiel schon fest:
Wenn alle Kommunikationslinien zwischen den Vereinigten Staaten und Russland abgeschnitten
werden, dann werden Russland und die Vereinigten Staaten einander immer weniger
verstehen. Dann, wenn man jedem demonstriert, wie die amerikanische Lebensart und
die russische Lebensart voneinander unterschiedlich sind, und wenn man das Tag für Tag und
Jahr für Jahr immer wieder demonstriert, kann nichts anderes als ein Affinitätsbruch (Affinität:
ein Phänomen, das mit Raum zu tun hat, da es die Bereitschaft ausdrückt, den gleichen
Raum einzunehmen wie das, was geliebt oder gemocht wird) entstehen. Indem man offen
erklärt, dass zwischen Russland und den Vereinigten Staaten über keine noch so unbedeutende
politische Theorie oder über das Verhalten von Menschen oder Nationen Übereinstimmung
herrscht, hat man es praktisch geschafft. Beide Nationen werden auf die Tonstufe
(Emotionsniveau) Wut gehen, und plötzlich gibt es Krieg.
Die Vereinigten Staaten sind eine Nation, die das grösste Kommunikationsnetz auf der
Erde besitzt, mit einem unermesslichen Herstellungspotential. Innerhalb ihrer Grenzen gibt es
die besten Reklamefachleute der Welt. Aber anstatt Europa eine Idee zu verkaufen, geben Sie
Europa Maschinengewehre, Flugzeuge und Panzer, für den Fall, dass Russland ausbricht. Mit
je mehr Drohungen man einem Land auf Russlands Tonstufe imponieren will, um so gefährlicher
wird dieses Land werden. Wenn Leute gefragt werden, was sie wegen dieser schwerwiegenden
Frage unternehmen würden, dann zucken sie mit den Achseln und sagen etwas,
was darauf hinausläuft: »Die Politiker wissen es am besten.« Sie weichen aus und erklären
»rational«, indem sie sagen, dass es die amerikanische Lebensart gibt und dass sie geschützt
werden muss.
Was ist die amerikanische Lebensart? Das ist eine Frage, die fast jeden Amerikaner
zum Anhalten bringen wird. Was ist die amerikanische Lebensart, die sich von der menschlichen
Lebensart unterscheidet? Sie hat versucht, wirtschaftliche Freiheit für den einzelnen,
Pressefreiheit und persönliche Freiheit zusammenzubringen und sie als eine streng amerikanische
Lebensart zu definieren – warum ist sie nicht die menschliche Lebensart genannt worden?
Im Bereich der Geisteswissenschaften ist die Wissenschaft gründlich vom Wege abgeraten.
Unangezweifelte autoritäre Grundregeln sind befolgt worden. Jede Person, die Wissen
akzeptiert, ohne es in Frage zu stellen und für sich selbst auszuwerten, demonstriert sich
selbst, dass sie gegenüber diesem Wissensbereich in Apathie ist. Das zeigt, dass die Menschen
in den Vereinigten Staaten heute in bezug auf Politik in einem Zustand tiefer Apathie
sein müssen, um ohne etwas anzuzweifeln alles, was geschieht zu akzeptieren.
Grundlagen
Versucht ein Mensch, die Pläne eines Lebens oder eines Berufes auf Daten aufzubauen,
die er selbst niemals ausgewertet hat, kann er unmöglich Erfolg haben.
Grundlagen sind sehr, sehr wichtig, aber als allererstes muss man lernen, wie man
denken muss, um sich einer Grundlage absolut sicher zu sein. Denken ist nicht besonders
schwer zu lernen. Es besteht lediglich daraus, dass man ein bestimmtes Datum mit dem physikalischen
Universum, wie es bekannt ist und beobachtet wird, vergleicht.
Ein autoritäres Führerprinzip ist wenig mehr als eine Form von Hypnose. Lernen wird
unter Androhung irgendeiner Form von Bestrafung erzwungen. Ein Student wird mit Daten
vollgestopft, die nicht individuell ausgewertet worden sind, genauso wie ein Präparator eine
Schlange ausstopfen würde. Ein solcher Student wird gemäss den gegenwärtigen Massstäben
gut informiert und gut ausgebildet sein, unglücklicherweise aber wird er in dem Beruf, den er
gewählt hat, nicht sehr erfolgreich sein.
Machen Sie nicht den Fehler, etwas auf der Grundlage, ob es mit den Meinungen von
jemand anderem übereinstimmt oder nicht, zu kritisieren. Der wesentliche Punkt ist, ob diese
Sache mit Ihrer Meinung übereinstimmt oder nicht. Stimmt es mit dem überein, was Sie denken?
Nahezu jeder hat die eine oder andere Art der Beobachtung des materiellen Universums
verfolgt. Niemand hat zum Beispiel alles gesehen, was es über einen Organismus zu
sehen gibt. Aber es gibt ganz bestimmt keinen Mangel an Organismen, die für weiteres Studium
zur Verfügung stehen. Es gibt keinen stichhaltigen Grund, die Meinung von Professor
Blotz von der Blitzuniversität zu akzeptieren, der 1933 gesagt hat, dass Schizophrene Schizophrene
sind, und das machte sie für immer zu Schizophrenen.
Interessieren Sie sich für die Erscheinungsformen der Geisteskrankheit, dann gibt es in
fast jedem Teil der Welt jede beliebige Form der Geisteskrankheit, die man sich während eines
Lebens nur zu sehen wünschen könnte. Studieren Sie die Eigentümlichkeiten der Leute
um Sie herum, und fragen Sie sich, wie die Leute aussehen würden, wenn ihre kleinen Eigentümlichkeiten
um ein Hundertfaches vergrössert wären. Sie mögen feststellen, dass Sie durch
das Listen sämtlicher beobachtbaren Eigentümlichkeiten eine vollständige Liste sämtlicher
Geisteskrankheiten der Welt hätten. Diese Liste könnte weitaus genauer sein, als die Liste, die
von Kraepelin (dt. Psychiater – Anm. d. Übers.) vorgelegt worden ist und heute in den Vereinigten
Staaten verwendet wird.
Wenn geistige Gesundheit Rationalität ist und Geisteskrankheit Irrationalität ist, und
Sie davon ausgehen, wie irrational die Menschen wären, wenn bestimmte Zwänge, die sie
haben, um ein Hundertfaches vergrössert
wären, dann könnten Sie sehr wohl eine weitaus genauere und vollständigere Liste der
Geisteskrankheiten und ihrer Symptome in Ihrem Besitz haben, als es sie gegenwärtig gibt.
Der einzige Rat, den ich einem Studenten geben kann, ist, ein Fach als das, was es ist,
zu studieren und es genau so zu verwenden, wie es angegeben ist, und sich dann seine eigenen
Meinungen zu bilden. Studieren Sie es mit dem Ziel vor Augen, zu Ihren eigenen
Schlussfolgerungen darüber zu kommen, ob die Grundprinzipien, die Sie aufgenommen haben,
richtig und funktionsfähig sind oder nicht. Vergleichen Sie das, was Sie gelernt haben,
mit dem bekannten Universum. Suchen Sie nach den Gründen hinter einer Erscheinung, und
erstellen Sie eine Grundthese über die Art und Weise und die Richtung, in die die Erscheinung
wahrscheinlich voranschreiten wird. Erlauben Sie nicht der Autorität irgendeiner Person
oder Denkrichtung, dass sie einen vorgefassten Schluss in Ihrem Wissensbereich erzeugt. Nur
mit diesen Ausbildungsprinzipien vor Augen können Sie eine wahrhaft gebildete Person werden.

DER MENSCHLICHE MIND
Es ist üblich, sich den menschlichen Mind als etwas vorzustellen, das gerade erst in
der letzten Generation oder so ähnlich aufgetreten ist. Der Mind selbst ist in Wirklichkeit so
alt wie der Organismus. Gemäss früheren Mutmassungen und Beweisen, die durch diese neue
Wissenschaft aufgestellt worden sind, ist der Organismus, der Körper, ziemlich alt. Er reicht
bis zu dem ersten Augenblick des Erscheinens von Leben auf der Erde zurück.
Zuerst gab es ein physikalisches Universum, das entstand-wir wissen nicht, wie. Dann,
während der Abkühlung der Planeten, tauchte in den Ozeanen ein Körnchen lebender Materie
auf. Dieses Körnchen wurde schliesslich zu dem komplizierten, aber immer noch mikroskopisch
kleinen Einzeller, und dann, im Laufe der Äonen, wurde es pflanzliche Materie.
Es wurde dann zur Qualle. Und dann wurde es ein Weichtier und machte seinen Übergang
zum Krustentier durch. Das Leben entwickelte sich zu immer komplizierteren Formen, dem
Koboldmaki, dem Faultier, dem Menschenaffen und schliesslich dem Menschen. Es gab viele
Zwischenschritte.
Ein sehr materialistischer Mensch, der nur das materielle Universum sieht, wird über
diese ganze Sache verwirrt und wird sich im Unklaren darüber befinden. Er versucht zu sagen,
dass die lebenden Organismen einfach eine bestimmte Menge Lehm sind, gänzlich ein
Teil des materiellen Universums. Er versucht zu behaupten, letztlich sei nur der »niemals abreissende
Strom des Protoplasmas«, von Generation zu Generation durch Sex übertragen,
wichtig. Der sehr gedankenlose Mensch wird wahrscheinlich viele Fehler machen, nicht nur
in bezug auf den menschlichen Mind, sondern auch in bezug auf den menschlichen Körper.
Wir entdecken jetzt, dass die Wissenschaft des Lebens, genau wie die Physik, ein Studium
von Statik und Bewegung ist. Wir stellen fest, dass das Leben selbst, der lebende Teil
des Lebens, keine vergleichbare Existenz im physikalischen Universum hat. Es ist nicht einfach
eine weitere Form von Energie oder bloss ein Zufall. Leben ist ein Statik (ein tatsächliches
Etwas ohne Masse, ohne Wellenlänge, ohne Position im Raum und ohne Zeitbezug),
welches jedoch die Macht hat, Materie, Energie und Raum und möglicherweise sogar Zeit zu
kontrollieren, zu beleben, beweglich zu machen, zu gestalten und zu zerstören.
Leben ist eine URSACHE, die auf das physikalische Universum einwirkt, welches eine
WIRKUNG ist. Es gibt jetzt erdrückenden Beweis, um dies zu belegen. Im physikalischen
Universum gibt es kein wahres Statik. Von jedem scheinbaren Statik ist entdeckt worden,
dass es Bewegung enthielt, aber das Lebensstatik ist offenkundig ein echtes Statik.
Das Leben begann offensichtlich mit reiner URSACHE. Seit dem ersten Photon beschäftigte
es sich mit der Handhabung von Bewegung. Und dadurch, dass es von nun an mit
Bewegung umging, häufte es die in einem Körper enthaltene Erfahrung und Anstrengung an.
Das Leben ist ein Statik, das physikalische Universum ist Bewegung. Die Wirkung der von
der URSACHE hervorgebrachten Bewegung erzeugte die Kombination, die wir als die Einheit
eines lebendigen Organismus vor uns haben. Denken ist nicht Bewegung in Raum und
Zeit. Denken ist ein Statik, das ein Bild von Bewegung enthält.
Man kann daher sagen, dass mit seinem ersten Eingriff in Bewegung der erste Gedanke
über das physikalische Universum begann. Dieses Statik, ohne Rauminhalt, Wellenlänge,
Raum oder Zeit, zeichnet nichtsdestoweniger Bewegung und ihre Wirkungen in Raum und
Zeit auf.
Dies ist natürlich eine Analogie. Aber es ist eine besondere Analogie, denn sie löst im
Handumdrehen die Probleme des Minds und der körperlichen Struktur.
Ein Mind ist also nicht ein Gehirn. Ein Gehirn und das Nervensystem sind einfach
Kanäle für die Schwingungen des physikalischen Universums. Das Gehirn und die Nervenstränge
sind einer Schaltzentrale sehr ähnlich. Es gibt einen Punkt in dem System, wo sich die
Schwingungen zu Aufzeichnungen verwandeln.
Ein Organismus wird durch fortbestehende, zeitlose, raumlose und bewegungslose
URSACHE bewegt. Diese Ursache spiegelt Bewegung wider oder nimmt Eindrücke von Bewegung
auf. Diese Eindrücke nennen wir »Erinnerungen« oder genauer Faksimiles.
Ein Faksimile ist ein einfaches Wort und bedeutet ein Bild vorn einer Sache, eine Kopie
von einer Sache, nicht die Sache selbst. Wir sagen daher, um Verwirrung zu vermeiden
und uns diesen Punkt vor Augen zu halten, dass die Wahrnehmungen des Körpers als Faksimiles
»gespeichert« werden.
Seheindrücke, Klänge, Tastwahrnehmungen und sämtliche anderen Wahrnehmungen
des Körpers werden als Faksimiles des Augenblicks gespeichert, in dem der Eindruck empfangen
wurde. Die tatsächliche Energie des Eindrucks ist nicht gespeichert. Eine Speicherung
davon erfolgt nicht, wenn auch nur, weil nicht genügend molekulare Struktur im Körper vorhanden
ist, um diese Energien als solche zu speichern. Energie des physikalischen Universums
ist offensichtlich zu grob, um auf diese Weise gespeichert zu werden. Ausserdem bestehen
die Erinnerungen fort, existieren offenkundig für immer, obwohl die Zellen zugrunde
gehen.
Ein Faksimile der gestern verletzten Zehe kann in die Gegenwart zurückgebracht werden,
und zwar mit der vollständigen Kraft des Stosses. Alles, was in der Nähe des Körpers
geschieht, ganz gleich, ob er schläft oder wach ist, wird als Faksimile aufgezeichnet und gespeichert.
Es gibt Faksimiles von allem und jedem, was der Körper jemals wahrgenommen – gesehen,
gehört, gefühlt, gerochen, geschmeckt, erfahren – hat, vom ersten Augenblick des Daseins
an. Es gibt Faksimiles von Vergnügen und Faksimiles von Langeweile, Faksimiles von
plötzlichem Tod und von raschem Erfolg, Faksimiles stillen Verfalls und langsamen Abmühens.
Erinnerung bedeutet gewöhnlich, sich Daten jüngerer Zeiten zurückzurufen. Folglich
verwenden wir das Wort »Faksimile«, denn während Faksimile das Ganze ist, wovon Erinnerung
ein Teil ist, umfasst das Wort Erinnerung nicht alles, was entdeckt worden ist.
Man sollte eine sehr gute Vorstellung davon haben, was ein Faksimile ist. Es ist eine
Aufzeichnung der Bewegungen und Situationen des physikalischen Universums plus der
Schlussfolgerungen des Minds, die auf frühere Faksimiles gegründet sind.
Man sieht, wie ein Hund einer Katze nachjagt. Lange, nachdem Hund und Katze verschwunden
sind, kann man sich zurückrufen, dass ein Hund eine Katze gejagt hat. Während
die Handlung stattfand, sah man die Szene, man hörte die Dinge, vielleicht hat man sogar den
Hund und die Katze gerochen. Während man beobachtete, schlug das eigene Herz, der Salzgehalt
des eigenen Blutes war so und so, es gab das Gewicht des eigenen Körpers und die
Position der eigenen Gelenke, das Gefühl der Kleidung, die Berührung der Luft auf der Haut
– all diese Dinge wurden ebenfalls vollständig aufgezeichnet. Die Gesamtheit all dessen wäre
ein ganzes Faksimile.
Man könnte sich nun einfach die Tatsache zurückrufen, dass man gesehen hat, wie ein
Hund eine Katze jagte. Das wäre Erinnern. Oder man könnte sich auf die Sache konzentrieren,
und wenn man in gutem geistigen Zustand ist, könnte man den Hund und die Katze wieder
sehen, könnte sie hören, könnte die Luft auf seiner Haut fühlen, die Position seiner Gelenke
und das Gewicht seiner Kleidung. Man könnte die Erfahrung teilweise oder vollständig
wiedergewinnen. Das bedeutet, man könnte teilweise oder vollständig die »Erinnerung« in
sein Bewusstsein bringen, das ganze Faksimile, wo ein Hund eine Katze jagt.
Man braucht nicht unter Drogen oder Hypnose zu stehen oder einen Glauben zu haben,
um dies zu tun. Die Menschen führen dieses Rückrufen unterschiedlich durch und nehmen
an, »alle machen es«. Die Person mit einer guten Erinnerung ist lediglich eine Person,
die ihre Faksimiles leicht wiedergewinnen kann. Ein kleines Kind in der Schule lernt heute
durch Wiederholung. Das ist nicht notwendig. Wenn es gute Noten bekommt, dann gewöhnlich
deshalb, weil es sich einfach das Faksimile der Textseite, über die es geprüft wird, wieder
vor die »geistigen Augen«, d.h. in sein Bewusstsein, bringt.
Während man durch das Leben geht, zeichnet man 24 Stunden lang am Tag auf, schlafend
und wachend, im Schmerz, unter Narkose, glücklich oder traurig. Diese Faksimiles werden
gewöhnlich mit sämtlichen Wahrnehmungseindrücken aufgezeichnet, das heisst mit jedem
Sinneskanal. Bei jemandem, dem ein Sinneskanal fehlt, zum Beispiel bei Taubheit, fehlt
dieser Teil des Faksimiles.
Ein vollständiges Faksimile ist eine Art dreidimensionales Farbfoto mit Klang und Geruch
und allen anderen Wahrnehmungen sowie den Schlussfolgerungen oder Mutmassungen
der Person.
Es wurde einmal vor vielen Jahren von jemandem, der den Mind studierte, bemerkt,
dass Kinder dieses Vermögen besitzen, in der Erinnerung zu sehen und zu hören, was sie
wirklich gesehen und gehört hatten. Es wurde festgestellt, dass die Fähigkeit nicht anhielt. Es
wurden keine weiteren Studien der Sache betrieben, und in der Tat waren diese Untersuchungen
so unbekannt, dass ich während der früheren Stadien meiner Arbeiten nichts von ihnen
gehört hatte.
Wir wissen heute eine ganze Menge über diese Faksimiles – warum sie von den meisten
Leuten, während sie heranwachsen, nicht leicht wiedererhalten werden, wie sie sich verändern,
wie die Phantasie beginnen kann, sie wiederherzustellen – wie zum Beispiel bei Halluzination
oder bei Träumen.
Kurz gesagt, eine Person ist in dem Masse aberriert, wie sie nicht imstande ist, ihre
Faksimiles zu handhaben. Sie ist in dem Masse geistig gesund, wie sie ihre Faksimiles handhaben
kann. Sie ist in dem Masse körperlich krank, wie sie nicht imstande ist, ihre Faksimiles
zu handhaben. Sie ist in dem Masse körperlich gesund, wie sie sie handhaben kann.
Derjenige Teil der Wissenschaft Tologie, der der Rehabilitierung des Minds und
des Körpers gewidmet ist, beschäftigt sich mit den Phänomenen der Handhabung dieser Faksimiles.
Eine Person sollte imstande sein, sich willentlich jedes Faksimile, das sie hat, vorzunehmen
und zu untersuchen und beiseite zu legen. Es ist kein Ziel dieser neuen Wissenschaft,
die vollständige Rückrufwahrnehmung wiederherzustellen. Das Ziel ist, die Fähigkeit einer
Person, ihre Faksimiles zu handhaben, wiederherzustellen.
Wenn eine Person ihre Faksimiles NICHT handhaben KANN, dann kann sie sie in die
Gegenwart hereinziehen und selbst entdecken, dass sie nicht imstande ist, sie wieder loszuwerden.
Was ist psychosomatische Krankheit? Es ist nachweisbar der Schmerz, der in einem
vergangenen Erlebnis enthalten ist, oder die körperliche Funktionsstörung eines vergangenen
Erlebnisses. Das Faksimile dieses Erlebnisses kommt in die Gegenwart und bleibt bei der
Person, bis eine Erschütterung es wieder ausser Sicht bringt oder bis es durch diese neue Wissenschaft
herausauditiert wird. Eine Erschütterung oder eine Notwendigkeit jedoch erlauben,
dass es wiederkehrt.
Traurigkeit, Kummer, Sorge, Angst und jeder andere emotionelle Zustand sind einfach
eines oder mehrere dieser Faksimiles. Ein Todesfall zum Beispiel bewirkt, dass jemand traurig
wird. Dann hat er ein Faksimile, das Gram enthält. Irgend etwas verursacht, dass die Person
dieses Faksimile in die Gegenwart bringt. Sie ist sich dessen nicht bewusst, untersucht es
nicht, aber nichtsdestoweniger wirkt es gegen sie. Folglich grämt sie sich in der Gegenwart
und weiss nicht warum. Der Grund ist das alte Faksimile. Der Beweis, dass es der Grund ist,
findet sich im Tologie-Auditing. In dem Augenblick, wo das Faksimile von seiner
schmerzhaften Emotion entladen wird, erholt sich die Person. Das ist einer der Aspekte des
Auditings.
Der menschliche Mind ist nur eine Seite des fortwährenden Minds. Der erste Funke
Leben, der Materie auf der Erde zu beleben begann, begann Faksimiles aufzuzeichnen. Und
von da an hat er weiter aufgezeichnet. Es ist interessant, dass jedem Mind das gesamte Archiv
zur Verfügung steht. Während früherer Untersuchungen fand ich gelegentlich Faksimiles, die
keine Halluzination oder Phantasie waren und die weitaus weiter zurückzugehen schienen als
das gegenwärtige Leben der Person. Da wir damals bereits das Werkzeug des Anstrengungsprozessings23
besassen, war es möglich, ein Faksimile mit allen Wahrnehmungen willentlich
»anzudrehen«, und auf diese Weise war es möglich, die frühestmöglichen Zeiträume
zu untersuchen. Auf diese Weise wurde der genetische Entwurf entdeckt, und ich war verblüfft,
die Faksimiles der Evolutionslinie freigelegt zu haben, für jeden zukünftigen Nachforscher
zugänglich. Viele Auditoren haben seitdem die gleichen Ergebnisse erreicht, und folglich
kommen der Biologe und der Anthropologe in den Besitz einer wahren Fundgrube faszinierender
Daten.
Es gibt jene, die nichts vom Mind wissen und dennoch reichlich dafür bezahlt werden,
die gelehrt über Wahnvorstellung und Selbsttäuschung sprechen möchten. Zufällig gibt es
genaue und präzise Gesetze in bezug auf Wahnvorstellungen. Ein eingebildetes Geschehnis
folgt bestimmten Mustern. Ein tatsächliches Geschehnis ist ganz und gar unverkennbar. In
einem Faksimile einer wirklichen Erfahrung gibt es ein Standardverhalten: Es verhält sich auf
eine ganz bestimmte Weise; die Person erlebt die Anstrengungen und die Wahrnehmungen
mit Klarheit, und der Inhalt des Geschehnisses erweitert sich und bleibt während mehrerer
Wiedererzählungen ziemlich konstant. Ein eingebildetes Geschehnis vermindert sich gewöhnlich
im Inhalt, und die Person versucht ihr Interesse aufrechtzuerhalten, indem sie es dann
ausschmückt. Ausserdem enthält es keine gleichbleibenden Anstrengungen. Jene, die sich
nicht die Zeit nehmen können, um die Tatsächlichkeit von Faksimiles festzustellen, bevor sie
hinsichtlich »Wahnvorstellungen« gelehrt werden, unterliegen möglicherweise selbst ziemlichen
Selbsttäuschungen.
Der menschliche Mind, sozusagen der gegenwärtige Mind des Menschen, unterscheidet
sich, ausser in der Kompliziertheit des Gehirnanhangs, nicht im geringsten vom elementarsten
Mind, dem des Einzellers. Das menschliche Wesen verwendet Faksimiles, um Erfahrungen
zu bewerten und Schlussfolgerungen und Zukunftspläne darüber zu formen, wie es auf
die bestmögliche Weise überleben oder wie es sterben und noch einmal ganz von vom beginnen
kann.
Der menschliche Mind ist zu sehr komplizierten Kombinationen von Faksimiles imstande.
Ausserdem kann er auf der Grundlage alter Faksimiles Faksimiles hervorbringen.
Nichts am Mind geht fehl, ausser seine Fähigkeiten, Faksimiles zu handhaben. Gelegentlich
wird ein Mind unfähig dazu, ein Faksimile als vergangene Erfahrung zu verwenden, und beginnt,
es in der Gegenwart beständig als eine Entschuldigung für Scheitern zu verwenden.
Dann haben wir Aberration und psychosomatische Krankheit. Eine Erinnerung an Schmerz
enthält Schmerz und kann zu Schmerz in der Gegenwart werden. Eine Erinnerung an Emotion
enthält Emotion und v kann zu Emotion in der Gegenwart werden.

DIE AUFZEICHNUNGEN DES MINDS SIND DAUERHAFT
Der Mensch hat in all den Jahren seiner Existenz die Beobachtung als Tatsache hingenommen,
dass ein menschliches Wesen, das nicht mehr imstande war, seine eigenen Handlungen
und Pflichten zu kontrollieren, und solange er, nachdem er die Kontrolle wiedergewonnen
hatte, nicht die Geschehnisse zurückrufen konnte, die Bestandteile nicht aufgezeichnet
hätte. Das war eine völlig unbegründete Annahme.
Untersuchen wir zuerst einmal Schmerz. Technisch gesehen wird Schmerz durch eine
Anstrengung verursacht, die der Anstrengung des ganzen Individuums entgegengesetzt ist.
Das Individuum ist eine Ansammlung von Zellen, eine Zellkolonie. Jede Zelle strebt
danach zu leben. Jede Zelle und der ganze Organismus wird grundsätzlich durch einen
Wunsch zu überleben motiviert.
Die ganze körperliche Struktur besteht aus Atomen und organischen und anorganischen
Molekülen. Während die Person lebendig und bei Bewusstsein ist, sind diese Atome
und Moleküle in einem Zustand optimaler oder nahezu optimaler Spannung und Anordnung.
Wird eine entgegengesetzte Anstrengung empfangen, zum Beispiel in Form eines
Schlages oder innerlich, wie im Fall von Drogen, Schock oder Bakterien, wird die optimale
oder die nahezu optimale Spannung und Anordnung dieser Atome und Moleküle, wie sie in
den Nervenmuskeln, Knochen und Geweben des Körpers enthalten sind, durcheinandergebracht.
Das Ergebnis ist ein Verlangsamen oder eine Beschleunigung der Bewegungen des
physischen Körpers von solch einer Art, dass eine Fehlanordnung und Spannungsstörungen
der Atome und Moleküle verursacht werden.
Das ist Schmerz. Dem Überleben entgegengesetzte Anstrengungen verursachen, dass
diese Wirkung stattfindet. Die technische Bezeichnung dieser Wirkung ist Randomität24. Die
Bewegungsrichtungen von verschiedenen Teilen des Körpers werden in planlose Vektoren
oder Muster verändert. Schmerz führt unveränderlich zu Verlust, dem Verlust von Zellen oder
dem Verlust der gewöhnlichen Anordnung.
Wenn Schmerz weggeht, ist er trotzdem aufgezeichnet. Die Aufzeichnung dieses
Schmerzes kann wieder ins Dasein gerufen werden.
Wenn Sie einen sehr einfachen Test machen möchten, gehen Sie einfach zum letzten
Mal zurück, als Sie sich wehtaten; bekommen Sie von dem Gegenstand, der Sie verletzt hat
und von seiner umgebenden Umwelt so vollständige Wahrnehmungen, wie Sie nur können.
Versuchen Sie den Gegenstand, der Schmerz bereitet hat, wieder zu kontaktieren. Wenn Sie
nicht stark abgesperrt25 sind, sollten Sie imstande sein, diesen Schmerz noch einmal zu fühlen.
Wenn Sie selbst diesen Test nicht durchführen können, weil Sie abgesperrt sind, bitten
Sie Ihre Freunde, es zu versuchen. Früher oder später werden Sie jemanden finden, der
Schmerz zurückrufen kann.
Ein weiterer Test: kneifen Sie sich, und gehen Sie dann zu dem Augenblick zurück,
als Sie es taten, und fühlen Sie das Kneifen noch einmal. Selbst, wenn Sie abgesperrt sind,
sollten Sie imstande sein, dies zu tun.
Kurz gesagt, Schmerz wird durch Aufzeichnungen gespeichert. Aber das ist nicht alles,
was gespeichert wird. Der ganze Bereich irgendeiner Randomität wird vollständig gespeichert.
Die Atome und Moleküle arrangieren sich, wenn Schmerz wieder kontaktiert wird,
wieder zu dem gleichen Muster, das sie annahmen, als dieser Schmerz empfangen wurde.
Folglich kann der Schmerz zurückkehren. Aber auch die Anstrengung und alle zugehörigen
Wahrnehmungen können zurückkehren, wenn entweder der Schmerz oder die allgemeine
Randomität zurückkehren.
Die Fehlanordnung, die durch einen Schlag, Schock, durch Drogen oder Bakterien
verursacht wird, bewirkt, dass das Kontrollzentrum des Minds funktionsunfähig wird. Folglich
kann das Kontrollzentrum des Minds durch diese Fehlanordnung bewusstlos werden,
kann überwältigt werden.
Nachdem das Bewusstsein wiedergewonnen ist, kann /das Kontrollzentrum des Minds,
wann immer es versucht zurückzurufen, was geschehen ist, nur die Randomität zurückrufen.
Es versucht eine Zeit zurückzurufen, als es nicht zurückrufen konnte, und ist folglich nicht in
der Lage, es sich ins Gedächtnis zurückzurufen.
Der Mensch dachte, wenn er sich etwas nicht zurückrufen könne, sei es nicht aufgezeichnet.
Das ähnelt dem kleinen Kind, das sich die Augen zuhält und dann denkt, dass Sie es
nicht sehen können, nur weil es Sie nicht sehen kann.
Zusammen mit jedem Randomitätsbereich, der auf diese Weise durch Verletzung,
Krankheit, Schock oder Drogen geschaffen wurde, wurde die dem Körper entgegengesetzte
Anstrengung aufgespeichert. Die Anstrengung, die durch den Schlag oder den anderen störenden
Faktor auf den Körper eingewirkt hat, wurde ebenfalls gespeichert. Diese besteht aus
physikalischer Kraft. Wenn sie auf den Körper zurückkehrt, dann kehrt sie als physikalische
Kraft zurück. Sie kann Gesichtszüge oder den Körper entstellen, indem sie in ständiger
»Restimulation« (Wiederanregung) ist.
Restimulation wird dadurch verursacht, dass irgendein Teil der früheren Aufzeichnung
der gegenwärtigen Umgebung sehr ähnlich ist. Dies weckt den alten Bereich der Randomität
auf. Der Körper, verwirrt, registriert die alte Gegenanstrengung.
Beinahe bei jedem Menschen wirken einige dieser Gegenanstrengungen der Vergangenheit
in der Gegenwart gegen ihn. Sein Bewusstsein unterhalb der Oberfläche ist darin verstrickt,
alten Gegenanstrengungen – Schlägen, Krankheiten, Drogen – zu widerstehen, die ihn
einmal beeinträchtigt und bewusstlos gemacht haben.
Sobald eine Person ihre Aufmerksamkeit gänzlich auf etwas anderes konzentriert,
können diese alten Bereiche ihre Kraft wieder ausüben.
Fühlen Sie die Lebendigkeit oder das volle Daseinsgefühl jedes einzelnen der folgenden
Körperteile. Fühlen Sie sich jeweils nur in dem genannten Körperteil vollständig lebendig:
1.Der rechte Fuss..
2.Der linke Fuss.
3.Die rechte Wange..
4.Die linke Wange.
5.Die Zehen.
6.Der Hinterkopf.
7.Der Nacken.
8.Die Nase.
9.Die rechte Hand.
10.Die Zunge.
11.Die linke Hand.
12.Der Magen.
Wenn Sie über diese Teile gegangen sind, jedes sorgfältig untersucht haben und nur
im jeweiligen Teil Lebendigkeit empfunden haben, werden Sie wahrscheinlich verschiedene
Schmerzen und Beschwerden in Bereichen verspürt haben, auf die Ihre Konzentration nicht
fest gerichtet war, oder zumindest einen taumeligen Zustand erlebt haben. Versuchen Sie es
mehrere Male.
Prozessing räumt diese alten Bereiche auf – mit dem Ergebnis einer Steigerung der
körperlichen und geistigen Gesundheit.

KOMMUNIKATION
Es könnte gesagt werden, dass man eine Person gesund machen würde, wenn man sie
in Kommunikation brächte. Dieser Faktor ist in der Psychotherapie nicht neu, aber die Konzentration
darauf ist neu, und die Interpretation von Fähigkeit als Kommunikation ist vollkommen neu.
Befänden Sie sich in vollkommener und vollständiger Kommunikation mit einem Auto
auf einer Strasse, hätten Sie ganz bestimmt keine Schwierigkeiten, dieses Auto zu fahren.
Wenn Sie jedoch nur in teilweiser Kommunikation mit dem Auto wären und mit der Strasse
überhaupt nicht in Kommunikation, dann ist es ziemlich sicher, dass ein Unfall passieren würde.
Die meisten Unfälle ereignen sich, wenn der Fahrer durch einen Streit, den er gehabt hat,
oder durch eine Stockung oder ein Kreuz an der Strassenseite, welches daraufhinweist, dass
hier ein Autofahrer getötet wurde, oder durch seine eigene Angst vor Unfällen abgelenkt ist.
Wenn wir sagen, dass jemand in der Gegenwart sein sollte, dann meinen wir, dass er
in Kommunikation mit seiner Umgebung sein sollte. Wir meinen weiterhin, dass er mit seiner
Umgebung, so wie sie existiert, nicht wie sie existierte, in Kommunikation sein sollte. Und
wenn wir von Vorhersage sprechen, dann meinen wir, dass die Person mit ihrer Umgebung
so, wie sie existieren wird, als auch so, wie sie existiert, in Kommunikation sein sollte.
Wenn Kommunikation so wichtig ist, was ist dann Kommunikation? Sie wird am besten
in ihrer Formel ausgedrückt, die isoliert worden ist, und durch deren Verwendung eine
grosse Anzahl interessanter Ergebnisse von Fähigkeitsveränderungen erzielt werden können.
Die Formel für Kommunikation lautet: Ursache, Entfernung, Wirkung, mit Absicht, Aufmerksamkeit
und Duplikation26.
Es gibt zwei Arten von Kommunikation, die beide von dem eingenommenen Standpunkt
abhängen. Es gibt ausströmende Kommunikation und einströmende Kommunikation.
Eine Person, die zu jemand anderem spricht, kommuniziert zu jener Person (hoffen wir), und
die Person, zu der gesprochen wird, empfängt Kommunikation von jener Person. Nun, da die
Unterhaltung sich wendet, stellen wir fest, dass die Person, zu der gesprochen worden ist,
jetzt das Sprechen ausführt und zur ersten Person spricht, die jetzt Kommunikation von ihr
empfängt.
Eine Unterhaltung ist der Vorgang von abwechselnd ausströmender und einströmender
Kommunikation, und genau an dieser Stelle kommt die Eigentümlichkeit, die Aberration und
Gefangensein bewirkt, vor. Es gibt hier eine Grundregel: Die Person, die ausströmen möchte,
muss ebenfalls einströmen – jemand, der einströmen möchte, muss ebenfalls ausströmen.
Wenn wir feststellen, dass diese Regel nach einer der beiden Richtungen hin ihr Gleichgewicht
verloren hat, entdecken wir Schwierigkeiten. Eine Person, die ausschliesslich Kommunikation
ausströmt, kommuniziert, im vollen Sinne des Wortes, in Wirklichkeit überhaupt
nicht, denn um vollständig zu kommunizieren, müsste sie ebenso ausströmen wie einströmen.
Eine Person, die ausschliesslich Kommunikation einströmt, ist gleichfalls in schlechtem Zustand,
denn wenn sie einströmen möchte, dann muss sie ausströmen.
Sämtliche Einwände, die irgend jemand gegen gesellschaftliche und menschliche Beziehungen
hat, können grundsätzlich mit dieser Kommunikationsregel, wo sie missachtet
wird, erklärt werden. Jeder, der spricht, ist bestürzt, wenn er keine Antworten bekommt, ausser
er ist
in einem zwanghaften oder besessenen Seinszustand. Gleichermassen ist jeder, zu dem
gesprochen wird, bestürzt, wenn ihm keine Gelegenheit gegeben wird, seine Antwort zu geben.
Selbst Hypnose kann mit dieser Kommunikationsregel verstanden werden. Hypnose
ist ein fortwährendes Einströmen – ohne eine Gelegenheit für das Medium, auszuströmen.
Dies wird bei der Hypnose in einem solchen Masse betrieben, dass die Person in dem Ort, wo
sie hypnotisiert wird, tatsächlich gefangen ist und in diesem Ort von da an zu einem gewissen
Grad gefangen bleiben wird.
Folglich könnte man soweit gehen und sagen, dass die Ankunft einer Kugel eine
schwere Art von Hypnose ist. Die Person, die eine Kugel empfängt, strömt keine Kugel aus,
und somit wird sie verletzt. Wenn sie sofort, nachdem sie eine Kugel empfangen hätte, eine
Kugel aussenden könnte, könnten wir die interessante Frage einflechten: »Würde sie verletzt
werden?« Nach unserer Regel würde sie dies nicht. In der Tat, wäre sie in perfekter Kommunikation
mit ihrer Umgebung, könnte sie nicht einmal eine Kugel auf verletzende Weise empfangen.
Ein nicht beendeter Kommunikationszyklus (Zyklus: Anfang bis Ende einer beabsichtigten
Aktion) erzeugt das, was man einen »Antworthunger« nennen könnte. Eine Person, die
auf ein Signal wartet, dass ihre Kommunikation empfangen worden ist, neigt dazu, jede Einströmung
zu akzeptieren. Nachdem eine Person eine sehr lange Zeit beständig auf Antworten
gewartet hat, die nicht ankamen, wird jede beliebige Art von Antwort, von irgendwoher, zu
ihr hereingezogen werden, als eine Anstrengung, ihren Mangel an Antworten zu beheben.
Wir haben seit 1790 ein ganzes Philosophengeschlecht aus dem Dasein verschwinden
sehen. Wir haben gesehen, wie die Philosophie ein sehr unwichtiges Fach wurde, während sie
doch einmal ein sehr weitverbreitetes Gut unter den Menschen war. Die Philosophen brachten
sich in die Lage, dass sie mit den Leuten keine Kommunikation mehr hatten, indem sie darauf
bestanden, Wörter mit aussergewöhnlichen Definitionen zu verwenden, die von der Allgemeinheit
nicht mit Schnelligkeit aufgenommen werden konnten. Der Gebrauch der Philosophie
konnte nicht von jenen mit relativ begrenztem Sprachschatz schnell nachvollzogen werden.
Nehmen Sie solche Zungenbrecher wie »Telekinese«27. Obschon es wahrscheinlich etwas
sehr Interessantes und sehr Wichtiges bedeutet, denken sie einmal sorgfältig zurück: kein
Taxifahrer erwähnte dieses Wort je Ihnen gegenüber, während Sie Ihr Fahrgeld bezahlten
oder während der wortreicheren Augenblicke der Fahrt. Vermutlich war die Grundschwierigkeit
mit Philosophie, dass sie in ihrer Sprache germanistisch wurde, ein Beispiel, das von
Immanuel Kant gesetzt wurde. Erinnern Sie sich an jene erstaunliche Geschichte von Saki28,
darin wurde ein Mann einmal zu Tode getrampelt, während er einem Elefanten unregelmässige deutsche Verben beizubringen versuchte.
Die Philosophie entledigte sich eines Teils ihrer
Verantwortung für den Kommunikationszyklus, indem sie sich für ihre Leser unnachvollziehbar
darstellte. Es ist die Verantwortung eines jeden, der kommunizieren möchte, dass er einen
Wortschatz verwendet, der verstanden werden kann.
Nehmen wir nun einmal das Beispiel der Person, die im Leben sehr »erfahren« geworden
ist. Diese Person hat einen Timetrack29; es ist nicht der Timetrack von irgend jemand anderem.
Die grundlegenden persönlichen Eigenheiten in den Menschen gründen sich auf die
Tatsache, dass ihnen verschiedene Dinge widerfahren und dass sie diese verschiedenen Dinge
von verschiedenen Standpunkten aus betrachten. Folglich haben wir Individualisierung,
und wir haben individuelle Meinung, Betrachtung und Erfahrung.
Zwei Menschen, die die Strasse entlang gehen, werden Zeuge eines Unfalls. Jeder von
ihnen sieht den Unfall zumindest von einem leicht verschiedenen Standpunkt aus. Befragt
man zwölf verschiedene Zeugen des gleichen Unfalles, wird man wahrscheinlich zwölf verschiedene
Unfälle finden. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass Zeugen gerne erzählen, was
sie gesehen zu haben glauben, statt das zu erzählen, was sie sahen, gab es tatsächlich zwölf
verschiedene Punkte, von denen aus der Unfall betrachtet wurde, und daher zwölf verschiedene
Aspekte der Vorkommnisse. Wenn man diese zwölf zusammenbringen würde und sie
untereinander über diesen Unfall kommunizieren müssten, dann würden sie zu einem Punkt
der Übereinstimmung hinsichtlich des tatsächlichen Geschehens gelangen. Dies wäre vielleicht
nicht der wirkliche Unfall, aber bestimmt ist es der Unfall, über den man sich geeinigt
hat, der dann der wirkliche Unfall wird. Das ist die Art und Weise, wie die Geschworenen
sich verhalten. Sie mögen über das wirkliche Verbrechen urteilen oder vielleicht auch nicht,
aber bestimmt urteilen sie über das Verbrechen, über das sie sich geeinigt haben.
In jedem Krieg dauert es zwei oder drei Tage, bis genügend Übereinstimmung eintritt,
um zu wissen, was sich in einer Schlacht ereignete. Während es eine wirkliche Schlacht gegeben
haben mag, eine wirkliche Folge von Geschehnissen und Ereignissen, ist jedoch Tatsache,
dass jeder einzelne Mann in der Schlacht die Schlacht von seinem eigenen besonderen
Standpunkt gesehen hat, womit wir ganz strikt »den Punkt, von dem aus er gesehen hat« meinen,
nicht seine Ansichten – niemand sah die Schlacht in ihrer Gesamtheit. Zeit muss daher
verstreichen, damit genügend Kommunikation über das Thema der Schlacht stattfinden kann,
so dass alle ungefähr darüber übereinstimmen, was geschehen ist. Natürlich, wenn die Historiker
an diese Schlacht herangehen und anfangen verschiedenartige Berichte darüber zu
schreiben, und zwar aus den Erinnerungen von Generälen, die versuchten ihre Niederlagen
wegzuerklären, dann bekommen wir in der Tat eine stark verzerrte Darlegung. Und doch wird
dies, soweit es die Geschichtsschreibung betrifft, zu der Schlacht, über die Übereinstimmung
besteht. Liest man die Historiker, erkennt man, dass man niemals wirklich wissen wird, was
sich in Waterloo, bei Bennigton und bei Marathon abgespielt hat. Insofern als wir es als eine
Kommunikation betrachten können, dass ein Soldat auf einen anderen Soldaten schiesst, sehen
wir, dass wir Kommunikationen über Kommunikation studieren.
Wir kommen nun zu dem Problem, was eine Lebenseinheit zu erfahren bereit sein
muss, um zu kommunizieren. Zunächst einmal muss der anfängliche Ursachepunkt bereit
sein, duplizierbar zu sein. Er muss imstande sein, dem Empfangspunkt zumindest etwas Aufmerksamkeit
zu schenken. Der anfängliche Empfangspunkt muss bereit sein zu duplizieren,
muss bereit sein zu empfangen und muss bereit sein, sich in einen Ursachepunkt zu verwandeln,
um die Kommunikation oder eine Antwort darauf zurückzusenden. Und der anfängliche
Ursachepunkt muss seinerseits bereit sein, ein Empfangspunkt zu werden.
Da wir uns im Grunde mit Ideen und nicht mit Mechanismen beschäftigen, sehen wir
dann, dass zwischen einem Ursache – und einem Empfangspunkt eine Geistesverfassung vorhanden
sein muss, in der jeder der beiden Punkte bereit ist, willentlich Ursache oder Wirkung
zu sein, bereit, willentlich zu duplizieren, bereit, willentlich duplizierbar zu sein, bereit, willentlich
zu verändern, bereit, die dazwischenliegende Entfernung zu erfahren; kurz gesagt,
bereit zu kommunizieren.
Wo wir diese Bedingungen bei einer einzelnen Person oder einer Gruppe erreichen,
haben wir geistig gesunde Leute. Wo eine Nichtbereitschaft auftritt, Kommunikation zu senden
oder zu empfangen, wo Menschen besessen oder zwanghaft Kommunikationen aussenden,
ohne ihnen eine Richtung zu geben und ohne zu versuchen, duplizierbar zu sein, wo Personen,
die Kommunikationen empfangen, schweigend dastehen und nicht bestätigen oder
antworten, da haben wir aberrierende Faktoren.
Ein Mensch ist in dem Masse tot, wie er nicht kommunizieren kann. Er ist in dem
Masse lebendig, wie er kommunizieren kann. Durch zahllose Tests habe ich in überzeugendem
Masse entdeckt, dass die einzige Hilfe für das Leben weitere Kommunikation ist. Man
muss seine Kommunikationsfähigkeit vergrössern. Sehr viele Jahre lang habe ich diese Frage
gestellt: »Kommunizieren oder nicht kommunizieren?« Wenn man sich durch Kommunizieren
in solch vollendete Schwierigkeiten gebracht hat, dann sollte man natürlich aufhören
zu kommunizieren. Aber das ist nicht der Fall. Wenn man sich durch Kommunizieren in
Schwierigkeiten bringt, dann sollte man weiter kommunizieren. Mehr Kommunikation, nicht
weniger, ist die Antwort, und nach einem Vierteljahrhundert der Forschung und Überlegung
halte ich dieses Rätsel für gelöst.
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